Homophober Post: Pärchen verliert Job

(Screenshot: Übergizmo)

Noch immer ist Hass auf Schwule und Lesben weit verbreitet. Vor allem im Internet finden Homophobe ein Forum, um ihren Ressentiments freien Lauf zu lassen. Ein aktueller Fall aber zeigt: Das bleibt nicht immer ohne Konsequenzen.

Die Organisation „Enough is Enough“ sucht bei Facebook nach homophoben Äußerungen. Kürzlich hat sie dort einen besonders krassen Fall entdeckt: „Homosexuelle Menschen gehören getötet. Ist ja widerlich“ schrieb die Nutzerin Sara K. in einer öffentlichen Gruppe.

„Enough is Enough“ reagierte – und erstattete Anzeige. Außerdem informierten die Aktivisten den Arbeitgeber der jungen Frau. Sara K. verlor daraufhin ihren Ausbildungsplatz als Altenpflegerin. Auch ihr Freund Max H. verlor seinen Job bei Zalando. Er hatte sich in die Diskussion um Saras Post mit der Äußerung zu Wort gemeldet: „ich führe buch über meine morde als wäre ich adolf hitler ich schlage kinder und schwule und mir ist scheißegal was ihr über mich denkt“.

Gegen Kritik, „Enough is Enough“ sei mit dem Informieren der Arbeitgeber des homophoben Pärchens zu weit gegangen, rechtfertigten sich die Aktivisten: „Das Internet ist kein rechtsfreier Raum und Homophobie ist kein Kavaliersdelikt“, heißt es in einem Post. „Uns ist bewusst, dass mit diesen Strafanzeigen und dem öffentlichen Benennen von Homophobie auch persönliche – teilweise sehr junge – menschliche Geschichten verbunden sind. Dennoch haben wir alle eine Verantwortung, Menschen vor solchen (möglichen) Gewaltaufrufen zu schützen.“

Kritik erhielt die Aktion u.a. von Micha Schulze, dem geschäftsführenden Reakteur von queer.de. Er schrieb: „Im Fall Sara K. hat sich ein Online-Aktionismus verselbstständigt, der den wichtigen Kampf gegen Homophobie über alles zu stellen scheint und dabei die Verletzung von Persönlichkeitsrechten, Anschwärzungen und die Zerstörung menschlicher Existenzen billigend in Kauf nimmt. Im Mittelpunkt der Kampagne standen doch nicht homophobe Rädelsführer wie Birgit Kelle oder Beatrix von Storch, sondern zwei jugendliche Dummbatzen, denen mal eine Lektion in Demokratie und im Umgang mit Minderheiten erteilt werden muss.“

Tags :Quellen:queer.de
  1. Was ist denn mit der freien Meinungsäußerung? Ich darf doch meine Meinung überall kundtun, solange ich niemandem persönlich damit angreife, richtig?

    Die Aktion der beiden ist natürlich abartig, viel abartiger ist aber, dass EiE 2 Existrnzen mit der Meldung beim AG ruiniert!

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  2. Was mit der Meinungsfreiheit ist?! Die sollte mal von so Leuten wie dir gelesen werden. Scheint vielen Leuten unbekannt zu sein das es völlig zu Recht Einschränkungen gibt. Siehe Artikel 5 des GG. Im Übrigen, die Würde des Menschen ist unantastbar.

    1. Genau. Wobei ich das nicht „Einschränkung“ nennen würde: Du darfst deine Meinung frei äußern, solange du andere nicht verletzt, beleidigt oder angreifst. Das haben die zwei definitiv getan.
      Ich persönlich würde es aber zielführender finden, wenn man den Betroffenen Sozialstunden aufdrücken würde. Am besten in einer Einrichtung, die ihre Meinung etwas toleranter werden lässt: Flüchtlingsheime, Waisenhäuser, etc.
      Ihnen den Job zu nehmen und uns für sie zahlen zu lassen, hilft keinem ;)

  3. Die Reaktion der beiden Arbeitgeber ist natürlich hart – sie entzieht zwei Menschen die Lebensgrundlage.
    Es ist jedoch genauso wenig zu akzeptieren, dass sich in unserem Land mittlerweile die Sitte eingebürgert hat, grundsätzlich „alle über einen Kamm zu scheren“: DIE Schwulen, DIE Ausländer, DIE Moslems… Ich weiß wirklich nicht, wo das noch hinführen soll?

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