Ey Mann, mein Auto spricht mit mir! – Ford SYNC 2 im Kurztest

(Foto: Übergizmo)

Es ist ein etwas gewöhnungsbedürftiges Gefühl, mit seinem Auto zu sprechen. Die Antworten, die mir mein Testwagen gibt - ein superschicker Ford Mondeo – sind allerdings noch gewöhnungsbedürftiger. „Suche Tankstelle“ sage ich. „Meinen Sie: ‚Suche Rennstrecke‘?“ antwortet der Wagen.

Ford SYNC 2

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Sehr amerikanisch: Der Ford Mondeo

Wüsste ich es nicht besser, ich würde dem Wagen Humor zutrauen. Denn angesichts der nicht wenigen PS unter der Haube ist eine Rennstrecke gar keine so abwegige Idee. Ich möchte aber eine Tankstelle anfahren. Nur leider versteht mich mein Wagen einfach nicht! Aber der Reihe nach.

Was ist SYNC 2?

SYNC 2 ist im Prinzip ein Sprachsteuerungssystem fürs Entertainmentsystem von Ford. Damit sollen sich Navi, Telefon, Klimaanlage und andere Geräte durch Sprachbefehle bedienen lassen. Spätestens seit Siri eigentlich keine neue Idee. Nur im Auto haben sich solche Systeme bislang nicht wirklich durchsetzen können. Dabei ist die Idee toll, schließlich muss man nicht mehr aufs Display des Navi schauen oder irgendwelche Knöpfe suchen, während man gleichzeitig ein Auto zu steuern hat.

Das Entertainment-System des Mondeo ist toll: Herzstück ist ein 8-Zoll-Display. Der Touchscreen ist resistiv, das heißt, dass man recht kräftig drücken muss, um das Teil zum Reagieren zu bringen. Ein Smartphone lässt sich über Bluetooth kinderleicht koppeln, die Verbindung wird immer wieder reibungslos aufgebaut. Das Navi macht, was es soll, die Freisprecheinrichtung auch. Praktisch ist die „Nicht stören“-Taste, die eingehende Anrufe abweist, wenn während der Fahrt konzentriert bleiben möchte.

Die Sprachsteuerung

Weniger gut als das Entertainment-System an sich hat mir die Sprachsteuerung gefallen. Das hat zwei Gründe: Erstens hat die Spracherkennung deutliche Verständnisprobleme. Und zweitens hat die Bedienung des Systems so ihre Tücken.

Es ist natürlich schwer für ein Spracherkennungssystem, etwas zu verstehen, wenn der Geräuschpegel generell hoch ist. Im Auto ist er das naturgemäß. Dennoch hatte ich mir von SYNC 2 mehr erwartet: Das System wollte mich fast nie verstehen. An meiner Aussprache kann’s nicht liegen: Mein Handy versteht mich schließlich auch. Bei geöffnetem Fenster, lauter Musik oder Stimmen von Mitfahrern war die Kommunikation mit SYNC schlicht unmöglich. Aber geschenkt. Nur: Selbst wenn ich alleine im Auto saß, und der Motor nicht einmal lief, war die Kommunikation schlicht und einfach nervig – siehe Beispiel oben. Dabei teilt man dem Auto per Knopfdruck am Lenkrad sogar immer mit, wenn man mit ihm sprechen möchte.

„Ein Kommando bitte!“

Auch ist SYNC ein nicht allzu flexibles System: „Auto, mach‘ die Klimaanlage an!“ – das funktioniert nicht. Stattdessen muss ich erst die Spracheingabe-Taste drücken und abwarten, bis sich das Auto meldet. „Ein Kommando bitte“, sagt SYNC schließlich. „Klimatisierung“, befehle ich, um das entsprechende „Menü“ aufzurufen. Erst jetzt kann ich meinen eigentlichen Wunsch äußern: „Klimaanlage an!“ SYNC fordert tatsächlich, dass man exakte Befehle gibt und dazu nur bestimmte Schlüsselwörter verwendet. Auch müssen diese Befehle in einer bestimmten Reihenfolge erfolgen. Klingt altmodisch? Ist aber so.

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Fazit

SNYC 2 basiert auf Technik von Microsoft. SYNC 3 soll QNX von Blackberry nutzen. Ob die Spracherkennung dann besser wird? Ich hoffe es. Denn die Grundidee hinter SYNC ist toll. Nur: Noch macht es keinen Spaß, seinem Auto Befehle per Spracheingabe zu geben. Das System ist schlicht zu unflexibel. Und wer will schon sämtliche Befehle, die man dem System geben muss, auswendig lernen?

Innenaufnahmen Ford Mondeo: Übergizmo. Außenaufnahme: Kārlis Dambrāns bei flickr.com

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  1. Womit wir wieder bei dem alten leidigen Thema wären …
    Jedes billige Smartphone bietet mehr Möglichkeiten als das (sogenannte) Multimediasystem eines Autos.
    Nehme man nur als Beispiel das Navi vom aktuellen Golf. Das Tour reagiert bestenfalls zögerlich und bis die Recheneinheit im Hintergrund dann rausgefiltert hat welche Stadt/Straße man denn meinen könnte, ist man im Regelfall schon fast am Ziel angekommen. Und das ganze nennt sich dann noch „neuste Technik“ … Das konnte vor Jahren schon die Navi-Software auf meinem N95 und sogar schneller !!
    Ich bin einfach mal gespannt wie lange die noch brauchen um Android Car und das Apple Pendant in die Fahrzeuge zu bekommen. Aber ich fürchte (angesichts der technischen Entwicklung) das das erst dann Einzug findet, wenn wir mit unseren Smartphones „echte“ Gespräche führen …

    1. Die einzigen gut funktionierenden Systeme bieten meiner Meinung nach BMW und Mercedes, der Preis ist zwar jenseits von Gut und Böse, im vergleich zu Ford VW oder lol Fiat und Jeep Schwachsinn sein Geld aber dann doch irgendwie wert

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