Affen- und Rattenhirne zu Superhirn vernetzt

(Bild: Dierk Schaefer / Flickr / cc-by-2.0)

Dem brasilianischen Forscher Miguel Nicolelis und seinem Team ist es gelungen sowohl Affen- als auch Rattenhirne zu einem synchronisierten Superhirn zu vernetzen.

Mit den Supergehirn-Versuchen aus vernetzten Rattenhirnen gelang es den Forschern der Duke University in North Carolina Wetterprognosen zu berechnen. Dazu synchronisierten sie vier Rattengehirne mit Hilfe von Elektroden miteinander.  Als Input bekamen die verschiedenen Gehirne unterschiedliche Messwerte aus den aktuellen Wetterdaten.

Rattenhirn-Cluster berechnet kleines Wettermodell

Zwei Ratten bekamen aktuelle Luftdruckwerte. Die anderen beiden Rattenhirne wurden mit Informationen über die Temperatur versorgt. Die Aktivität aus den 4 Gehirnen, welche sich mit ihren eigentlich getrennt arbeitenden neuronalen Netzstrukturen miteinander synchronisierten, wurde durch einen externen Computer ausgewertet. Anhand der somit gewonnenen Daten wurde ein Modell zur Ausgabe der jeweiligen Regenwahrscheinlichkeit errechnet. Je genauer die Gehirne mit einander zusammenarbeiteten desto präziser wurde diese Prognose.

Computer aus Gehirnen soll neurologische Schäden behandeln

Der Super-Hirn-Cluster soll laut der Forscher in Zukunft aus vielen gekoppelten Gehirnen bestehen und damit den ersten organischen Computer darstellen. Wem jetzt ethische Fragen durch den Kopf schwirren, ob man für einen Wetterbericht Tierköpfe anbohren und verkabeln sollte, der kann sich eventuell mit der Tatsache beruhigen, dass das Forscherteam mit seiner Arbeit Schlaganfallpatienten, die nicht mehr sprechen können zu neuen Worten verhelfen will. Dafür wollen die Wissenschaftler jene Patienten mit dem Gehirn eines Gesunden Menschen koppeln. Auch Querschnittsgelähmten soll laut ihrer Vision in Zukunft mit dieser Technologie zu helfen sein.

Tags :Quellen:heise

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