Irreführung: Zalando wegen falscher Bestandsangaben abgemahnt

(Bild: Shutterstock)

Wer kennt es nicht: Man will etwas online bestellen und liest den Hinweis: "Nur noch 2 Artikel auf Lager." Schnell gerät man unter Druck das begehrte Produkt zu bestellen, bevor es vergriffen ist. Wie der NDR aufgedeckt hat, können oftmals mehr Produkte bestellt werden, als angegeben. Nun hat es Zalando als Präzedenzfall erwischt, seine Kunden unter emotionalen Druck zu setzen.

Die Wettbewerbszentrale hat den Online-Händler nach einer Untersuchung durch den NDR abgemahnt, da das Unternehmen auf seiner Internetseite Knappheit vortäuschte, um so Kunden zum Spontankauf zu bewegen. Laut NDR konnten in einigen Fällen mehr Produkte bestellt werden, als es die angegebenen Restbestände zuließen. Damit habe Zalando beim Kunden emotionalen Druck aufgebaut.

Gegenüber dem Sender räumte Zalando ein, dass der Warenbestand aus technischen Gründen nicht korrekt abgebildet werde. Man weise lediglich den Mindestbestand aus. Peter Brammen von der Wettbewerbszentrale lässt diese Erklärung nicht gelten und spricht dem Sender gegenüber von einer “Irreführung der Verbraucher”. Die Selbstkontrollorganisation der Wirtschaft hat Zalando deshalb abgemahnt. “Zalando darf nicht mehr mit einem Warenvorrat auf die Seite gehen, der den Tatsachen nicht entspricht”, so Brammen weiter. Zalando hat die Verfügbarkeitsangabe inzwischen auf “Mehr als drei Artikel verfügbar” geändert.

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Zwar hat es jetzt Zalando erwischt, der Versender ist aber bei Weitem nicht der einzige Anbieter, der mit dem Trick der künstlichen oder vermeintlichen Verknappung arbeitet. Viele bewegen sich dabei in einer Grauzone. Ist zum Beispiel laut Buchungswebsite im ausgewählten Hotel nur noch ein Zimmer verfügbar, trifft das möglicherweise zwar auf den Anbieter zu, dessen Kontingent bereits vergriffen ist. Im Hotel selber können aber noch zahlreiche Zimmer frei sein, laut NDR unter Umständen auch zu einem günstigeren Preis.

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(Bild: Zalando)

Nachgewiesen hat der Sender das am Beispiel von HRS. Dort und auf einer anderen Buchungswebsite war für ein Hotel in Hannover jeweils noch ein Zimmer als verfügbar ausgewiesen und zum “Schnäppchenpreis” von 85 Euro beworben worden. Beim Hotel direkt konnten aber noch drei Zimmer zu jeweils 78 Euro gebucht werden. Das Portal Booking.com spricht seit einem Urteil 2011 nur noch davon, wie viele Angebote jeweils auf seiner Seite von einer bestimmten Offerte noch verfügbar sind. HRS erklärte dem NDR gegenüber allerdings, das Urteil sei “einzelfallbezogen” und habe keine Auswirkungen auf das eigene Unternehmen.

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Ebenfalls als psychologischen Verkaufstrick von Online-Shops prangert die NDR-Sendung Markt vom 31. August 2015 im Beitrag “Wie manche Online-Händler Kunden zum Kauf drängen” Sonderangebote oder Rabattaktionen an, die nur kurze Zeit verfügbar sind, dafür aber immer wieder neu eingestellt werden.

Tags :Quellen:NDRVia:Mit Material von Peter Marwan, ITespresso.de

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