4 Tipps zum Umgang mit dem digitalen Erbe

(Bild: Dennis/CC BY-ND 2.0)

Was passiert eigentlich mit eurem Facebook-Profi, euren Bildern in der Cloud und euren E-Mails, wenn ihr sterbt? Vielen mag das egal, sein, andere sorgen sich um ihr digitales Erbe. Doch wie kann man seinen Angehörigen Zugriff auf die Daten gewähren, wenn man es eigentlich nicht mehr kann?

Vom Facebook-Profil bis zu den Urlaubsfotos in der Cloud: Wer stirbt, hinterlässt mittlerweile auch online Spuren. Diese digitale Erbe kann Hinterbliebenen zusätzliche Sorgen bereiten oder ihnen schlicht versperrt sein.

Das Unternehmen Columba will Trauernden bei der Abwicklung des Online-Erbes Unterstützung bieten und wurde dafür von der Initiative Deutschland – Land der Ideen und der Deutschen Bank zum „Ausgezeichneten Ort 2015“ gekürt. Gut. Ein Ort ist eine Firma ja eigentlich nicht, aber sei es drum.

Neben der emotionalen Belastung und dem bürokratischen Aufwand eines Trauerfalls müssen Hinterbliebene heutzutage auch den digitalen Nachlass des Verstorbenen regeln. Dazu gehören etwa kostenpflichtige Accounts bei Portalen wie Spotify oder Profile in sozialen Netzwerken. Diese komplizierte Aufgabe kann Columba nach eigenen Angaben übernehmen.

Doch was können Internetnutzer schon zu Lebzeiten tun, um ihren Online-Nachlass zu regeln?

1. Den Überblick behalten

Ein kostenpflichtiger Xing-Account, ein digitales Zeitungs-Abo oder Onlineshopping auf Raten: „Alle im Internet geschlossenen Verträge gehen nach dem Tod auf den Erben über“, erklärt Anne Mahncke. Internetnutzer sollten konsequent eine Liste darüber führen, wann und wofür sie im Netz Geld ausgeben. So haben sie nicht nur laufende Kosten im Blick. Sie sorgen auch dafür, dass ihre Angehörigen im Ernstfall wissen, welche Zahlungen auf sie zukommen.

2. Ein „digitales Testament“ verfassen

Was soll nach dem Tod mit dem Facebook-Profil passieren, was mit den E-Mails im privaten Posteingang? Um Hinterbliebenen schwierige Entscheidungen zu ersparen, sollten Internetnutzer in einem Dokument festhalten, wie mit ihrem digitalen Nachlass umzugehen ist. Dabei sollten nicht nur Daten im Netz bedacht werden, sondern auch alles, was auf den persönlichen Geräten gespeichert ist.

3. Einen Verwalter bestimmen

Internetnutzer sollten sich frühzeitig darüber Gedanken machen, wer sich im Falle ihres Ablebens um ihr Erbe im Netz kümmern sollte. „Es ist auf jeden Fall sinnvoll, eine Vertrauensperson als Verwalter zu bestimmen. Man sollte aber bedenken, was man diesem Menschen dabei zumutet und genau erklären, worin seine Aufgabe besteht. Etwaige Grenzen sollten klar definiert werden: zum Beispiel, ob der Verwalter private E-Mails lesen darf oder sie direkt löschen soll“, so Mahncke.

4. Passwörter nicht herausgeben

Von Unternehmen, die anbieten, Passwörter zu speichern und im Ernstfall an die Hinterbliebenen weiterzugeben, raten Anne Mahncke sowie die deutsche Verbraucherzentrale ab. „Diese Firmen bewahren die privaten Zugangsdaten ihrer Kunden meist in einer Cloud auf. Dabei besteht immer ein Sicherheitsrisiko. Außerdem kann es passieren, dass so ein Unternehmen Konkurs geht. Was dann mit den Daten geschieht, ist nicht vorhersehbar“, so die Expertin. Mahncke rät generell dazu, Passwörter nicht an Dritte weiterzugeben. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, wichtige Zugangsdaten entweder verschlüsselt auf einem USB-Stick oder mit einem sogenannten Passwort-Manager auf dem Rechner zu sichern.

Die Idee zu Columba entstand, als CEO Oliver Eiler zwei Jahre nach dem Tod eines guten Freundes von einem bekannten deutschen Karrierenetzwerk an dessen Geburtstag erinnert wurde. Der Vertrag für den kostenpflichtigen Premium-Account wurde automatisch verlängert, ohne dass die damalige Lebensgefährtin das bemerkt hatte.

Bild: Dennis, CC BY-ND 2.0

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  1. Sehr einseitiger Artikel. Ich denke, dafür hat Columba Geld gezahlt! Ob jemand Passwörter digital sichert, ist ja wohl jedem selbst überlassen. Und es muss auch nicht heißen, dass es die einzige Möglichkeit ist, sich abzusichern. Bezahlte Artikel als Experten-Meinungen zu verkaufen, halte ich doch für sehr fragwürdig.

    Ihr meint es wäre kein Bezahlartikel? Dann fehlen die alternativen Angebote.

  2. Dafür, dass der Artikel erst knapp eine Woche alt ist, bin ich doch erstaunt, wie überholt er ist.
    Auf „digitale Nachlassverwalter“ würde ich nicht vertrauen. Diese Firmen kommen und verschwinden nach einigen Jahren wieder ohne großen Wirbel.

    Viel besser ist es, sich selbst darum zu kümmern. Alle großen Social Media Plattformen bieten inzwischen Funktionen mit denen man bestimmen kann, was mit dem Profil geschehen soll, wenn man das Zeitliche segnet.

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