Beam dich ins Büro! Telepräsenzroboter Beam von Awabot

(Bild: Übergizmo)

Beam von Awabot ist ein beweglicher Roboter mit Display auf Augenhöhe. Er kann ferngesteuert werden und zeigt auf einem Display die Person an, die den Roboter bewegt. Mittels Kamera und Mikrofon kann man auf diese Weise entfernte Orte erkunden oder sich unterhalten, ohne tatsächlich anwesend zu sein. Klingt ungewöhnlich, hat aber einen Nutzen.

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Steigende Down- und Uploadraten machen Videokonferenzen in immer mehr Regionen problemlos möglich – sowohl privat als auch betrieblich. Mittlerweile gibt es auch Möglichkeiten, dabei nicht nur von der Perspektive der Webcam des Chat-Partners abhängig zu sein, sondern sich eigenständig zu bewegen: Roboter.

Die meisten kennen einen solchen Roboter mit Videokamera und Display wahrscheinlich aus der us-amerikanischen TV-Serie The Big Bang Theory. Awabot zeigte einen solchen Roboter zuletzt auch während der IFA in Berlin.

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Beam + auf der IFA. (Bild: Übergizmo)

Beam existiert in zwei Varianten – Beam+ und Beam Pro. Die Pro-Version ist für den Einsatz in Unternehmen gedacht, Beam+ dagegen „für jeden“. Awabot launchte Letzteren erst am 4. September, weshalb wir auf der IFA in Berlin auf Tuchfühlung mit dem Roboter gingen. Bei einer Höhe von 1,35 Metern ist der Beam+ zwar noch nicht mal auf Augenhöhe – muss er aber wohl auch nicht.

An der Front sind zwei HDR-Kameras in den Beam+ integriert. Sie lösen 640 mal 480 Pixel auf. Das sorgt zwar nicht für scharfe Bilder, wird aber die Übertragung übers WLAN aufgrund geringerer Datenmengen sicherlich flüssiger machen. Mindestanforderung an das Netzwerk sind laut Awabot 500 Kbps im Up- sowie Download.

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Ein zweifacher Digitalzoom ist mit den Weitwinkelkameras ebenfalls möglich. Das Gesicht des fernen Chat-Partners wird auf einem LCD-Bildschirm mit 10 Zoll Diagonale angezeigt. Für die Audiowiedergabe sorgen 3 Front- sowie ein rückseitiger Lautsprecher.

Insgesamt misst der Roboter in der Breite 32 Zentimeter und 41,7 Zentimeter in der Tiefe. Sein Gewicht beträgt 17,7 Kilogramm und eine Akkuladung lässt die Telepräsenz für zwei Stunden laufen, oder besser gesagt: rollen.

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Der Beam an der Ladestation. (Bild: Übergizmo)

Geladen wird Beam+ über eine spezielle Dockingstation, die den Roboter automatisch lädt, wenn er gerade nicht in Betrieb ist. Dazu steuert man Beam+ in  die Nähe der Station. Laut Awabot erkennt der Roboter die Ladestation und fährt sodann selbständig in die richtige Position.

Wer nutzt solche Roboter eigentlich? Der französische Hersteller präsentiert online stolz Testimonials, die mit Beam arbeiten und tatsächlich ist der Nutzen nicht von der Hand zu weisen, wenn man beispielsweise krank im Bett liegt, aber unbedingt an anderer Stelle anwesend sein sollte oder möchte.

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Die Steuerung des Beam-Roboters. (Bild: Übergizmo)

Hinzu kommt die latente Hoffnung, wöchentliche Firmenflüge in ihrer Häufigkeit reduzieren zu können, da manche Firmenbesuche auch über einen Telepräsenzroboter wie Beam vonstatten gehen könnten. Selbstverständlich kann eine solche Erfahrung ein richtiges Meeting nicht gleichwertig ersetzen. In einigen Fällen könnte die pragmatische Lösung aber die effizienteste sein.

Die Person, die den Roboter steuert, muss zuhause (oder wo auch immer) eine Software mit Maus oder Tastatur bedienen und möglichst auch eine Kamera auf sich gerichtet haben. Die Bedienung per Maus gestaltete sich während unseres Hands-On auf der IFA übrigens etwas einfacher. Im Bild sieht man dann sich selbst (rechts unten) sowie die Live-Aufnahmen der Beam-Kameras, die am Kopf sowie dem Fußelement angebracht sind.

(Bild: Übergizmo)

(Bild: Übergizmo)

Vor allem in Unternehmen sieht Awabot ein Einsatzgebiet seiner Roboter – Beam Pro gab es schließlich schon vor Beam+. Hinsichtlich der Pro-Variante von Beam gibt Awabot in erster Linie die Industrie, Handel, Bildung, Wirtschaft und Gesundheitswesen als potentielle Profiteure der Beam-Roboter an. Auch für virtuelle Museumsbesuche oder dergleichen scheint das Gerät besonders geeignet. Wie man sich einen Einsatz im Unternehmen vorstellen kann, zeigt der Hersteller im folgenden Video:

Im Gegensatz zu Beam+ schafft der Akku eines Beam Pro acht Stunden – einen Arbeitstag ohne Überstunden also. Außerdem soll der Roboter nahtlos zwischen verschiedenen WLAN-Netzwerken wechseln können und versteht den Dualband-Standard 802.11 a/b/g/n. Die beiden Weitwinkelkameras ermöglichen ein Sichtfeld von 105 Grad und dreifachen Digitalzoom. Außerdem wird ein LCD-Screen mit 17 Zoll Bildschirmdiagonale und einem Seitenverhältnis von 4:3 verwendet.

Die Frontlautsprecher schaffen eine Lautstärke von 90 Dezibel und die Anti-Echo-Mikrofone kommen inklusive einer adaptiven Umgebungsgeräuschreduzierung. Beam Pro ist 1,58 Meter groß, 38 Zentimeter breit und 63,5 Zentimeter tief.

(Bild: Übergizmo)

(Bild: Übergizmo)

Die Aufnahmen, die von den Beam-Robotern übertragen werden, sind nach AES-256 und HMAC-SHA1 verschlüsselt. Trotz all der Indoor-Mobilität des Roboters, ein Handicap bleibt: Über Stufen, die höher als 1,5 Zentimeter sind, muss der Beam getragen werden. Oder die Firma leistet sich einen Aufzug.

Ein Beam+ kostet im Übrigen 2.990 Euro. Für einen Beam Pro muss das Unternehmen sogar rund 17.000 Euro flüssig machen. Die Frage, die sich zum Schluss wohl jeder stellt: Wieso saugen die Dinger eigentlich nicht gleich den Boden?

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