Star Wars – Der Widerstand im Test: Das böse Erwachen der Macht

(Screenshot: Übergizmo.de)

Nur noch drei Monate, bis Star Wars Episode VII: Das Erwachen der Macht in die Kinos kommt. Um die Wartezeit zu verkürzen hat Kabam das Free2Play-Smartphone-Rollenspiel Star Wars - Der Widerstand veröffentlicht. Nach mehreren Stunden Spielzeit regt sich der Widerstand viel mehr außerhalb des Bildschirms.

Startet man Star Wars – Der Widerstand (Uprising im englischen Sprachraum) zum ersten Mal, versprechen ein neugierig machender Ladebildschirm gefolgt vom klassischen Opening Star Wars-Stimmung pur. Der traditionsgemäß nach hinten wandernde Eröffnungstext offenbart, dass seit dem Tod von Darth Sidious nur wenige Monate vergangen sind und wir uns als Schmuggler den Rebellen anschließen, um dem Imperium, dass den Schwund seines Oberhauptes zu vertuschen sucht, eine Lektion zu erteilen. Klingt eigentlich nicht schlecht.

(Screenshot: Übergizmo.de) Star Wars - Der Widerstand

Von dieser Bar aus nehmt ihr neue Missionen an, sie sich immer gleich spielen.

Wir erstellen unseren Charakter anhand des Geschlechts, der Rasse und einigen marginalen Veränderungen der Gesichtszüge und wandern anschließend in der Vogelperspektive durch kurze Missionen, in denen wir ab und an Gegner erschießen und Türen öffnen. Das macht die ersten drei Missionen tatsächlich Spaß, doch schnell erhärtet sich der Eindruck, dass Star Wars – Der Widerstand nicht viel mehr zu bieten hat. Denn tatsächlich geht es in den Missionen primär darum, sich durch einen für ein Mobile Spiel grafisch zwar ansehnlichen, aber in Anbetracht des Leveldesigns völlig uninspirierten Schlauch zu bewegen. Dazwischen eliminiert ihr Gegner und drückt Schalter, um die genau daneben befindliche Tür zu öffnen. Gelegentlich trefft ihr am Ende einer solchen wenige Minuten dauernden Mission auf einen Boss, der vorher noch groß als solcher angekündigt wird und erschießt auch diesen.

Lies auch: Star Wars: Uprising – Mobile-Rollenspiel von den The Old Republic-Machern in Entwicklung

So öde wie Star Wars – Der Widerstand auch aufgebaut ist, muss man doch die gelungene Steuerung loben. Durch einen Druck auf die entsprechende Stelle bewegt sich euer Charakter auf diese zu. Berührt ihr einen Gegner, beginnt das Autofeuer. Durch einen Doppeltipp vollführt der Schmuggler in spe eine Rolle, deren Funktion aber eher ästhetischer Natur ist. Berührt ihr den Protagonisten und zieht den Finger von ihm Weg, entlädt er eine Geschosssalve in die entgegengesetzte Richtung. Darüber hinaus lassen sich diverse Fähigkeiten, die die Gegner beispielsweise verlangsamen, durch einen Druck gefolgt von einem Wisch nach oben freisetzen. Das funktioniert sehr präzise ist leider auch schon die größte, wenn nicht gar die einzige Stärke des Spiels.

Spielen um aufzurüsten – aufrüsten um zu spielen

Nach Abschluss einer Mission erhaltet ihr Credits, steigt in der Stufe auf und erhaltet aufgesammelte Belohnungen, die ihr hauptsächlich dafür benötigt, Waffen und Rüstungsteile aufzuwerten. Mit der Zeit schließen sich weitere Mitglieder eurer Truppe an, die im Hintergrund zur Erledigung von Aufträgen entsandt werden können. Nach 30 bis 60 Minuten erhaltet ihr die Belohnung ihrer Exkursion. Dabei möchte Kabam vor allem durch die Aufrüstungskomponente für Langzeitmotivation sorgen. Um am Ball zu bleiben erhaltet ihr übrigens in sehr kurzen Intervallen Push-Benachrichtigungen auf euer Smartphone oder Tablet, die sich leider nicht in den Spieleinstellungen abstellen lassen; und so geht dieser Schuss eher nach hinten los.

(Screenshot: Übergizmo.de) Star Wars - Der Widerstand

Für Geld lässt sich das sonst seltene Material Chromium kaufen.

Diese Aufrüstungsteile sind es auch, in denen das Free2Play-System zum Einsatz kommt. Bis zu 30 Euro könnt ihr für sogenanntes „Chromium“ ausgeben, welches in einem Glücksspiel für bessere Ausrüstung, Bonus-Pakete oder mehr Platz im Inventar investeiert werden darf.

„Star Wars“ ohne Star Wars

Da man sich aufgrund der witzlosen Dialoge unter den Charakteren schnell einsam fühlt, haben wir uns an den Online-Modus von Star Wars – Der Widerstand herangewagt, in dem wir uns mit anderen Spielern zu einem Kartell vereinigen können, um über die Vorherrschaft unterschiedlicher Sektoren zu kämpfen. Anschließend können wir uns mit unseren Kartell-Freunden wieder in Missionen stürzen und mit ihnen chatten. Das Konversationsniveau ist erschreckend niedrig, aber das tut nichts zur Sache.

So abwechslungsreich sich das vertextet vielleicht lesen mag, ist Star Wars – Der Widerstand leider absolut nicht. Ständig machen wir das gleiche, die Abläufe werden einfach nicht aufgelockert und bis auf einige Musikstücke und Soundeffekte will einfach nicht auch nur ein Hauch von Star Wars-Stimmung einkehren. Alles wirkt austauschbar und belanglos. Garniert wird das unrunde Paket von langen Ladezeiten sowie einigen Bugs und Designfehlern, wie ihr auf dem unteren Screenshot erkennen könnt.

Star Wars - Der Widerstand (Screenshot: Übergizmo.de)

Immer wieder treffen wir im Spiel auf Fehler wie diese (rechts oben im Text), was die Qualität des Titels ziemlich gut widerspiegelt.

Fazit: Die Macht macht mal Pause

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Die-Hard-Fans können sich Star Wars – Der Widerstand kostenlos aus dem Appstore ihres Vertrauens laden und sich selbst einen Eindruck verschaffen. Vielleicht blenden sie die raren Star Wars-typischen Elemente über die nicht zu vertuschenden Defizite des Rollenspiels hinweg. Leider wird dieses Mobile-Spiel seinem großen Namen nicht gerecht. Keine Abwechslung, Designfehler und ein austauschbares Setting zeigen, dass selbst die Macht ein böses Erwachen haben kann.

plusGelungene Steuerung

plusHübsche Grafik für ein Mobile-Spiel

minusUninspiriertes Leveldesign

minusKeine Abwechslung

minusKeine Star Wars-Atmosphäre

minusTechnische Mängel

minusLästige Push-Benachrichtigungen

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  1. Zwar kann man bei einem Gratisspiel kein voll ausgereiftes System verlangen. Aber wenn es so wie hier das „Freemium-Modell“ ausnutzt und Special-Items bis zu 30 Euro kosten, dann kann man echt mehr erwarten. Interessanter Test.

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