Apple greift mit neuen Datenschutz-Informationen die Konkurrenz an

Apple-Event September 2015 (Screenshot: übergizmo.de)

Bei Apple hat man die Datenschutz-Informationsseiten aktualisiert. Passenderweise geht man gleich in den Angriff und stichelt gegen die Konkurrenz von Google.

Allgemein will Apple mit seinen Informationen rund um den Datenschutz seine Anwender aufklären. Hier finden sich also die FAQ zum Thema „was macht Apple mit meinen Daten“. In einer aktuellen Fassung dieser Informationsseiten hat es sich Cupertino aber nicht nehmen lassen einmal kräftig Seitenhiebe gegen die Konkurrenz auszuteilen.

Apple Maps alias „Karten“

Und solche Seitenhiebe finden sich dann beispielsweise bei Apple Maps. Hier weiß Apple zwar, dass man funktional noch immer hinter Google Maps liegt, doch in punkto Datenschutz wäre man schon jetzt besser positioniert: „Manche Unternehmen versuchen, ein Profil von dir zu erstellen, anhand aller Orte, an denen du warst. Sie tun das für Werbezwecke. Da wir nicht von Werbung abhängig sind, haben wir kein Interesse daran.“

Vielmehr anonymisiere Apple die Userdaten bewusst, heißt es weiter: „Du musst dich bei ‚Karten‘ nicht anmelden, die App erkennt dich nur über eine zufällige ID, die bei der Nutzung der App regelmäßig zurückgesetzt wird.“ Ähnliches steht über die Suchfunktion Spotlight zu lesen: „Außerdem wird deine Privatsphäre durch die Verwendung einer anonymen ID geschützt, die sich alle 15 Minuten ändert.“

Und was passiert bei Spotlight?

Im Absatz zu Spotlight findet sich auch ein weiterer Angriff auf die ungenannt bleibenden Konkurrenten: „Im Gegensatz zu anderen nutzen wir keine permanente persönliche Identifikation, die deine Suchen mit dir verknüpft und anhand deines Suchverlaufs ein Profil von dir erstellt. Außerdem schränken wir auch unsere Partner ein, damit sie von dir oder deinem Gerät kein Langzeitprofil mit identifizierbaren Suchaktivitäten erstellen können.“

Dann haben wir noch iMessage

iMessage

Bei iMessage nimmt Apple zudem offenkundig Bezug auf Versuche von (besonders amerikanischen) Behörden, an Daten von Internetkonzernen zu kommen: „Selbst auf Anordnung einer Behörde hin könnten wir dich nicht abhören.“ Und über iCloud heißt es: „Es gibt Unternehmen, die deine Mails nach persönlichen Informationen durchsuchen, um dir personalisierte Werbung zu zeigen. Wir tun das nicht.“ Kurz darauf heißt es: „Wir wissen, je persönlicher ein Gerät für dich wird, desto wichtiger ist es, die Daten darauf zu schützen.“

Angst vor der androiden Konkurrenz?

Diese Selbstdarstellung erinnert freilich an jüngste Aussagen von Apple-CEO Tim Cook gegenüber TechCrunch. Er sagte im Juni: „Ich spreche hier zu Ihnen aus dem Silicon Valley, wo einige der bekanntesten und erfolgreichsten Unternehmen ihr Geschäft darauf aufgebaut haben, ihre Kunden hinsichtlich ihrer persönlichen Daten einzulullen. Sie sammeln alles über sie, was sie kriegen können, und versuchen, damit Geld zu verdienen. Wir glauben, dass das falsch ist. Und das ist nicht die Art Firma, die Apple sein will.“

Die Aktualisierung erfolgte offenbar im Gefolge der Veröffentlichung von iOS 9 sowie im Hinblick auf das anstehende Mac-OS-Update El Capitan. Der aggressive Ton legt allerdings nahe, dass Apple angesichts der Marktanteile von Android sowie des anhaltenden Wachstums von Facebook zumindest beunruhigt ist – auch wenn es selbst mit seiner Hochpreis-Strategie weiter enorme Profite macht und etwa die neuen iPhone-Modelle 6S sowie 6S Plus trotz Preisaufschlag gegenüber den Vorgängern am Erstverkaufswochenende einen neuen Rekord setzten.

Tags :Via:Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de

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