Test: Samsung Galaxy S6 Edge Plus – Der Teufel steckt im Detail

Samsung Galaxy S6 Edge Plus (Bild: Übergizmo)

Kein Galaxy Note 5 für Europa! Was im ersten Moment vielleicht schockierend klingt, ist im Grunde nur konsequent. Statt des Note 5 kommt dafür das Samsung Galaxy S6 Edge Plus zu uns. Ohnehin die bessere Wahl? Wir haben das S6 Edge Plus im Test.

Samsung Galaxy S6 Edge Plus - Die besten Bilder

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Statt des Note 5 bringt Samsung das S6 Edge Plus in Deutschland auf dem Markt. Wie der Name bereits andeutet, ist das S6 Edge Plus eine aufgebohrte Version des von der Presse gefeierten Samsung Galaxy S6 Edge.

Auffälligster Unterschied: Das S6 Edge Plus ist deutlich größer geworden. Weitere Unterschiede finden sich eher im Detail, weshalb es sich lohnt, unseren ausführlichen Test zum Samsung Galaxy S6 Edge zu lesen. Auch die Unterschiede zum Note 5 sind abgesehen von den abgerundeten Displayrändern und dem fehlenden Stylus eher gering.

Samsung Galaxy S6 Edge Plus (Bild: Übergizmo)

Warum Samsung die Note-Reihe in Europe streicht, scheint klar, konkurrierten doch bisher die S-Reihe und die Note-Reihe miteinander. So spart man sich Werbebudget und verwirrt den Kunden nicht länger. Von nun an gibt es nur eine Flaggschiffmodellgruppe und das ist die Galaxy S-Reihe. Den Stylus wird laut Samsung abgesehen von wenigen Ausnahmen niemand in Deutschland wirklich vermissen.

S6 Edge Plus – Optik und Verarbeitung

Optisch macht das S6 Edge Plus wie schon sein kleiner Bruder einen hervorragenden Eindruck. Der matte Metallrahmen fühlt sich wertig an, die an den Seiten abgerundete Glasfront passt hervorragend zum Glasrücken. Der typische Samsung Home-Button steht leicht aus dem Gehäuse hervor.

Der On- / Off-Button befindet sich gut erreichbar auf der rechten Seite, die Lautstärke-Knöpfe an der linken Seite. Spaltmaße finden sich erwartungsgemäß keine. Aber das kann man bei einem Flaggschiff Gerät auch erwarten. Die Kamera hebt sich wieder ein paar Millimeter vom Gehäuse ab.

Insgesamt sind kaum Unterschiede zum S6 Edge zu sehen, nur die Maße sind mit 154,4 x 75,8 x 6,9 Millimeter deutlich gewachsen. Auch wiegt das S6 Edge Plus nun 153 Gramm, der Vorgänger dagegen 132 Gramm. Ich persönlich finde die Größe des S6 Edge Plus perfekt, war mir das S6 Edge doch immer etwas zu klein. Aber das ist Geschmackssache.

Unser Testvideo zum kleinen Samsung Galaxy S6 (Edge)

Die außergewöhnliche und ungemein schicke Form des S6 Edge Plus hat allerdings auch seine Nachteile. So ist das S6 Edge Plus nicht wasserdicht, der Akku kann nicht gewechselt werden und auch ein microSD-Kartenslot hatte wohl keinen Platz mehr. Der letzte Punkt ist besonders schade, weil sich das S6 Edge Plus dank seiner Größe hervorragend für den Multimediakonsum eignet. Achja, einen microUSB Typ-C Anschluss hätte ich mir bei einem Flaggschiffmodell von Samsung auch gewünscht.

Display

Das 5,7 Zoll Display löst mit 2.560 mal 1.440 Pixel auf und kommt damit auf eine Pixeldichte von 515 ppi. Bei einer derart hohen Auflösung stört auch das Pentile-Matrix-Problem des AMOLEDs nicht. Wie bei AMOLEDs üblich, sind die Farben satt, die Schwarzwerte überragend und die Blickwinkel stabil. Ob man allerdings die etwas übertrieben und damit nicht besonders echt wirkenden Farben mag, ist Geschmackssache.

Um dem entgegen zu wirken kann man im S6 Edge Plus den Bildschirmmodus zwischen „Anpassungsfähige Anzeige“ (voreingestellt), „AMOLED-Kino“, „AMOLED-Foto“ und „Einfach“ wechseln. Gerade der Modus „Einfach“ zaubert ein erstaunlich farbtreues Bild auf das Display. Allein mit dieser kleinen Option sollte das Display des S6 Edge Plus wohl so ziemlich jeden glücklich machen.

Samsung Galaxy S6 Edge Plus (Bild: Übergizmo)

Kommt dazu, dass das Display des S6 Edge Plus auf Wunsch sehr hell, aber auch sehr dunkel eingestellt werden kann. Auch wirkt es sehr direkt, als würde es unmittelbar mit der Kunststoffabdeckung beginnen. Damit einher geht eine hervorragende Blickwinkelstabilität.

Die vom S6 Edge bekannten abgerundeten Seiten finden sich auch beim S6 Edge Plus wieder. Sie werden zwar Software-seitig weniger sinnvoll genutzt, als von vielen erhofft, sehen jedoch ohne Frage extravagant aus. Kein Konkurrent hat derzeit eine vergleichbare Display-Technik. Insgesamt ist das Display des S6 Edge Plus eines der besten Displays auf dem Markt, wenn nicht sogar das Beste.

Samsung Galaxy S6 Edge Plus (Bild: Übergizmo)

Hardware

Hier hat sich wenig getan. Wie schon bei den kleineren S6 Modellen kommt der 2,1 GHz Exynos 7420 Prozessor zum Einsatz, unterstützt von einer Mali T760 MP8 Grafikeinheit. Allerdings spendiert Samsung dem S6 Edge Plus nun 4 GByte RAM, bei den kleineren Modellen waren es 3 GByte RAM.

In den Benchmarks liegen alle drei S6-Modelle ziemlich gleichauf und damit deutlich über den Ergebnissen der Konkurrenz. Derzeit gibt es keine Anwendung und kein Spiel, welches das S6 Edge Plus in die Knie zwingen könnte.

Bei der Speicherausstattung leistet sich Samsung einen ganz fiesen Faux-Pas. So wird es keine Version mit 128 GByte geben. Kommt noch hinzu, dass man in Deutschland offiziell noch nicht einmal die Version mit 64 GByte Speicher kaufen kann. Was bleibt, ist die 32 GByte Version – ohne microSD-Kartenslot zum Aufrüsten der Speicherkapazität. Ich kann Samsungs Strategie in diesen Punkt nicht nachvollziehen, 32 GByte (von denen nur 24 GByte nutzbar sind) sind für ein Multimediamonster wie dem S6 Edge Plus viel zu wenig. Ich bin mir sicher, dieser Punkt wird für viele, die mit einem Kauf des S6 Edge Plus liebäugeln, zum K.O.-Kriterium. Natürlich gibt es die (empfehlenswerte) Möglichkeit, über inoffizielle Kanäle die 64 GByte Version zu ordern.

Samsung Galaxy S6 Edge Plus (Bild: Übergizmo)

Software

Ein paar Neuerungen im Vergleich zu den anderen S6-Modellen gibt es bei der Software, auch wenn diese wohl nicht lange S6 Edge Plus exklusiv bleiben werden. So lassen sich über die Quick-Access-Funktion nun neben Kontakten auch Apps bereitstellen. Ob das dann allerdings den großen Mehrwert bringt bleibt abzuwarten. Ansonsten gehen wir hier nicht weiter auf die Software-Features ein, da sie praktisch 1:1 in unserem ausführlichen Test des S6 und S6 Edge nachgelesen werden können.

Samsung Galaxy S6 Edge Plus (Bild: Übergizmo)

Sound

Dank einer UHQA (Ultra High Quality Audio) getauften Funktion soll sich der Sound deutlich verbessert haben. Auch die Bluetooth-Verbindung soll mit dem UHQ-BT-Standard besser klingen. Egal ob ein oder ausgeschaltet, wir hörten beim Test mit den beigelegten Kopfhörern keinen Unterschied.

Samsung Galaxy S6 Edge Plus (Bild: Übergizmo)

Überhaupt klang der Sound über das schicke Samsung-Headset eher mau. Auch der integrierte Lautsprecher weiß nicht vollkommen zu überzeugen. Er ist laut, kann aber mit Konkurrenzprodukten, die Stereo-Frontlautsprecher verbauen, nicht mithalten.

Kamera

Die Kamera hat sich Hardware-seitig nicht verändert. Immer noch knipst sie mit 16 Megapixeln, einer f1.9 Linse und einem optischen Bildstabilisator. Damit liefert sie vor allem bei gutem Licht überragende Smartphone-Bilder mit hoher Schärfe und wenig Bildrauschen. Auch bei schlechteren Lichtverhältnissen liefert sie dank des OIS noch ordentliche Bilder. Mehr Details zur Bildqualität findet ihr im Test des Samsung Galaxy S6 (Edge).

Neu hinzugekommen sind neben Pro-Modus, Farbfiltern, Zeitlupen- und Zeitrafferfunktionen die Videocollage- und ein Live-Broadcast-Feature. Mit Videocollage lassen sich vier Videos á sechs Sekunden aufnehmen. Diese werden dann automatisch so zusammengefügt, dass sie gleichzeitig in den vier Ecken des Smartphones abgespielt werden. Mit Live-Broadcast kann man – wer hätte es gedacht – Videos live auf Youtube senden.

Samsung Galaxy S6 Edge Plus (Bild: Übergizmo)

Akku

Das S6 Edge Plus kommt mit einem 3.000 mAh Akku. Damit legt Samsung hier im Vergleich zum S6 Edge mit seinem 2.600 mAh Akku nochmal ein wenig drauf. Obwohl mit dem größeren Display auch ein höherer Akkuverbrauch zu erwarten ist, hält das S6 Edge Plus im Alltagsgebrauch länger durch als sein kleiner Bruder. Beim kleinen S6 Edge bemängelten viele dessen durchschnittliche Akkulaufzeit. Dieser Kritikpunkt dürfte beim Plus-Modell wegfallen.

Außerdem verbaut Samsung ihre neue proprietäre kabellose Akkuladetechnik, die das Gerät 27 Prozent schneller aufladen soll als mit der Qi-Technik, die ebenfalls funktioniert.

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Fazit:

Ach Samsung, es hätte alles so perfekt sein können. Euer Samsung Galaxy S6 Edge begeisterte mich, nur etwas größer hätte ich es mir gewünscht. Es erhielt damals von mir zu Recht 5 von 5 Sternen. Warum erhält dann das Samsung Galaxy S6 Edge Plus nur 4,5, obwohl es doch eigentlich nur ein etwas größeres S6 Edge ist? Ganz einfach: Samsung packt beim S6 Edge Plus den Teufel ins Detail.

Der krasseste Fail: Es gibt in Deutschland vorerst nur eine 32 GByte Version, von denen 24 GByte zur Verfügung stehen. Speichererweiterung? Fehlanzeige. Das ist für ein Multimedia-Ungetüm wie dem S6 Edge Plus viel zu wenig. Schon 2 Minuten 4K-Videoaufnahme belegen über 1 GByte. Dazu kostet diese Version UVP 849 Euro. Eine Version ohne gebogenes Display für 100 Euro weniger wie bei den kleinen Brüdern gibt es nicht.

Aufgrund dieser Punkte würde ich mir eher das S6 (Edge) kaufen, sie sind mir beim Plus mindestens einen halben Stern Abzug wert. Der Rest am S6 Edge Plus ist Spitzenklasse. Phänomenales Display, verbesserter Akku, irre schneller Prozessor mit 4 GByte RAM, perfekte Verarbeitung. Wenn nur diese Speicherproblematik nicht wäre…

Pro / Con

plusPhänomenales Display

plusVerbesserter Akku

plusIrre schneller Prozessor mit 4 GByte RAM

plusPerfekte Verarbeitung

plusSehr gute Kamera

minusNicht erweiterbarer 32 GByte Flash-Speicher

minusSehr teuer

minusFest verbauter Akku, kein USB Typ-C, hervorstehende Kamera

 

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  1. Hay es gibt doch ne suchfunktion bei samsung galaxy s6 edge im Menü und mann kann die app noch alphabetisch sortieren lassen aber erst nachdem man ein update gemacht hat

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