Marius Müller-Westernhagen wirft Streaming-Plattformen Beschiss vor

(Bild: Siebbi/CC BY 3.0)

Der Musiker Marius Müller-Westernhagen hat im Nachrichtenmagazin Focus das Musik-Streaming generell kritisiert und findet, dass Künstler durch die Geschäftsmodelle der Streaming-Industrie nach eigenen Worten 'beschissen' werden. Bei den Künstlern lande zu wenig Geld.

Die Musiker werden durch das Streaming-Preismodell nach Ansicht von Marius Müller-Westernhagen betrogen. Er sei sehr skeptisch, sagte der 66-Jährige den Focus in einem Interview. Das Geld würde nicht beim Musiker landen – und die Verkaufszahlen der Platten generell seien massiv zurück gegangen: Das mag aber nicht nur am Streaming liegen.

„Weil ich der Meinung bin, dass durch diese Streamerei alle Künstler wahnsinnig beschissen werden. Denn das Geld landet am Ende sicher nicht beim Musiker. Vielleicht sollten alle erfolgreichen etablierten Künstler weltweit mal sagen: Okay, dann machen wir halt keine Platten mehr, wenn die Bedingungen sich nicht ändern. Das hätte sicher eine Wirkung.“

Nach Ansicht von Müller-Westernhagen sind die Verkaufszahlen extrem rückläufig. Heute würde nur noch 10 Prozent von dem verkauft, was man früher verkauft habe, meint der Künstler. „Das Problem ist, dass du als Künstler natürlich auch Geld brauchst. Allein schon, um in deiner Arbeit die Qualität erreichen zu können, die du erreichen willst. Und da heute anscheinend alle der Meinung sind, Musik gibt es umsonst im Netz, findet das Geldverdienen eben auf der Bühne statt“, so der Sänger und Komponist gegenüber dem Focus.

Marius Müller-Westernhagen kritisiert außerdem die extreme Industrie-hörigkeit der Musikverlage. Man müsse eine Single 3:30 Minuten lang machen, sonst würde sie nicht angenommen und Musik mit Gitarren-Solos würden im Radio schlicht nicht gespielt. Das sei nicht nur bei der Musik so, auch im Kino gebe es solche Vorgaben und Normierungen. „Wir haben uns damit ein Publikum erzogen, das weder emotional noch intellektuell ge­fordert werden will.“

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