Test: i-Que – Der nicht wirklich smarte Roboter für Kinder

i-Que (Bild: Übergizmo)

Der „i-Que Intelligent Robot“ von Genesis ist da. Er soll sprechen, laufen, Fragen beantworten und interaktiv mit dem Kind spielen können. Genesis empfiehlt den Roboter für Jungen ab fünf Jahren und liegt preislich bei knapp 105 Euro. Lohnt sich die Investition in den kleiner Roboterfreund?

I-Que Intelligent Robot - Die besten Bilder

Bild 1 von 14

I-Que

Neben den klassischen Kuscheltieren drängt immer mehr Technik ins Kinderzimmer. Alles bewegt sich, macht Geräusche und ist mit Smartphones und Tablets steuerbar. Weinende und schreiende Babypuppen für Mädchen und ferngesteuerte Autos für Jungs sind überall zu kaufen.

Und nun also ein kleiner Roboter, der mit Kindern sprechen soll, ermöglicht durch Spracherkennungstechnik, die viele täglich im Smartphone und Tablet nutzen. Das birgt Gefahren. Mit dem Herunterladen der App stimmt der Käufer rechtskräftig zu, dass personenbezogene Daten erhoben, verarbeitet, genutzt und gesichert werden. Ist der i-Que quasi eine Wanze im Kinderzimmer?

i-Que (Bild: Übergizmo)

Design und Verarbeitung

Der i-Que guckt einen mit seinem großen roten Auge direkt aus der transparenten Verpackung an. Er ist ungefähr 30 Zentimeter groß und wirkt beim Herausnehmen zerbrechlich. Der Körper aus Hartplastik wackelt und offenbart hier und da Verarbeitungsmängel in Form von deutlichen Spaltmaßen. Die beweglichen Gelenke an Armen, Händen, Rumpf und Beinen knacken laut.

i-Que (Bild: Übergizmo)

 

Unter den Füßen des Roboters befinden sich zwei kleine Rollen, die zur Fortbewegung dienen. Um vier nicht mitgelieferte AA-Batterien dort einsetzen zu können, muss die Batterieabdeckung mit zwei kleinen Schrauben geöffnet werden. Dies ist kindersicher und verhindert das Kleinteile verschluckt werden können.

i-Que (Bild: Übergizmo)

Der Kopf mit dem runden roten LED-Licht und den kreisförmig darum liegenden blauen LEDs erinnert an eine Webcam. Links darunter befindet sich das Mikrofon, auf dem Kopf unter der beweglichen Abdeckung der Lautsprecher.

An der Rückseite des Roboters befinden sich vier Knöpfe. Mit dem FX-Knopf starten Funktionen, die drei Schiebeknöpfe dienen zur Spracheinstellung, Empfindlichkeit des Mikrofones und zum Ein- sowie Ausschalten.

i-Que (Bild: Übergizmo)

 

App

Die App i-Que DE kann kostenlos im App Store oder bei Google Play herunterladen werden. Sie verbindet Smartphone oder Tablet via Bluetooth mit dem i-Que und bringt ihn damit ins Internet. Um eine kindersichere Internetnutzung zu gewährleisten, integriert Genesis in die App einen SafeSearch-Filter und eine Liste mit blockierten Wörtern.

Beim Öffnen aktiviert die App automatisch Tastentöne, den Benachrichtigungston und Klingelton. Der i-Que gibt  bei jeder eingehenden SMS oder E-Mail den Ton verstärkt über den Lautsprecher wieder. Das nervt und unterbricht den Spielspaß.

i-Que (Bild: Übergizmo)
Die App ist  simpel. Für kleine Kinder steht eine Videoanleitung zur Verfügung, danach können sie sich an den Symbolen orientieren.

Die 3D-Animation des i-Que auf der linken Seite peppt die App optisch auf und verstärkt den Eindruck eines mechanischen Roboters. Eine echte Funktion hat sie nicht.

Unter der Animation wird angezeigt, ob eine Bluetooth- und Internetverbindung besteht. Hier befinden sich auch ein Hilfstool und die Aktivierung des Signallichtes. Das Signallicht ist die runde, rote LED in der Mitte des Kopfes. Die Spracherkennung des i-Que funktioniert nur, wenn die LED leuchtet.

Im Menü kann gewählt werden, ob i-Que als Alien-, Monster- oder Fiesling sprechen soll. Beim Beenden der App wird zwar die Bluetooth-Verbindung mit dem i-Que getrennt, das Bluetooth des Smartphones bleibt aber weiter aktiviert, genau wie die Toneinstellungen.

i-Que (Bild: Übergizmo)

Auf der rechten Seite der App können Quizfragen beantwortet oder Gedächtnisübungen absolviert werden. Der Roboter lässt sich bewegen oder er erzählt einen Witz oder eine Geschichte. Leider ist das oft schwer verständlich, da der i-Que aus unerfindlichen Gründen in unterschiedlichen Lautstärken spricht. Gerade die leisen Töne sind wegen des wirklich lauten Motorengeräuschs nicht zu verstehen.

Auch wenn sich i-Que Mühe gibt, ein Günther Jauch wird aus ihm nicht mehr. Dafür liest er die Quizfrage mit den vier Antwortmöglichkeiten viel zu langsam vor. Schon das Zuhören gerät so zur Qual. Es kommt noch hinzu, dass bereits zu Beginn der Frage alle Antwortmöglichkeiten auf dem Smartphone gezeigt werden.

i-Que (Bild: Übergizmo)

Funktionen

Der i-Que soll interaktive Kommunikation bieten, mit Licht- und Soundeffekten punkten und coole Roboter-Moves aufs Parkett legen. Die Funktionen des i-Ques beginnen mit dem FX-Knopf und werden durch die App ergänzt.

Drückt ein Kind einmal den FX-Knopf, folgen Soundeffekte und die LEDs leuchten. Hält man den FX-Knopf drei Sekunden lang gedrückt, soll der Roboter sich bewegen. Der i-Que bewegt sich unbeholfen und statisch – „coole Moves“ sehen anders aus. Er ruckelt ein bisschen nach vorne und dreht sich schwerfällig zur Seite. Auch wenn die Bewegungen durch die App gesteuert werden, ist nicht wirklich erkennbar, ob er vorwärts oder seitwärts läuft.

i-Que (Bild: Übergizmo)

 

Bei seinen Bewegungen zischt der Motor sehr laut. Dies sorgt dafür, dass man ihn kaum versteht, wenn er redet. Hier liegt das größte Problem des i-Ques. Seine interaktive Kommunikation soll ihn besonders machen. Aber wenn er kaum verständlich in unterschiedlichen Lautstärken spricht, ist Kommunikation nicht möglich.

Auch auf Gesagtes reagiert er nicht immer richtig. Ein Beispiel dafür: Der i-Que fragt, ob er einen Raketenangriff starten soll. Ich sage „Nein“ und er erwidert, dass der Raketenangriff gestartet wird. Zudem hört der i-Que nur zu, wenn sein rotes „Auge“ leuchtet. Dreht er sich aber beim Stellen einer Frage  weg, ist das Signallicht nicht zu erkennen.

i-Que (Bild: Übergizmo)

 

Fazit

Der i-Que von Genesis hat mich enttäuscht. Der Preis ist, für die Licht- und Soundeffekte, sowie die eher mäßige Kommunikation, zu hoch. Auch die Beschaffenheit und Verarbeitung des Roboters wirkt zu zerbrechlich für tapsige Kinderhände. Auch ist es frustrierend, keine korrekten Antworten vom i-Que zu bekommen – wenn man ihn denn überhaupt versteht. Ich empfehle, dass i-Que bei Google Now, Siri und Cortana in die Schule geht und nächstes Jahr nochmal angreift. In der Form gibt es für den i-Que keine Kaufempfehlung. Liebe Eltern, kauft besser ein Kuscheltier und werdet selbst aktiv, um mit den Kleinen zu kommunizieren.

ueberrank_big_300dpi-10

Pro / Con

plusSafeSearch-Filter

plusListe mit blockierten Wörtern

plusSichere Batterieabdeckung

minusKeine interaktive Kommunikation

minusSchlechtes Verstehen der Sprache

minusTeure Anschaffung

minusZu lauter Motor

minusÄnderung der Toneinstellungen am Smartphone/ Tablet

 

 

 

 

Tags :

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising