Test: UE Roll – Praktischer Bluetooth-Lautsprecher mit Koala-Griff

(Bild: Übergizmo.de)

Mit dem UE Roll hat Ultimate Ears seit Juni einen neuen Bluetooth-Lautsprecher in seinen Reihen. Er ist kompakter und günstiger als der UE Boom oder Megaboom, soll aber trotz seinen handlicheren Maßen leistungsstark sein und jeden Ort mit Musik erfüllen. Wir haben den UE Roll getestet und verraten, ob er sein Versprechen hält.

Test: UE Roll - Die besten Bilder

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UE Roll

Wir hatten den UE Roll auf einem Road-Trip entlang der australischen Ostküste im Gepäck. Er musste sich beim Herumreisen mit dem Campervan, Backpacking, Grillabenden oder Strandbesuchen beweisen.

UE Roll: M&M mit praktischem Koala-Griff

Das erste was uns an dem UE Roll aufgefallen ist, ist dass er eigentlich kaum auffällt – im Gepäck. Der wie ein M&M geformte Bluetooth-Lautsprecher hat nämlich nur einen Durchmesser von 135 Millimetern, eine Höhe von 40 Millimetern und ein Gewicht von 330 Gramm.  Der UE Boom 2 oder UE Megaboom bringen hier mit 548 beziehungsweise 877 Gramm schon ein gutes Stück mehr auf die Waage und sind auch deutlich sperriger. Bei einem vierwöchigen Trip samt Tauchausrüstung im Gepäck zählt nicht selten jeder Quadratzentimeter und jedes Gramm.

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Mit seiner ungewöhnlichen, aber stylischen Form ist die UE Roll wie schon seine Kollegen definitiv ein Hingucker.  Die Oberseite ist wie bei der Megaboom mit einem rauen, leicht perforierten Stoff überzogen, der eine sehr angenehme Haptik bietet. Die Rückseite ist aus einer Art Gummi, der sich ebenfalls hochwertig anfühlt. Die Besonderheit der UR Roll ist ein Bungee-Seil auf der Rückseite, mit dem sich der Bluetooth-Lautsprecher wie ein australischer Koalabär überall festkrallen lässt.

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Das hat sich auf unserem Roadtrip als äußerst praktisch und als das Highlight des Roll erwiesen. Dadurch kann man ihn beim Wandern unkompliziert am Rucksack befestigen oder für besseren Sound in erhöhter Position im Campervan (wenn dieser nur ein popliges Radio hat) sowie am Strand an der Wagendecke beziehungsweise einem Sonnenschirm aufhängen.  Natürlich ließen sich andere Bluetooth-Lautsprecher mit entsprechenden Hilfsmitteln auch irgendwo befestigen, aber das ist dann schon wieder mit Aufwand verbunden.

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Einfache Einrichtung

Bevor wir den UE Roll das erste Mal genutzt haben, steckten wie ihn erst einmal an die Steckdose. Geladen wird der Lautsprecher via microUSB. Der Port dafür befindet sich unter einer Abdeckung auf der Rückseite. Ein gut 60 Zentimeter langes Kabel liefert der Hersteller mit. Das Netzteil ist ja sowieso vom Smartphone vorhanden. Alternativ kann man unterwegs natürlich auch ein Akkupack verwenden oder fürs Auto ein Ladegerät wie den Tizi Turboloader, der uns gute Dienste geleistet hat. Das Einstecken des Kabels in den microUSB-Port erscheint beim ersten Mal vielleicht als etwas fummelig, geht mit etwas Übung aber schließlich doch leicht von der Hand. Das Laden dauerte bei uns während dem Betrieb gut 120 Minuten. Ist die Box ausgeschaltet geht es etwas schneller. Der Hersteller spricht allerdings von 5,5 Stunden. Das liegt wohl am verwendeten Netzteil. Unseres lieferte 2,4 Ampere, was deutlich höher ist als die Standard-Netzteile eines Smartphones.

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Eingeschaltet wird die UE Roll über eine Button (eher eine Mulde) auf der Rückseite. Ein kleines LED-Licht leuchtet, wenn die Box aktiviert ist. Außerdem macht sie stets einen Sound beim Ein- und Ausschalten. Allerdings ist der Druckpunkt des Power-Buttons unterirdisch. Ich musste häufig mehrfach fest in die Mulde drücken, bis der Bluetooth-Lautsprecher entsprechend reagiert hat. Das ist doch etwas nervig. Alternativ kann man die UE Roll aber zum Glück auch über die App einschalten, zu der ich später noch mehr erzähle. Zum Akkusparen schaltet sich die UE Roll übrigens nach 15 Minuten Inaktivität automatisch wieder aus.

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Die Verbindung mit dem Smartphone klappte dann aber ohne Probleme, auch wenn es kein NFC für ein schnelleres Koppeln gibt. Über die Einstellungen des Android-Smartphones wurde die Box sofort gefunden und eine Verbindung hergestellt. Es können bis zu zwei Mobilgeräte gleichzeitig mit der UE Roll verbunden werden. Dazu drückt man etwas länger auf den Bluetooth-Button, der direkt unter der Power-Taste auf der Rückseite sitzt, bis ein Ton zu hören ist. Danach konnten wir auch ein zweites Smartphone mit dem Lautsprecher verbinden und anschließend von beiden Geräten aus Musik auswählen.

Sound lässt sich nicht nur via Bluetooth per Smartphone oder Tablet auf den Lautsprecher übertragen, sondern auch über eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse, an die ihr beispielsweise einen MP3-Player anschließen könnt. Bei uns kam allerdings nur das Mobiltelefon zum Einsatz. Musik lässt sich wie üblich aus allen möglichen Quellen abspielen, egal ob Spotify, Google Music oder Youtube.

Überzeugende Soundqualität

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Nun aber zum wichtigsten Punkt: dem Sound. Der UE Roll ist mit einem 5,1-Zentimeter-2”-Lautsprecher und zwei 1,9-Zentimeter-¾”-Hochtönern ausgestattet. Ultimate Ears gibt als maximalen Schalldruckpegel 85 dBA an. Der Frequenzbereich soll zwischen 108 Hz und 20 kHz liegen.

Der Sound ist für eine derart kleine Box erstaunlich gut. Natürlich kommt er nicht an ganz die größeren und teureren Boxen von UE oder eine JBL Xtreme (hier unser IFA-Hands-On) heran, für unterwegs ist er aber mehr als ordentlich. Auch die Lautstärke reicht vollkommen aus, um einen Campervan während der Fahrt, ein kleineres 4-Bett-Zimmer oder eine Gruppe von Personen zu beschallen, die beim Grillen um einen größeren Tisch sitzt. Auf maximaler Einstellung ist Box sogar so laut, dass man sich in unmittelbar Nähe nur noch mit erhobener Stimme verständigen kann.

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Allerdings leidet die Soundqualität auf der höchsten Einstellungen. Sie ist aber nicht so schlecht, dass man die Musik nicht mehr ertragen würde, ich finde es sogar noch ganz gut. Da habe ich schon deutlich schlechteres gehört. Wir hatten die UE Roll während der Fahrt auch des Öfteren auf volle Lautstärke aufgedreht. Reduziert man sie etwas, ist die Box aber immer noch laut genug und klingt besser. Außerdem spart dies Akku.

Praktische Bedienung per App

Zum Regeln er Lautstärke drückt man einfach auf der Oberseite der Box auf das gestickte Plus- beziehungsweise Minus-Symbol. Die Knöpfe bieten ein deutlich besseres Feedback als der Power-Button und lassen sich einwandfrei drücken. Alternativ lässt sich die Lautstärke auch über die UE-Roll-App steuern.

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Nette Extra-Features

Die Anwendung hält auch noch einen Equalizer bereit, mit dem sich noch etwas mehr aus der Roll herausholen lässt. Einen noch besseren Sound kann man zudem erzeugen, in dem man eine zweite UE Roll oder einen anderen UE-Bluetooth-Lautsprecher mit der Box verbindet. Das klappt entweder über die App oder, falls diese gerade nicht zur Hand ist, (vergessen herunterzuladen und kein Internet im Ausland – oder so) auch ohne. Dazu müsst ihr gleichzeitig die Bluetooth- und die Lauter-Taste auf der Roll drücken, bis ein Ton erklingt. Anschließend drückt ihr die Bluetooth-Taste des Lautsprechers zweimal, den ihr hinzufügen möchtet. Die Lautsprecher lassen sich über die App auch unabhängig voneinander ansteuern. Zu guter Letzt lässt sich der UR Roll auch als Wecker verwenden. Die Funktion findet man ebenfalls in der App.

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Gute Akkulaufzeit

Der Hersteller gibt als Laufzeit bis zu 9 Stunden an. Je nach Lautstärke ist der Verbrauch natürlich unterschiedlich, an die Vorgabe kamen wir aber eigentlich immer heran. Die Box hat sogar noch länger gehalten. Auch bei langen Fahrten, Grillabenden oder Strandbesuchen ist uns der Akku nie ausgegangen, wenn wir die Box geladen hatten. Teilweise haben wir sogar nur alle zwei Tage aufladen müssen. Den Batteristand kann man übrigens über die App oder durch ein gleichzeitiges Betätigen der Lauter- und Leisertaste der UE Roll abrufen. Bei letzterer Methode informiert euch eine Frauenstimme, wie es um den Akkustand steht, was bei den meisten Freunden für ein kleines Schmunzeln sorgte.

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Doch nicht so robust?

Ganz so robust, wie der Hersteller verspricht, ist der UE Roll aber offenbar nicht. Nach nur einem Sturz aus gut 1,5 Metern genau auf die Kante klaffte ein besorgniserregend großer Spalt zwischen Ober- und Unterseite. Zwar ließ sich das Gehäuse wieder zusammendrücken, dennoch trauten wir uns danach nicht mehr den Bluetooth-Lautsprecher im Wasser zu verwenden. Die Box ist nämlich nach der IPX7-Zertifizierung wasserdicht und kann laut Hersteller bei einer maximal Tiefe von einem 1 Meter 30 Minuten aushalten. Wahrscheinlich ist bei dem Sturz auch nur die Abdeckung aufgesprungen, die den Wasserschutz nicht beeinträchtigt, aber im Urlaub ohne Musik zu sein, war ein zu großes Risiko. Ansonsten hat der UE Roll den 4-Wochen-Trip aber mit nur geringfügigen Gebrauchsspuren tadellos überlebt. Das Gehäuse ist an sich auch sehr robust, hat aber wohl genau an der Kante ein Schwachstelle.

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Fazit

Insgesamt ist der UE Roll ein guter Bluetooth-Lautsprecher für unterwegs, der aber auch seinen Preis hat – wie alle Geräte von Ultimate Ears. Die UVP beträgt 129 Euro, der Straßenpreis liegt je nach Händler gut 10 Euro darunter. Für das Geld bekommt man aber auch einen kleinen, kompakten Bluetooth-Lautsprecher, der einen mehr als ordentlichen Sound liefert, eine gute Akkulaufzeit besitzt und dank seiner Koala-Griff-Vorrichtung tatsächlich jeden Ort mit Musik erfüllt. Verbessern könnte man aber definitiv den Druckpunkt des Powerbuttons und die Stoßfestigkeit der Gehäusekante. Insgesamt bekommt der UE Roll von uns aber eine klare Kaufempfehlung. Ihn gibt es übrigens auch noch in verschiedenen Farben und Designs. Mehr dazu findet ihr auf der Herstellerseite.

Pro / Con

plusplusFür seine Größe mehr als ordentlicher Sound

plusplusÄußerst praktische Bungee-Seil-Vorrichtung zur Befestigung

plusKlein und kompakt

plusBedienung per App

plusWasserdicht

plusNette Extra-Features

plusGute Akkulaufzeit

minusDurckpunkt des Power-Button verbesserungswürdig

minusGehäusekanten sind eine Schwachstelle des sonst sehr robusten Designs

minusPreis

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