Identitätsdiebstahl: Tausende Onlineshops auf falsche Namen angemeldet

(Bild: Shutterstock)

Nach einem Bericht von NDR Info wurden im Namen von Tausenden von nichtahnenden Internetbenutzern Onlineshops eröffnet, die in betrügerischer Absicht arbeiten. Auch Hunderte Deutsche sollen betroffen sein.

Nach einer Recherche des Radioprogramms „NDR Info“ wurden die Daten von vielen Tausend Nutzern missbraucht, um auf deren Namen Onlineshops zu eröffnen.

Dann haben die Betrüger die Shops genutzt, um darüber gefälschte Produkte abzusetzen. Das Problem soll auch Hunderte Deutsche betreffen. Bei dem Identätsdiebstahl wurden von den Nutzern selbst ihre Namen, Adresse und Kreditkartennummern bei Onlinebestellungen in ähnlichen Shops hinterlassen.

Einige Wochen und Monate später wurden die Daten der nichtahnenden Besteller genutzt, um neue Internetseiten anzumelden, auf denen Plagiate von Turnschuhen, Handtaschen oder Sonnenbrillen großer Markenhersteller angeboten werden. Nach Recherchen des Radiosenders wurde die Aktion aus China gestartet.

Dem Bericht nach sind Shops mit falschen Identitäten in den vergangenen Monaten geradezu wie Pilze aus dem Boden geschossen. Das bestätigt auch der Hamburger Internetrechtler Dr. Klaus Lodigkeit: „Was jetzt passiert, ist Identitätsdiebstahl professionell in großem Stil. Organisiert von gut arbeitenden Banden.“

Der Internetrechtler weißt darauf hin, dass die Betroffenen gegen die betrügerischen Shops erst einmal haften müssen. In den USA gibt es bereits mehrere Sammelklagen von Markenherstellern wie Adidas oder Michael Kors, die sich auch gegen diejenigen richten, auf deren Namen die Seiten angemeldet wurden.

Wer gemerkt hat, dass ein Shop auf den eigenen Namen läuft, sollte Strafanzeige erstatten, raten Internetexperten mehrerer Landeskriminalämter. Damit könne der Betroffene zeigen, dass er mit den betreffenden Seiten nichts zu tun habe. Michael Böhl vom Bund deutscher Kriminalbeamter (BDK) beklagt die Machtlosigkeit der deutschen Ermittler in derartigen Fällen: „In der kurzen Zeit sind die Täter in der Regel über alle Berge, haben ihre Spuren verwischt, melden sich neu an und, bevor wir denen ansatzweise hinterherkommen, sind sie schon wieder weg.“

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