Test: Anki Overdrive = Mario Kart + Carrera Bahn

Anki Overdrive (Bild: Übergimzo)

Anki Overdrive katapultiert die angestaubte Carrera-Bahn in die mobile Generation. Auf der hauchdünnen und frei kombinierbaren Strecke drängen, feuern, springen und schupsen kleine Plastik-Autos um die Wette. Gesteuert wird mit dem Smartphone entweder gegen einen Freund oder gegen den Computer. Ist Anki Overdrive die perfekte Symbiose aus Mario Kart und Carrera Bahn?

Anki Overdrive - Die besten Bilder

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Anki Overdrive

Die Idee klingt genial: Das klassische Carrera-Bahn-Feeling soll mit aktuellen technischen Möglichkeiten ergänzt werden. Das heißt konkret, dass man immer noch wie auf Schienen fährt, jedoch auf Wunsch Spuren wechseln kann. Das heißt auch, dass wir keine Steuerungseinheit aus Plastik in den Händen halten, sondern unser Smartphone nutzen.

Interessant wird es, wenn der Computer den Part des Mitspielers übernimmt und die kleinen Fahrzeuge geschickt über die Strecke jagt. Richtig gut finden wir, dass Anki ein komplexes Waffen und Aufrüstungssystem untergebracht hat. Von Traktorstrahl über Bomben sowie Afterburmer bis hin zum Plasmagewehr sollte für jeden etwas dabei sein. Aber der Reihe nach.

Anki Overdrive (Bild: Übergizmo)

Anki Overdrive Preis

Gleich vorneweg: Anki Overdrive ist wie Carrera ebenfalls nicht günstig. Das Anki Overdrive Starter Kit mit zehn Streckenteilen sowie zwei Wagen kostet zur Einführung 179 Euro. Streckenerweiterungen kosten zwischen 12 und 35 Euro, ein zusätzlicher Wagen knapp 60 Euro.

Anki Overdrive (Bild: Übergizmo)

Strecke

Sofort beim Auspacken und Zusammenstecken fällt auf: Die Streckenteile sind hauchdünn und flexibel. Sie erinnern stark an laminiertes Papier. Das hat einige Vorteile. So lassen sich die Anki Overdrive Streckenteile sehr platzsparend lagern. Ein Fakt, über den sich vor allem Besitzer von Carrera-Bahnen mit ihren massigen Streckenteilen freuen werden.

Auch können sie dank ihrer Flexibilität kreativer zusammen gebaut werden. Zum Beispiel kann man einfach ein Buch unterlegen und schon wölbt sich die Strecke wie über einen Hügel. Überhaupt verbinden sich die Streckenteile dank kleiner Magneten fast wie von selbst.

Anki Overdrive (Bild: Übergizmo)

Erweiterungen

Unserem Starter Kit lagen noch einige Streckenerweiterungen bei. Neben ganz normalen Kurven- und Beschleunigungsteilen konnten wir so außerdem einen Blick auf das Collision Kit und das Launch Kit werfen.

Das Collision Kit stellt eine simple Kreuzung dar, die beliebig mit den anderen Teilen kombiniert werden kann. Nette Idee, zu Kollisionen kam es bei unserem Test mit zwei Wagen jedoch nur sehr selten.

Anki Overdrive (Bild: Übergizmo)

Das Launch Kit stellt eine Sprungschanze dar. So spektakulär die Idee sein mag, in der Realität nervt die Sprungschanze extrem. Sind die Wagen sonst kaum aus der Spur zu bringen, verlassen sie beim Sprung in unschöner Regelmäßigkeit die Fahrbahn. Das ganze Spiel muss nun pausiert und der Wagen wieder auf die Strecke gestellt werden. Sehr nervig.

An sich ist es schön, dass Anki hier jede Menge Erweiterungen anbietet. Allerdings sollte man sich zumindest zu Beginn mit der Strecke des Starter Kit begnügen. Denn wir hatten das Gefühl, dass eine zu große Strecke den Spielspaß nicht zuträglich ist – zumindest nicht wenn nur zwei Autos im Spiel sind.

Anki Overdrive (Bild: Übergizmo)

Anki Overdrive SuperCars

Die von Anki SuperCars getauften Wagen wurden schnittig designt, sehen aber äußerlich trotz einiger LEDs nicht besonders realistisch oder detailverliebt aus. Die zwei hinteren Räder bieten dank weichem Gummi einen ordentlichen Halt auf der Strecke. Sie werden von zwei Motoren einzeln angesteuert. Die vorderen Räder bestehen aus hartem Plastik und haben praktisch keinen Grip. Eine Kurve wird genommen, indem die Rückräder unterschiedlich schnell beschleunigen.

Anki Overdrive (Bild: Übergizmo)

Im vorderen Teil der Wagen – unter der Motorhaube so zu sagen – verstecken sich ähnlich wie bei einer Computermaus optische Sensoren, die für unser Auge unsichtbare Muster auf der Strecke auslesen. Dadurch weiß der Wagen zu jeder Zeit, wo er sich auf der Strecke befindet.

Das Ergebnis beeindruckt! Wie von Geisterhand bleiben die Anki Overdrive Vehikel stur auf ihrer Bahn. Abgesehen von der Sprungschanze warf es die kleinen Rennwagen praktisch nie aus der Bahn. Sollten die weichen Hinterreifen verschmutzt sein und dadurch an Grip verlieren, können sie mit dem beiliegenden Reinigungstool gesäubert werden.

So eine Fahrt dauert übrigens gefühlt 20 Minuten, bevor die Supercars für einige Minuten in die mitgelieferte Ladestation müssen.

Anki Overdrive (Bild: Übergizmo)

App

Die Boliden selbst werden über eine kostenlose Android App (hier gehts lang), beziehungsweise iOS App (hier gehts lang) gesteuert. Beim ersten Verbinden über Bluetooth müssen die SuperCars aktualisiert werden. Nach der Eingabe von Namen und Geburtstag startet das Single-Play-Tutorial mit einem Rennen gegen einen Computer.

Die Steuerung ist vergleichsweise einfach. Durch Neigen des Smartphones / Tablets wechseln die SuperCars ihre Spur. Ein Schiebeschalter auf der linken Seite des Displays reguliert die Geschwindigkeit, die zwei Boxen auf der rechten Seite des Displays können mit Waffen belegt werden.

Anki Overdrive (Bild: Übergizmo)

Die Steuerung mit dem Smartphone funktioniert. Trotzdem vermissen wir echtes haptisches Feedback wie es zum Beispiel der analoge Beschleunigungsknopf bei der Carrera Bahn.

Single Player

Der Single-Player-Modus ähnelt von Aufbau anderen von Smartphone oder der Konsole bekannten Rennspielen. Nachdem sich der Spieler für ein SuperCar entscheiden hat, tritt er nacheinander gegen die Mitglieder verschiedener Banden in einem Race oder einem Battle an.

Anki Overdrive (Bild: Übergizmo)

Mit den Rennen sammelt er Erfahrungspunkte und Gegenstände, um den eigenen Wagen aufzurüsten. Dadurch wird der zu Beginn recht langsame, anfällige und mies ausgestattete SuperCar mit der Zeit zu einer fahrenden Festung. Natürlich werden auch die Gegner immer härter und machen regelmäßig von ihren Waffen gebrauch.

Zu Beginn waren wir komplett fasziniert, wie das kleine computergesteuerte Fahrzeug es schaffte, uns ab und an Paroli zu bieten. Beim längeren Spielen schlich sich dann jedoch recht schnell Routine ein. Die Spielmodi und die Gegner-KI ähneln sich zum Teil sehr.

Auch die Strecken bieten trotz Erweiterungssets wenig Abwechslung. Zum Beispiel sind Kurven keine Herausforderung. Egal ob links oder rechts, innen oder außen – Kurven können grundsätzlich mit Vollgas genommen werden. Das weiß auch der Gegner, was bei gleich schnellen Autos das Rennen oft eintönig macht.

Anki Overdrive (Bild: Übergizmo)

Richtig toll sind die je nach Auto variablen Waffen wie Sonic Beam, Sonic Blast, Flamethrower, Power Stomp, Heckkanonen, Fuel Bomb, Afterburner oder Traktorstrahl. Hier fühlt man sich direkt in Super Mario Kart hineinversetzt.

Die Waffensysteme sind angenehm unterschiedlich, so dass hier einige Zeit experimentiert werden sollte, bevor man sich auf ein System / ein Kombination konzentriert. Für uns bewährte sich die Kombination aus Traktorstrahl und Sonic Beams.

Anki Overdrive (Bild: Übergizmo)

Cheaten fällt übrigens bei dieser Kombination aus realem und virtuellem Spiel sehr leicht. Sollte euer Gegner in der entscheidenden Runde knapp vor euch liegen, braucht ihr nur Pause drücken und euer Fahrzeug vor das des Gegners stellen.

Insgesamt hätte man den Singleplayer Modus abwechslungsreicher machen können. Trotzdem hat Anki Overdrive vielen Konkurrenzsystem wie der Carrera Bahn etwas voraus: Es gibt zumindest einen Singleplayer Modus. Hat man bei der Carrera Bahn keinen Freund an der Hand, fährt man eben alleine seine einsamen Runden.

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Multiplayer

Deutlich interessanter wird es im Multiplayer-Modus. Hierzu eröffnet ein Spieler ein neues Spiel und lädt alle Beteiligten ein. Das funktioniert übrigens auch zwischen Android und iOS. Hier stehen die Rennen Race, Battle, King of the Hill und Time Trail zu Verfügung.

Tatsächlich kam hier beim Spielen richtig Stimmung auf! Es macht immens Laune, wenn man per Afterburner an den Vordermann heranrast und ihn im nächsten Moment mit dem Flammenwerfer grillt. Oder wenn man dem gegnerischen Schuss ausweicht, den Konkurrenten geschickt ausbremst und von hinten mit dem Sonic Beam abschließt. Oder wenn man den Gegner in einer langgezogenen Kurve von der Strecke drängt. Oder… ihr merkt schon, die Liste ließe sich erweitern.

Anki Overdrive (Bild: Übergizmo)

Wir hatten in der Redaktion leider nur zwei SuperCars. So gerne hätten wir ausprobiert, wie sich der Spielspaß bei vier menschlichen Gegner verhält. Wir sind uns aber ziemlich sicher: Er geht durch die Decke!

Einen Downer gibt es dennoch. Vor jedem Rennen scannen die Autos die Rennstrecke ab und bleiben dann in der zweiten Runde an der Startlinie stehen. Vor jedem Rennen müssen wir also eine  Minute warten, bis alle bereit sind. Hätte man nicht einfach eine „Rennen wiederholen“ Option einbauen können, in der sich die Autos die gerade gefahrene Rennstrecke merken und lediglich zur Startlinie fahren?

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Fazit

Ich gebe es zu: Mit Anki Overdrive werden Kindheitsträume wahr. Endlich verschmilzt die starre und gleichzeitig unglaublich authentische Carrera Bahn mit dem Spielspaßgaranten Mario Kart. Anki Overdrive eignet sich auch für die ganz kleinen, weil Autos quasi kaum aus der Bahn geworfen werden können. Aber auch die größeren haben dank abwechslungsreicher Waffensysteme ihren Spaß. So richtig überragend wird es, wenn mehr als zwei Spieler gegeneinander antreten.

Trotzdem ist nicht alles perfekt. Die Steuerung hätte etwas direkter ausfallen dürfen, das ständige Scannen nervt, der Singleplayer-Modus wird schnell fad und die Sprungschanze ist ein echter Spaßkiller. Dennoch: Wer die Carrera Bahn liebt und nach einer modernen Alternative sucht hat sie in Anki Overdrive gefunden.

 

Pro / Con

plusplusMultiplayer-Spielspaßgarant

plusSingleplay-Modus

plusKlevere Streckenteile

plusUmfangreiches Waffensystem

minusSprungschanze

minusStändiges scannen

minusTeuer

Tags :
  1. Sorry, aber ich habe mir das Teil gerade mal auf Youtube angeschaut. Das ist wieder mal was für Playstation Spieler. Bevor man da mal mit den Autos fahren Kann musst erst wieder mal gefühlte 300 Parameter einstellen und dann reagiert das mit dem Ipad so was von träge, das geht gar nicht. Leute das ist alles Müll,

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