HTC One A9 Test: Hands-On [Video]

(Foto: Übergizmo.de)

Mit dem HTC One A9 hat die HTC Corporation gestern Abend ein spannendes Gerät vorgestellt, das für den taiwanischen Hersteller ein besonders wichtiges ist. Mit dem 5-Zoll-Smartphone will es wieder „Zurück in die Gewinnzone“. Ob das HTC One A9 im ersten kurzen Test überzeugen konnte, das erfahrt ihr ins unserem Hands-On.

HTC One A9 - Die ersten Hands On Bilder

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htc one a9 alle farben

HTCs One-Reihe hat mit dem HTC One M7 ein einzigartiges Design erhalten. Auch der Nachfolger, das HTC One M8, wurde für seine Form und Verarbeitungsqualität weltweit mit Applaus übersäht. Das HTC One M9 war allerdings dem Vorgänger zu ähnlich, während Konkurrenten wie Samsung beim Galaxy S6 Edge mit einem frischen und innovativen Design aufwarteten. Mit dem HTC One A9 haben die Taiwaner nun einen neuen Kurs gesetzt und ein Gerät entwickelt, dass wieder sehr hochwertig verarbeitet ist, aber moderner aussieht und im Bereich Software eine Vorreiterrolle einnimmt.

Hier unserer Hands-On-Video zum HTC One A9

Design

Das Design des HTC One A9 kann schon beim ersten Anfassen begeistern, auch wenn es viele als vom iPhone 6 abgekupfert ansehen. Die Hardware hat HTC in ein Unibody-Gehäuse aus Aluminium verpackt, das eine absolut hochwertige Haptik bietet. HTC hat sich seit dem M7, das noch sehr scharfkantig war, mit den Nachfolgemodellen immer mehr zu runderen Formen bewegt und diese Linie beim HTC One A9 weitergeführt. Bei dem Gerät sind die Ecken und Kanten nochmals mehr abgerundet als bei allen bisherigen One-Modellen, wodurch es noch besser in der Hand liegt. Sogar auf kleine Details wurde geachtet. Beispielsweise hat HTC auch den Dual-Tone-LED-Blitz umgebaut, sodass er rund ist und zum Gesamtbild passt.

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Das Aluminiumgehäuse ist weiterhin nach der IPX3-Zertifizierung gegen Spritzwasser geschützt und wird in den vier Farben Carbon Gray (Grau), Opal White (Weiß), Topaz Gold (Gold) und Deep Garnet (Granatapfelrot) erhältlich sein. Zudem ist das Gerät dank eines 5-Zoll-Displays noch recht kompakt. Es misst 145,75 mal 70,8 Millimeter in der Höhe und Breite. Mit 7,26 Millimetern und 143 Gramm ist es zudem sehr dünn und leicht – im Grunde genauso dünn und leicht wie das aktuelle iPhone 6S. Das Aluminium-Gehäuse soll in Biegetests einer Belastung von 54 Kilogramm standgehalten haben, womit es sich laut HTC in der Hosetasche nicht verbiegt.

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An der rechten Seite hat HTC die Lautstärkeregelung sowie den Power-Button verbaut. Letzterer ist geriffelt, sodass man ihn leichter erfühlen kann. Auf der linken Seite sitzen der SIM- sowie microSD-Kartenslot. MicroUSB-Port, Kopfhörerbuchse und Lautsprecher sind an der unteren Kante verbaut. Front-Stereo-Lautpsprecher gibt es beim A9 leider nicht. Aber später noch mehr zum Sound. Ungewöhnlich für HTC ist auch ein Home-Button auf der Vorderseite. Auch dazu später mehr.

(Bild: Ubergizmo.com)

Hat HTC mit dem One A9 nun das iPhone geklont oder nicht? Die Rückseite und die Form sieht mit den abgerundeten Ecken eindeutig dem iPhone 6 beziehungsweise 6S mehr als ähnlich. Allerdings weist auch das iPhone 6 Parallelen mit dem HTC One M7 auf, das die Taiwaner schon 2013 auf den Markt gebracht haben.

Display

Das 5 Zoll große Display löst beim HTC One A9 mit Full HD auf. 1920 mal 1080 Pixel sind bei 5 Zoll auch vollkommen ausreichend. HTC setzt beim neuen Modell nicht mehr auf ein LCD, sondern ein AMOLED-Panel mit bekanntlich hohen Schwarzwerten und Kontrasten. Für langjährige HTC-Fans, die sich an die natürlichere Farbdarstellung der LC-Bildschirme gewöhnt haben, gibt es aber auch Einstellungen, die die typischerweise knalligeren Farben etwas in Zaum halten.

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Die Helligkeit der Anzeige ist dem ersten Eindruck nach ordentlich. Für eine bessere Ablesbarkeit im Freien bei Sonnenlicht hat die HTC Corporationen zudem einen Helligkeitsboost eingebaut. Das Display ist weiterhin von dem aktuellsten Gorilla Glas 4 geschützt und an den Kanten abgerundet (2,5D), was sich beim Wischen über den Bildschirm angenehmer anfühlt, als wenn das Glas in einer Kante enden würde.

Hardware

Die Hardware des HTC One A9 ist in der Mittelklasse einzuordnen. HTC setzt allerdings als erster Hersteller auf Qualcomms neuen Octa-Core Snapdragon 617, der mit vier 1,5 GHz respektive vier 1,2 GHz schnellen Kernen ausgestattet und nochmals energieeffizienter ist. Der Arbeitsspeicher ist 2 GByte groß, der interene Speicher leider nur 16 GByte, wovon abzüglich des Systems auch nur rund 6,3 GByte übrig bleiben. Allerdings bietet das A9 einen microSD-Kartenslot zur Erweiterung der Kapazität, der Speicherkarten mit bis zu theoretischen 2 TByte aufnehmen kann.

Kamera

Das HTC One A9 ist mit einer 13-Megapixel-Kamera mit einer F2.0-Blende, einem Phasenautofokus und einem optischen Bildstabilisator ausgestattet, wodurch die Linse auf der Rückseite übrigens etwas heraussteht. Sie ist aber mit Saphirglas geschützt, wodruch sie nicht verkratzen sollte, wenn man das Gerät auf den Tisch legt.

(Foto: Übergizmo.de)

Der Phasenautofokus hat im ersten Test Objekte sehr schnell erfasst und scharfgestellt. Der optische Bildstabilisator ist besonders bei Videoaufnahmen sowie Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen praktisch, da er Verwackler ausgleicht und dafür sorgt, dass Low-Light-Shots weniger schnell unscharf werden. Die Front-Kamera kommt mit HTCs bekannter Ultrapixeltechnologie und bietet eine Auflösung von rund 4 Megapixel bei Selfies. Videoaufnahmen sind jeweils mit Full HD möglich.

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Eine Software-Neuheit für HTC ist ein Hyperlapse-Modus für Zeitrafferaufnahmen, die später mit Hilfe von HTC Zoe zu kurzen Video-Compilationen verarbeitet werden können. Der OIS macht sich besonders bei diesen Aufnahmen bemerkbar, die weniger verwackelt gelingen. HTC nutzt außerdem eine Software-seitige Stabilisierung sowie die Daten des Gyroskop, um Verwackler aus Aufnahmen herauszurechnen. Des Weiteren hat HTC auch beim One A9 einen Pro-Mode mit Einstellungsmöglichkeiten für ISO, Weißabgleich & Co. integriert. Neu ist die Unterstützung des RAW-Formats samt eines One-Touch-Editors, der nochmals mehr aus den Fotos herausholt und das Bearbeiten mit Photoshop & Co. überflüssig machen soll.

Fingerabdruckscanner

Das HTC One A9 ist das erste Gerät der Taiwaner, das mit einem Fingerabdruckscanner im Home-Button ausgestattet ist. Er dient wie üblich zum Entsperren des Gerätes und kann im Play Store zum Kaufen von Apps verwendet werden. In Zukunft wird er auch bei der Verwendung von Android Pay nützlich sein. Smartphone-Besitzer können insgesamt fünf Fingerabdrücke speichern.

(Foto: Übergizmo.de)

Kommunikation

An Kommunikationsmöglichkeiten gibt es beim HTC One A9 LTE Cat 6 mit Downloadraten von bis zu 300 MBit/s, UMTS, Dual-Band-WiFi nach dem Standard 802.11 ac, Bluetooth 4.1, USB 2.0, GPS sowie Glonass. An Bord ist auch HTCs Sensor-Hub und die üblichen Sensoren für Bewegung, Umgebungslicht & Co.

Sound

Das HTC One A9 verzichtet auf Front-Stereolautsprecher, bringt dafür einen 24-Bit-DAC mit 192KHz-High-Res-Audio mit, der einen Kopfhörerverstärker bietet und für einen besseren Sound beim Musikhören mit eben diesem bietet. Unterstützt wird auch Dolby-Surroundsound.

(Foto: Übergizmo.de)

Betriebssystem

Das HTC One A9 ist das erste Smartphone nach Googles neuen Nexus-Geräten, das ab Werk mit Android 6.0 Marshmallow ausgestattet ist. Zu den Neuerungen gehört „Now on Tap“, das mehr kontextbezogene Aktionen für Google Now verspricht. Nutzer soll es beispielsweise daran erinnern, ihren Mietwagen vor der Rückgabe aufzutanken. Dafür werden dann Tankstellen in der Nähe des Autovermieters angezeigt.

Google hat aber auch die App-Berechtigungen überarbeitet. Nutzer müssen Anwendungen künftig bei der Installation nicht mehr alle gewünschten Berechtigungen erteilen. Stattdessen fragen Apps unter Android M den Zugriff auf bestimmte Ressourcen erst dann an, wenn sie sie tatsächlich benötigen. Das gilt für das Abrufen von Daten wie Kontakte und Fotos sowie für die Nutzung von Hardwarekomponenten wie Kamera und Mikrofon. Der Nutzer kann dann der Anfrage zustimmen oder sie ablehnen.

Um den Stromverbrauch von Android-Smartphones weiter zu senken, hat Google eine Funktion namens Doze (auf Deutsch: Halbschlaf) entwickelt. Anhand von Sensordaten stellt Android künftig fest, ob ein Gerät beispielsweise auf dem Schreibtisch liegt und nicht genutzt wird. Das Betriebssystem tritt dann in einen Low-Power-Modus ein und reduziert die Aktivitäten im Hintergrund. Wichtige Benachrichtigungen und Anrufe werden weiterhin durchgestellt, aber die meisten anderen Aktivitäten werden heruntergefahren.

Zudem führt Google verifizierte App-Links ein. Klickt ein Nutzer beispielsweise in einer App auf einen Twitter-Link, wird er derzeit gefragt, ob er den Link im Browser oder der Twitter-App öffnen möchte. Lässt ein Entwickler seine App für diese Funktion verifizieren, wird sie unter Android M automatisch gestartet. Des Weiteren hat Google die Komaptibiltät von Speicherkarten wieder verbessert und unterstützt nun nativ Fingerabdruckscanner.

Hier unserer Hands-On-Video zum HTC One A9

Akku

In dem dünnen Gehäuse des HTC One A9 findet nur ein 2150-mAh-Akku Platz, der dank der sparsameren CPU und der neuen Energiesparfunktion von Android 6.0 dennoch für eine lange Laufzeit sorgen soll. HTC gibt an, das es bei der Videowiedergabe ordentliche 12 Stunden durchhalten soll. Das werden erst noch ausführlichere Tests zeigen müssen.

Dank Qualcomms Quick Charge 3.0, das bislang nur der Snapdragon 617 bietet, kann das A9 nochmals in kürzerer Zeit mit Strom betankt werden. Die Funktionalität ist aber gerade erst noch in der Fertigstellung und wird von HTC per Software-Update freigeschaltet, sobald Qualcomm den Startschuss gibt. Um die Technik voll ausnützen zu können, wird aber wohl ein stärkeres Ladegerät nötig sein. Das Standard-Netzteil hat aber auch bereits überdurchschnittliche 1,5 Ampere.

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Fazit

Das HTC One A9 macht einen sehr guten ersten Eindruck. Es kommt mit einem tollen Design, ist kompakt, bietet Qualcomms neuen Prozessor, eine gute Kamera, High-Quality-Sound und das neuste Android 6.0 Marshmallow. Allerdings verlangt HTC dafür auch einen hohen Preis. Die UVP des Smartphones beträgt in Deutschland 579 Euro. Für das A9 zahlt man deutlich mehr als für andere 5-Zoll-Geräte mit 16 GByte Speicher wie das Galalxy A5 oder Honor 7. Sogar das neue Nexus 5X ist noch gut 90 Euro günstiger, das ebenfalls mit Android 6.0 kommt.

Erscheinen wird das HTC One A9 in Deutschland übrigens am 2. November in den Farben Grau und Silber. Im Dezember sollen dann Gold und Granatapfel folgen. In den USA wird es auch noch eine Unlocked-Version geben, bei der Nutzer den Bootloader entsperren können, ohne dass die Garantie verloren geht. Zudem garantiert HTC für diese Version Android-Updates innerhalb von 15 Tagen nach den Google-Nexus-Phones.

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