Millionen-Sammelklage wegen WLAN Assist gegen Apple angestrengt

(Bild: Apple)

Die Funktion WLAN Assist könnte für Apple noch ein Eigentor werden. Ab iOS 9 sorgt diese Funktion standardmäßig dafür, dass bei schlechten WLAN-Verbindungen auf Mobilfunk umgeschaltet wird. Wer keine Datenflatrate hat, der sieht dann sein Mobilfunkvolumen dahinschmelzen - oder auch nicht. Nutzer in den USA verklagen Apple nun.

Apple iPhone 6S und iPhone 6S Plus - Die besten Bilder

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APPLE iPhone 6S und 6S Plus (Bild: Übergizmo)

In iOS 9 existiert eine Funktion namens „WLAN Assist“. Diese nutzt das Mobilfunkmodul im iPhone oder dem iPad, wenn die WLAN-Verbindung zu schwach ist. Die Funktion ist aktiv, wenn das Gerät ausgeliefert wird und muss manuell abgeschaltet werden.

Dies könnte sich als Problem für Apple erweisen, wenn eine Sammelklage in Kalifornien angenommen wird. In der Klageschrift fordern William Scott Phillips und Suzanne Schmidt Phillips 5 Millionen US-Dollar, weil durch die Funktion Mobilfunkrechnungen in die Höhe getrieben werden können-

Die WLAN-Unterstützung heißt in der englischen Version von iOS „Wi-Fi Assist“. Ist sie aktiviert, nutzen iPhones zusätzlich das Mobilfunknetz, wenn sie nur ein schwaches WLAN-Signal vorfinden. Es ist gedacht, um Anwendern eine möglichst unterbrechungsfreie Nutzung ihres Geräts zu ermöglichen – ohne über das jeweilige Netz nachdenken zu müssen. Sie findet sich in den Einstellungen unter „Mobiles Netz“.

Die US-Sammelklage hat Apple Insider zuerst entdeckt. Die Summe berechnet sich aus den Gebühren, die iPhone-Nutzer – ihrer Meinung nach unberechtigt – für ihren anfallenden Mobilfunk-Datenverkehr zahlen mussten.

Inzwischen sah sich Apple aber genötigt, eine Informationsseite zu der Funktion einzurichten. Dort weist es seit 15. Oktober darauf hin, dass eine aktive Mobilfunk-Datenübertragung jederzeit durch ein Symbol in der Statusleiste am oberen Rand erkennbar ist – egal ob von WLAN Assist oder anderweitig angestoßen.

„Da Sie bei einer schwachen WLAN-Verbindung über die Mobilfunkverbindung mit dem Internet verbunden bleiben, nutzen Sie mehr mobile Daten“, schreibt Apple. „Bei den meisten Benutzern sollte dies nur einen kleinen Prozentsatz mehr im Vergleich zur vorherigen Nutzung ausmachen.“

Für die Kläger kommt diese Klärung allerdings zu spät – und sie reicht ihnen auch nicht aus, wie sich ihrem Schreiben ans Gericht entnehmen lässt. Schließlich verbrauchten Musik- und Videostreaming große Datenmengen. Für Apples Schlussfolgerung, der Verbrauch steige in den meisten Fällen nur gering, gebe es somit keine Basis.

Konkret werfen die Kläger dem Konzern vor, gegen das kalifornische Wettbewerbsgesetz und das Gesetz gegen irreführende Werbung verstoßen sowie eine fahrlässige Fehldarstellung gegeben zu haben. Während etwa HTC, LG und Samsung ähnliche Mobilfunk-Zuschalt-Funktionen auf ihren Smartphones anbieten, richtet sich die Klage allein gegen Apple. Das Unternehmen hat den Fall bisher nicht kommentiert.

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Tags :Quellen:News.comVia:Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de

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