Test: Wiko Highway Star – Schicke Mittelklasse mit Metallgehäuse

(Foto: Übrgizmo.de)

Der vor noch nicht allzu langer Zeit recht unbekannte französische Smartphone-Hersteller Wiko hat sich inzwischen zu einem erfolgreichen Hersteller im Mittelklasse-Segment gemausert und ist mit seinen Geräten beispielsweise recht prominent bei Media Markt oder Saturn vertreten. Eines der neuesten Smartphones von Wiko ist neben dem Pure das Highway Star. Es kommt mit einem Metall-Gehäuse, 16 GByte Speicher, einer 13-Megapixel-Kamera und Android als OS. Im Test erfahrt ihr, was wir von dem Gerät halten.

Test: Wiko Highway Star - Die besten Bilder

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Wiko Highway Star

Die unverbindliche Preisempfehlung des Wiko Highway Star liegt bei gut 370 Euro. Damit schickt Wiko sein Gerät in den Kampf mit Konkurrenten wie dem Motorola X Play, dem Galaxy A5 oder dem Huawei Honor 7, die ähnlich teuer sind.

Design & Verarbeitung

Das Wiko Highway Star kommt mit einem schicken Metallgehäuse, auf dem keine Fingerabdrücke zu sehen sind und das dank stark abgerundeter Seiten grundlegend angenehm in der Hand liegt. Es mit 6,6 Millimetern und einem Gewicht von 128 Gramm auch schön dünn und sehr leicht. Als Farben gibt es Türkis, Grau, Silber und das von uns getestete Champagner-Gold.

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Ähnlich wie beim Honor 7 sitzt auf dem Metallrücken das Display, das allerdings mit Plastik umrahmt ist, wodurch sich im Gegensatz zu Smartphones wie dem HTC One A9 kein vollkommenes Premium-Gefühl einstellt. Aber das muss es auch nicht, schließlich ist es auch um einiges günstiger. Die leichte Kante, die sich daraus ergibt, stört nicht, auch wenn ein fließender Übergang natürlich schöner wäre.

In der Höhe und Breite misst das Smartphone 141 mal 71,4 Millimeter, womit es sich nicht zu den kompaktesten 5 Zoll Geräten zählt. Die Display-Ränder könnten ruhig noch einen Ticken dünner sein. Eine Bedienung mit einer Hand ist – natürlich je nach Handgröße – aber durch Umgreifen möglich, wobei jedoch die spitzen Kanten schon mal etwas in die Hand piksen können.

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Die Verarbeitung des Wiko Highway Star macht aber insgesamt einen guten Eindruck. Auch die Lautstärkewippe an der linken sowie die Power-Taste an der rechten Seite, die ebenfalls aus Metall gefertigt sind, bieten ausreichende Druckpunkte. Im direkten Vergleich wirkt das Galaxy A5 oder Honor 7 aber doch noch etwas hochwertiger.

Display

Wie beim Pure setzt Wiko beim Highway Star auf ein AMOLED-Display. Die Diagonale beträgt 5 Zoll, die Auflösung 1280 mal 720 Pixel, was einer Pixeldichte von 296 ppi entspricht. Damit ist der Bildschirm des Star nicht so scharf, wie bei einem Gerät mit Full-HD-Auflösung wie dem Honor 7. Der Unterschied ist zwar nicht wahnsinnig groß, wenn man genau hinschaut, sieht man ihn aber schon.

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Der Bildschirm ist dafür Blickwinkelstabil und macht auch eine gute Figur, wenn man einmal zu zweit leicht von der Seite darauf schaut. Die Farbdarstellung ist wie gewohnt AMOLED-typisch etwas knalliger als bei einem LCD und bietet sehr gute Schwarzwerte. Die Helligkeit liegt bei knapp 390 cd/m2, was ein Ablesen auch noch im Freien erlaubt.

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Wiko bietet Einstellungsmöglichkeiten für Kontrast, Sättigung, Bildhelligkeit, Farbtemperatur, Kontrast und Schärfe, mit denen Nutzer die Anzeige etwas anpassen können. Geschützt wird sie von Gorilla Glas 3.

Leistung

Das Wiko Highway Star ist mit dem MediaTek-Prozessor MT6752M mit acht Cortex-A53-Kernen und einem maximalen Takt von 1,5 GHz ausgestattet. Die Grafik übernimmt eine Mali-T760-GPU. Der Arbeitsspeicher ist 2 GByte, der interene Speicher 16 GByte groß, wovon um die 10 GByte frei sind. Ein microSD-Kartenslot zur Erweiterung um bis zu 64 GByte ist zusätzlich vorhanden.

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Das System läuft damit bis auf winzige Ruckler bei schnellen Bildschirmwechseln flott. Auch Webseiten bauen sich schnell auf und grafisch aufwendigere Spiele laufen flüssig. An Geschwindigkeit mangelt es dem Gerät jedenfalls nicht.

Im Benchmark-Test schneidet das Wiko Highway Star nicht ganz so gut wie das Honor 7 ab, lässt dafür das Galaxy A5 hinter sich. Im AnTuTu-Benchmark schaffte es im 32-Bit-Modus rund 40.000 und im 64-Bit-Mode rund 43.000 Punkte, womit es ähnlich schnell ist wie ein LG G3 mit Snapdragon 801 aus dem letzten Jahr, das aktuell auch ähnlich viel kostet.

Akku

Der Akku des Wiko Highway Star bietet eine Kapazität von 2450 mAh. Die Standby-Zeit liegt laut Herstellerangaben leider nur bei knapp über 7,5 Tagen, was sich auch in unserem Test bestätigte. Es hielt gut 8 Tage im Standby durch.

Beim Streaming von Youtube-Videos über WLAN bei halber Helligkeit kamen wir auf 5 Stunden. Eine Stunde Radiohören verbrauchte bei dreiviertelter Lautstärke und abgeschaltetem Display nur 3 Prozent. Dies ist für ein derart dünnes Gerät auf jeden Fall in Ordnung.

Das Aufladen dauert beim Wiko-Smartphone mit dem Standard-Ladegerät (5V, 1 Ampere) rund 2,5 bis 3 Stunden. 36 Prozent füllten sich innerhalb von 56 Minuten, 53 Prozent innerhalb von 84 Minuten. Allerdings blieb die Akkustandanzeige längere Zeit bei 99 Prozent stehen.

Kamera

Die Kamera löst mit 13 Megapixel auf, was in diesem Preissegement üblich, aber nicht überragend ist. Das Honor 7 bietet beispielsweise 20 Megapixel. Autofokus und Blitzlich sind natürlich mit an Bord. Die Front-Kamera löst mit 5 Megapixel auf. Auch das geht zu diesem Preis besser, ist aber besserer Durchschnitt.

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Bei guten Lichtverhältnissen lassen sich mit der Hauptkamera im Automatik-Modus passable Fotos schießen (siehe Testaufnahmen weiter unten). Die Farben erfasst das Smartphone recht natürlich. Fotos sind aber häufig etwas überbelichtet. Das viel vor allem bei Innenaufnahmen auf. Der Fokus benötigt zudem immer ein wenig Zeit, um eine Szene scharf zu stellen. Im alltägliche Gebrauch kamen so häufig unscharfe Bilder heraus. Nahaufnahmen sind mit dem Highway Star aus gut 7 Zentimeter möglich. Bei wenig Licht sind Bilder schnell verrauscht. Auch auf Aufnahmen mit Blitz macht sich eine merkliche Körnung bemerkbar.

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Das Gerät bringt aber eine Reihe an Aufnahme-Modi mit, darunter auch einen Profi-Modus, der Einstellungen für ISO, Belichtung, Weißabgleich oder Belichtungszeit bietet. Die Einstellungen sind zwar nicht so umfangreich wie bei teureren Modellen wie dem LG G4 oder HTC One A9, bieten aber dennoch mehr Möglichkeiten als die meisten direkten Konkurrenten, die Kamera für verschiedene Lichtbedingungen anzupassen.

(Foto: Übrgizmo.de)

Stellt man die Beleichtungszeit auf maximale 8 Sekunden, gelingen auch bei niedrigen ISO-Werten ansehnliche Aufnahmen bei wenig Licht (siehe Testaufnahmen weiter unten). Kein Vergleich mit dem Automatikmodus oder auch dem Nachtmodus. Allerdings muss man dafür das Gerät irgendwo fixieren beziehungsweise anlehnen.

(Foto: Übrgizmo.de)

Die Front-Kamera bietet einen Modi für Wide-Selifes, der durch Schwenken des Smartphones einen breiteren Bildausschnitt aufzeichnet sowie einen Modi zur Gesichtsverschönerung. Ein Vorteil der 5-Megapixel-Knipse ist, dass sie ebenfalls mit einem Blitzlicht ausgestattet ist und somit auch Selfies gelingen, wenn es stockfinster ist. Auf den Aufnahmen sieht man auch nicht zu blass aus, wie es häufig bei Blitzaufnahmen der Fall ist.

Ähnlich wie bei Fotos verhält es sich bei Videoaufnahmen, die mit dem Wiko Highway Star jeweils mit Full-HD möglich sind. Bei gutem Licht sind die Aufnahmen in Ordnung, sobald weniger Licht vorhanden ist setzt schnell das Rauschen ein. Der Zeitlupemodus der Kamera konnte nicht überzeugen. Die Aufnahmen sind deutlich dunkler und verrauschter als normale Clips. Außerdem ruckelt das Bild bei der Wiedergabe.

Nachfolgend einige Testaufnahmen, die mit dem Wiko Highway Star angefertigt wurden:

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Außenaufnahme (Foto: Übergizmo.de)

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Nahaufnahme (Foto: Übergizmo.de)

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Innenaufnahme (Foto: Übergizmo.de)

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Nachtaufnahme – Automatik (Foto: Übergizmo.de)

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Nachtaufnahme – Nachtmodus (Foto: Übergizmo.de)

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Nachtaufnahme – Profi-Modus mit 8 Sekunden Belichtung (Foto: Übergizmo.de)

Kommunikation

Zur Kommunikation bietet das Wiko Highway Star LTE Cat 4 mit bis zu 150 MBit/s im Download, UMTS, GSM, GPRS, EDGE sowie WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth 4.0, GPS, A-GPS und USB 2.0 samt OTG-Support. Unterstützt werden auch zwei SIM-Karten. Das Gerät bietet Platz für eine microSIM- oder eine nanoSIM-Karte, die aber nur anstelle einer Speicherkarte genutzt werden kann. Am Empfang gab es in unserem kurzen Test trotz Aluminiumgehäuse nichts auszusetzen.

Sound & Gesprächsqualität

Die Gesprächsqualität ist ebenfalls in Ordnung, klingt aber ein wenig blechern. Der Gesprächspartner ist dafür in ausreichender Lautstärke zu hören.

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Der integrierte Lautsprecher, der sich an der unteren Kante befindet, klingt leider etwas rauschig, auch wenn er von der Lautstärke her überzeugen kann.

Die mitgelieferten Kopfhörer mit Mikrofon und Flachkabel machen dagegen einen recht hochwertigen Eindruck und haben auch klanglich beim Radiohören überzeugt.

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Betriebssystem

Das Wiko Highway Star ist ab Werk noch mit dem in die Jahre gekommenen Android 4.4.4 KitKat ausgesattet. Inzwischen hat der Hersteller aber das Update auf Android 5.1 veröffentlicht, dass uns beim ersten Einschalten auch direkt als Download angeboten wurde. Wer es gleich zu Beginn installieren möchte, sollte es sich aber auf eine längere Wartezeit einstellen, denn es ist rund 870 MByte groß. Wie es mit weiteren Updates auf Android 6.0 aussieht, bleibt allerdings abzuwarten.

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Wie beispielsweise auch Huawei verzichtet Wiko bei seiner angepassten Oberfläche auf einen App-Drawer, was manche Nutzer sicherlich stören könnte. Die Symbole hat der Hersteller ebenfalls verändert. Aber dafür gibt es ja Launcher & Co. Die Einstellungen sind an das Design von Stock-Android angelehnt.

(Foto: Übrgizmo.de)

Ein praktisches Software-Feature ist Double-Tap-to-Wake, mit dem sich der Bildschirm mit einem doppelten Fingertipp aus dem Standby aufwecken lässt. Zudem gibt es einige Gesten – etwa zum Annehmen von Anrufen, Snooze oder Stumm.

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Fazit

Das Wiko Highway Star ist ein schickes und solides Smartphone. Allerdings ist die Konkurrenz in diesem Preissegment stark. Die Alu-Gehäuse eines Honor 7 oder Galaxy A5 wirken noch etwas hochwertiger, dafür ist das Star sehr dünn und vor allem leicht. Ein Minuspunkt ist die geringere HD-Auflösung des Displays, die bei vielen ähnlich teuren Smartphones bei Full-HD liegt. An Leistung fehlt es dem Wiko Highway Star dagegen nicht. System und Spiele laufen auf dem Smartphone flott. Beim Akku haben wir dagegen wiederum geschmischte Gefühle. Während die Laufzeit im Betrieb in Ordnung geht, ist die Standby-Zeit doch recht kurz.

Die Kamera macht ansehnliche Fotos bei gutem Licht und ist dank Profi-Modus auch bei schlechten Lichtverhältnissen zu gebrauchen, womit sie vielen Konkurrenten voraus ist. Auch Selfies gelingen dank Blitzlicht in der Front auf Partys & Co., wo es meist dunkel ist. Ein nettes Plus ist auch noch Dual-SIM-Support, allerdings gibt es beispielsweise keinen Fingerabdruckscanner. Dank eines Updates auf Android 5.1 ist das Wiko Highway Star auch Software-technisch auf einem guten Stand. Zur UVP des Herstellers wäre mir das Gerät aber wohl etwas zu teuer gewesen, inzwischen erhält man es aber vereinzelt schon für rund 300 Euro, was ein angemessenerer Preis für das Gerät ist.

Pro / Con

(Bild: Übergizmo)schickes, dünnes und leichtes Metallgehäuse

(Bild: Übergizmo)Flott

(Bild: Übergizmo)Kamera mit Profi-Modus für Low-Light-Aufnahmen

(Bild: Übergizmo)Front-Blitz für Selfies bei Dunkelheit

(Bild: Übergizmo)Dual-SIM

(Bild: Übergizmo)Display löst nur in HD auf

(Bild: Übergizmo)kurze Standby-Zeit

(Bild: Übergizmo)Fotos häufig leicht überbelichtet

(Bild: Übergizmo)UVP hoch

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