Huawei Watch im Test – Schick, Smart, Teuer [Video]

Huawei Watch (Bild: Übergizmo)

Die Huawei Watch ist mit 399 Euro kein Schnäppchen. Dafür behauptet Huawei, die beste Smartwatch mit Android Wear auf dem Markt zu bieten. Wir haben uns für euch die Huawei Watch ums Handgelenk geschnallt und verraten hier im Test, ob sich die Investition lohnt.

Huawei Watch - Die besten Bilder

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Huawei Watch-14

Im Prinzip gibt es auf dem Markt für Smartwatches mit Android Wear drei große Player: LG, Motorola und eben Huawei. LG beeilte sich zu Beginn ganz besonders und warf bereits drei Monate nachdem Google ihr Android Wear ankündigten Mitte 2014 die erste kompatible Smartwatch LG G Watch auf dem Markt. Leider fühlte sie sich dem Schnellschuss an, die sie auch war und fiel in unserem Test durch. Der Nachfolger LG G Watch R und die aktuelle Android Wear Smartwatch LG Watch Urbane machten ihre Sache dagegen schon viel besser.

Huawei Watch Test – Unser Videofazit:

Motorola zeigte ihre Moto 360 das erste Mal im Juni 2014. Sofort verliebte sich die versammelte Tech-Branche in das gelungene minimalistische Design. Auch wir feierten die Motorola Moto 360 mit ihrem damals revolutionären runden Display als „Die schönste Android Wear Uhr“.

Huawei dagegen ließ sich etwas mehr Zeit. Ein ganzes halbes Jahr benötigte Huawei, um die Anfang März zum MWC 2015 vorgestellte Huawei Watch dann tatsächlich auf den Markt zu bringen. Erhältlich ist sie nun in drei Varianten. Die Watch Classic (399 Euro), die Watch Active (449 Euro) und das Luxus-Modell Watch Elite mit Rosé-Gold-Beschichtung (799 Euro).

Huawei Watch (Bild: Übergizmo)

Die Huawei Watch (links) wirkt trotz größeren Displays filigraner als die LG Watch Urbane. (Bild: Übergizmo)

Für jede Variante stehen unterschiedliche Armbänder zur Verfügung, die nochmal ordentlich an der Preisschraube drehen können. Wer zum Beispiel die Huawei Watch Elite mit Edelstahl-Armband wählt, zahlt locker über 1.000 Euro. Neben all der Modellvielfalt gibt es die Huawei Watch leider nicht in einer kleineren Version für Frauenhandgelenke.

Design & Verarbeitung

Die Huawei Watch ist ein Schmuckstück – selbst in der uns vorliegenden „günstigen“ Classic Variante mit Lederarmband. Sie wirkt zu keiner Sekunde wie ein Geek-Spielzeug, sondern eher wie ein elegantes Accessoire. Das liegt in erster Linie an ihrem minimalistischen Design.

Mit 11,3 Millimetern Höhe bewegt sie sich zwischen der flacheren LG Watch Urbane und der dickeren Moto 360. Klobig ist sie deswegen noch lange nicht. Gerade an Männerarmen verleiht ihr ihre Höhe eine wertige Anmutung. Für die meisten Frauenarme könnte sie jedoch zu massiv sein.

Huawei Watch (Bild: Übergizmo)

Die Huawei Watch (oben) ist minimal höher als die LG Watch Urbane (Bild: Übergizmo)

Die Verarbeitung der Huawei Watch entpuppt sich an so ziemlich jeder Stelle als erstklassisch. Das zeigt sich auch an Details wie dem herrlichen Druckpunkt des physischen Knopfs. Der schmale Edelstahlrand um das Display steht schützend einen Millimeter hervor. Das Display-Glas besteht aus kratzfestem Saphirglas, welches auch bei den teuren Modellen der Apple Watch zum Einsatz kommt.

Nicht nur der Rahmen, auch große Teile der Rückseite bestehen aus dem sehr hochwertigen 316L Edelstahl. In der Mitte der Rückseite prangt ein Cent-großer Ausschnitt. Dahinter verbirgt sich der Pulsmesser. Ebenfalls auf der Rückseite befinden sich vier Lade-Pins für den mitgelieferten Ladeadapter.

Huawei Watch (Bild: Übergizmo)

Zentriert erkennt man den Pulsmesser. (Bild: Übergizmo)

Das Lederarmband ist weich und schmiegt sich angenehm am Arm an. Es kommt mit einem Schnellverschluss, um es ohne Werkzeug mit beliebigen anderen 18-mm-Armbändern zu wechseln.

Display

Das Display misst 1,4 Zoll mit 400 mal 400 Pixeln und kommt so auf eine Pixeldichte von 286  ppi. Trotz Pentile Matrix sind bei dem AMOLED kaum einzelne Pixel zu erkennen. Das Display ist recht hell, kommt mit perfekten Schwarzwerten und einer guten Blickwinkelstabilität, auch wenn es bei spitzen Winkeln zu leichter Grünfärbung kommt.

Huawei Watch (Bild: Übergizmo)

Der schmale Rahmen gefällt uns besonders gut. (Bild: Übergizmo)

Leider kommt die Uhr ohne Umgebungslichtsensor und passt sich damit nicht den Lichtverhältnissen an. Besonders gut hat uns der sehr schmale Rahmen um das Display gefallen. Kein Vergleich zum klobigen Rand der LG Watch Urbane. Durch die schmalen Ränder wirkt das Chassis der Uhr deutlich kompakter, als es ist.

Hardware & Performance

In der Huawei Watch kommt ein Qualcomm Snapdragon 400 zu Einsatz. Der 1,2 GHz Quadcore Prozessor wird von 512 MByte RAM unterstützt. Diese Kombination ist bereits von den einigen Android Wear Smartwatches bekannt und verrichtet seine Arbeit sehr flott und nur nurmit seltenen Verzögerungen oder Rucklern.

Huawei Watch (Bild: Übergizmo)

Der Ladeadapter haftet magnetisch an der Huawei Watch. (Bild: Übergizmo)

 

Auf den 4 GByte internen Speicher können Musik und Apps gespeichert werden. Der Akku kommt mit einer Kapazität von 300 mAh. Im Test lief die Huawei Watch problemlos zweiTage, wenn man sie in der Nacht in den Kino-Modus versetzt. Wenig überraschend kommt sie außerdem mit Bluetooth 4.1, WLAN, zwei Mikrofonen, Gyroskop, HRM, Barometer und Vibrationsmotor.

Die Hardware passt gut zu den Ansprüchen an eine Smartwatch. Allerdings schafft es Huawei in diesem Punkt nicht, sich von der günstigeren Android Wear Konkurrenz abzusetzen, die sehr ähnliche bis identische Hardware in ihren Smartwatches verbauen.

Software

Android Wear ist Android Wear. Es unterscheidet sich zwischen den entsprechenden Smartwatches nur in ihrer Versionsnummer. Natürlich läuft auf der Huawei Watch Android Wear in der Version 5.1.1 und unterstützt damit neben Android-Smartphones auch die Konkurrenz aus dem Hause Apple in Form von iPhones.

Huawei Watch (Bild: Übergizmo)

Im Prinzip zeigt die Smartwatch mit Android Wear alle Push Nachrichten an. Außerdem versteht Android Wear, wenn man mit ihm spricht. Mit den richtigen Befehlen nach der Initiierung mit „OK Google“ lassen sich so Nachrichten verschicken, die Navigation starten, ein Wecker stellen, Musik abspielen und vieles mehr.

Trotzdem darf man sich nicht täuschen lassen: Der grundsätzliche Mehrwert hält sich in Grenzen. Klar, man sieht seine Nachrichten schneller und muss dafür nicht das Smartphone aus der Tasche ziehen. Das war es dann aber auch schon. Sobald die Aufgabe auch nur ein klein wenig komplexer wird, hat man ohnehin das Smartphone wieder in der Hand.

(Bild: Übergizmo)

Huawei Watch Fazit

Die Huawei Watch ist premium. Das fängt beim hochwertigen Edelstahl an, geht über das kratzfeste Saphirglas bis hin zum stolzen Preis von mindestens 399 Euro. Diese Uhr schreit nach Luxus. Noch bei keiner anderen Smartwatch die ich im Rahmen von Tests trug, wurde ich derart oft darauf angesprochen. Ein echter Hingucker eben.

Leider schafft es Huawei aber nicht, dieses Premium-Feeling konsequent in alle Bereiche zu übertragen. So ist die technische Hardware zwar einer Smartwatch angemessen, hebt sich aber nicht von der deutlich günstigeren Konkurrenz von LG, Asus und Motorola ab.

Leider hält sich auch der Mehrwert von Android Wear in Grenzen. Sei’s drum. Ich behaupte: Wer heute mit dem Gedanken spielt, sich eine Smartwatch zuzulegen, tut dies nicht in erster Linie aus Produktivitätsgründen. Er tut es, weil er Technik geil findet, weil er ein Early Adopter ist, auf Statussymbole steht und einen feinen Sinn für Style hat. Und genau diese Zielgruppe wird die Huawei Watch lieben, auch wenn sie 100 Euro zu viel kostet.

Pro / Con

(Bild: Übergizmo)316L Edelstahl, Saphirglas

(Bild: Übergizmo)Perfekte Verarbeitung

(Bild: Übergizmo)Gutes Display mit sehr schmalen Rändern

(Bild: Übergizmo)Viele clevere Details

(Bild: Übergizmo)Recht teuer

(Bild: Übergizmo)Hardware „nur“ Durchschnitt

Huawei Watch Test – Unser Videofazit:

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