Test: HTC One A9 mit Android 6.0 Marshmallow

(Bild: Übergizmo)

Das HTC One A9 ist das edelste 5-Zoll-Android-Smartphone am Markt, bietet als erstes Gerät nach Googles Nexus-Modellen die neueste Betriebssystemversion Android 6.0 Marshmallow und wird schon von der neuen Prozessor-Generation von Qualcomm angetrieben, die eine längere Akkulaufzeit und ein schnelleres Laden verspricht. Doch der Preis des neuen A9 hat sich gewaschen und liegt mit 579 Euro in den Regionen so manch einer Flaggschiffmodelle. Ob sich der Kauf des HTC One A9 dennoch lohnt, das erfahrt ihr in unserem ausführlichen Test.

Test: HTC One A9 - Die besten Bilder

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Test: HTC One A9 - Die besten Bilder

Ab dem 2. November 2015 könnt ihr das HTC One A9 in Deutschland kaufen. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers liegt bei 579 Euro, was für ein Nicht-Flaggschiff-Modell schon eine Ansage ist. HTC will beispielsweise gut 90 Euro mehr als Google für sein neues Nexus 5X und 80 Euro mehr als Huawei für sein Flaggschiff P8 zu seinem Start wollte. Erste Händler listen das A9 zwar schon für günstigere 549 Euro, dennoch schickt es HTC zu diesem Preis in einen Ring mit Geräten wie dem Samsung Galaxy S6 und S6 Edge, dem LG G4 oder gar seinem eigenen Flaggschiff, dem HTC One M9, die sogar schon zu günstigeren Preisen erhältlich sind. Update 29.10.15 : Die Preise wurden jetzt wieder auf die UVP angehoben.

Hier unserer Hands-On-Video zum HTC One A9

Design

Das Design des HTC One A9 wird seinem Preis allerdings mehr als nur Gerecht. Die Hardware hat HTC wieder in ein edles Unibody-Gehäuse aus Aluminium verpackt, das wie das der One-Flaggschiffe eine hochwertige Haptik bietet und schon beim ersten Anfassen begeistert.

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HTC hat sich seit dem M7, das noch sehr scharfkantig war, mit den Nachfolgemodellen immer mehr zu runderen Formen bewegt und diese Linie beim HTC One A9 weitergeführt. Bei dem Gerät sind die Ecken und Kanten nochmals mehr abgerundet als bei allen bisherigen One-Modellen, wodurch es sich noch besser in die Hand schmiegt. Das A9 sieht außerdem noch etwas moderner aus als die vorherigen Modelle. Sogar auf kleine Details wurden geachtet. So hat HTC auch das Displayglas an den Kanten abgerundet, sodass sie noch etwas geschmeidiger in das Gehäuse übergehen, was sich beim Wischen über den Bildschirm angenehm bemerkbar macht. HTC hat auch den Dual-Tone-LED-Blitz umgebaut, sodass er rund ist und zum Gesamtbild passt.

Das Aluminiumgehäuse ist praktisch unanfällig für Fingerabdrücke und nun auch nach der IPX3-Zertifizierung gegen Spritzwasser geschützt. Es wird in den vier Farben Carbon Gray (Grau, siehe Fotos), Opal White (Weiß), Topaz Gold (Gold) und Deep Garnet (Granatapfelrot) erhältlich sein. Das Aluminium-Gehäuse soll in Biegetests einer Belastung von 54 Kilogramm standgehalten haben, womit es sich laut HTC in der Hosetasche nicht verbiegt. Im Test fühlte es sich ebenfalls stabil an und gab bei moderatem Druck nicht nach.

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Mit seinem 5-Zoll-Display ist das Gerät im Vergleich zu den immer größer werdenden Phablets eher kompakt. Es misst dank nicht allzu dicker Display-Ränder 70,8 Millimeter in der Breite, kommt auf Grund eines für HTC ungewöhnlichen Home-Buttons unter dem Display aber auf 145,75 Millimeter in der Höhe, womit es etwas länger ist als manch ein 5,2-Zoll-Gerät. Mit 7,26 Millimetern und 143 Gramm ist es im Grunde genauso dünn und leicht wie das aktuelle iPhone 6S.

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An der rechten Seite hat HTC die Lautstärkeregelung sowie den Power-Button verbaut. Letzterer ist geriffelt, sodass man ihn leichter erfühlen kann. Das ist zwar nur ein kleines Detail, bringt aber tatsächlich eine erhöhte Treffsicherheit. Auch die Druckpunkte der Lauter-Leiser-Wippe und des Einschalters können überzeugen.

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Auf der linken Seite sitzen der SIM- sowie microSD-Kartenslot. MicroUSB-Port, Kopfhörerbuchse und Lautsprecher sind an der unteren Kante verbaut. Front-Stereo-Lautpsprecher gibt es beim A9 leider nicht. Dazu aber noch später mehr.

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So schön wie das A9 ist auch nur das Apple-Smartphone, an dessen Aussehen das Gerät auch ohne Zweifel erinnert. Dass HTC das Design von Apple abgekupfert hat, kann man aber so nicht unbedingt sagen. Klar, die Form ist im Grunde identisch zu der des iPhone 6 beziehungsweise 6S, allerdings hatte HTC schon vor dem iPhone 6 das Industriemetall-Design für seine Geräte verwendet. Demnach kann man dem iPhone 6 genauso Parallelen zum HTC One M7 nachsagen. Heutzutage lässt sich eben jeder von jedem „inspirieren“.

(Bild: Ubergizmo.com)

Lies auch: HTC ONE A9 VS APPLE IPHONE 6S – TECHNISCHE DATEN IM VERGLEICH

Display

Das 5 Zoll große Display löst beim HTC One A9 mit Full HD auf. 1920 mal 1080 Pixel sind bei 5 Zoll auch vollkommen ausreichend. Allerdings sind Geräte mit identischer Pixelzahl und Diagonale schon für deutlich weniger Geld erhältlich. Zu dem Preis bekommt man eher schon Geräte mit größeren und höher auflösenden QHD-Bildschirmen.

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HTC setzt beim neuen Modell nicht mehr auf ein LCD, sondern ein AMOLED-Panel mit bekanntlich hohen Schwarzwerten und Kontrasten. Für langjährige HTC-Fans, die sich an die natürlichere Farbdarstellung der LC-Bildschirme gewöhnt haben, gibt es aber auch Einstellungen, die die typischerweise knalligeren Farben etwas in Zaum halten.

Der Bildschirm ist an sich Blickwinkelstabil, wenn man beispielsweise einmal zu zweit leicht von der Seite darauf schaut. Man kann Inhalte gut erkennen, allerdings macht sich ein leichter Blaustich bemerkbar, der bei weißen Flächen auffällt. Die Helligkeit der Anzeige liegt bei ordentlichen bei 500 cd/m². Für eine noch bessere Ablesbarkeit im Freien bei Sonnenlicht hat die HTC Corporation zudem einen Helligkeitsboost eingebaut. Die automatische Helligkeitsfunktion funktioniert allerdings nicht so gut und regelt die Helligkeit häufig unpassend zum Umgebungslicht.

Das Display ist weiterhin von dem aktuellsten Gorilla Glas 4 geschützt und ist wie erwähnt an den Kanten abgerundet (2,5D). Zusatzfunktionen wie das S6 Edge oder das Blackberry Priv bringen die Kanten aber nicht mit. Sie fühlen sich lediglich beim Darüberwischen etwas angenehmer an.

Hardware

Während das Design ganz oben in der Premium-Klasse mitspielt, ist die Hardware des HTC One A9 trotz neuem Qualcomm-Chip in der Mittelklasse einzuordnen. HTC setzt zwar als erster Hersteller auf Qualcomms neuen Octa-Core Snapdragon 617, der mit vier 1,5 GHz respektive vier 1,2 GHz schnellen Kernen ausgestattet und nochmals energieeffizienter ist, dabei handelt es sich aber um eine Mittelklasse-CPU. Auch der Arbeitsspeicher ist mit 2 GByte kleiner, als bei gleich teureren Modellen. Und beim internen Speicher dürfte man für 580 Euro ebenfalls mehr als 16 GByte erwarten. Zum Vergleich: Das One M9 mit 32 GByte kostet beispielsweise nur rund 500 bis 520 Euro. In den USA verkauft HTC ein Modell mit 3 GByte RAM und 32 GByte Speicher. Hierzulande aber nicht.

Abzüglich des Systems bleiben rund 10 GByte übrig. Der microSD-Kartenslot zur Erweiterung der Kapazität, der Speicherkarten mit bis zu theoretischen 2 TByte aufnehmen kann, gleicht den Mangel an interenem Speicher allerdings wieder etwas aus. Mit Android 6.0 hat Google auch die Kompatibilität von Speicherkarten verbessert.

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Im Benchmarks zeigt sich, dass das HTC One A9 nicht mit ähnlich teureren Geräten mithalten kann. Im AnTuTu-Benchmark kommt es auf rund 41.000 Punkte, was ungefähr dem Niveau der Flaggschiffe aus dem letzten Jahr entspricht. Das Sony Xperia Z3 erreicht beispielsweise gut 42.000 Punkte. Auch das Wiko Highway Star, das wir kürzlich getestet haben, kommt auf einen ähnlichen Wert. Das M9 schaffte rund 56.000 Punkte.

Aber im Grunde zählt natürlich, wie die Geschwindigkeit im Alltag ist. Und hier gibt es eigentlich nichts zu bemängeln. Das System des HTC One A9 läuft flott. Auch das Öffnen von oder Wechseln zwischen Apps geht schnell und ohne nervige Verzögerungen. Im direkten Vergleich ist es aber einen Hauch langsamer als Modelle mit schnellerer CPU. Wer dies nicht gewöhnt ist, dem dürfte das allerdings nicht negativ auffallen.

(Bild: Übergizmo)

Auch die meisten Spiele werdet ihr auf dem Smartphone zocken können. Getestet haben wir Modern Combat 5: Blackout, das auf der Grafikeinstellung Optimal flüssig läuft. Stellt man die Grafik auf die bessere Qualtität ein, machen sich ab und zu kleinere Ruckler bemerkbar – besonders bei Szenen mit Explosionen oder ähnlichem. Das Spiel war aber immer noch gut spielbar. Bei den Ladezeiten muss man sich wiederum gefühlt etwas länger gedulden. Warm wurde das Gerät beim Zocken übrigens nicht. (Wer will, dass wir noch spezielle Spiele testen, kann gerne einen Kommentar schreiben, solange wir das Gerät noch in der Redaktion haben.)

Kamera

Das HTC One A9 ist mit einer 13-Megapixel-Kamera mit einer F2.0-Blende ausgestattet. Während die Auflösung wiederum eher zur Mittelklasse zählt, ist die Ausstattung der Kamera auf einem Top-Niveau. Das A9 bietet nämlichen einen Phasenautofokus und einen optischen Bildstabilisator und natürlich einen Dual-Tone-LED-Blitz. Die Linse auf der Rückseite steht auf grund des OIS übrigens etwas heraus. Sie ist aber mit Saphirglas geschützt, wodurch sie nicht verkratzen sollte, wenn man das Gerät auf den Tisch legt.

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Der Phasenautofokus erfasst Objekte sehr schnell und stellt sie scharf, sodass auch spontane Schnappschüsse gelingen. Der optische Bildstabilisator sorgt für wenig unscharfen Ausschuss beim Fotografieren. Das macht sich auch bei Low-Light-Shots bermerkbar. In der maximalen Auflösung spuckt das HTC One A9 Fotos im 4:3-Format aus. 16:9-Bilder sind mit 10 Megapixel möglich. Im Automatik-Mode kommen bei Tageslicht ansehnliche Aufnahmen mit vielen Details, natürlichen Farben und ordentlicher Belichtung heraus. Auch Nahaufnahmen können überzeugen. Bei wenig Licht bekommt das A9 die Farben und Belichtung ebenfalls verhältnismäßig gut hin. Zudem hilft in Low-Light-Situationen der Pro-Modus, der unter anderem Einstellungen für den ISO-Wert und die Belichtungszeit bietet. Leider belichtet das HTC-Smartphone nur maximal 2 Sekunden, was das Ganze einschränkt.

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Wer im Profi-Modus fotografiert profitiert von dem Support fürs RAW-Format. Aufnahmen werden dann im Digital-Negatives-Format (.dng) gespeichert und können mit einem Fingertipp aufgearbeitet werden. Der Unterschied zu den normalen JPEGs ist auch deutlich sichtbar. Es werden die Farben korrigiert, die Belichtung verbessert und auch mehr Details herausgearbeitet. Allerdings macht sich beim Heranzoomen ein deutlich stärkeres Rauschen bemerkbar. Wer möchte, kann die RAW-Dateien aber natürlich auch am PC selbst bearbeiten und erzielt womöglich noch bessere Ergebnisse. Wer keine Photoshop-Lizenz hat, kann beispielsweise die kostenlose Sofware RawTherapee nutzen oder Gratisprogramme wie GIMP oder Paint.net durch Plug-ins nachrüsten.

(Bild: Übergizmo)

Die Front-Kamera kommt mit HTCs bekannter Ultrapixeltechnologie und bietet eine Auflösung von rund 4 Megapixel bei Selfies. Dadurch gelingen Selbstportraits auch noch bei etwas weniger Licht, einen Front-Blitz kann HTC damit aber nicht ersetzen. Des Weiteren gibt es eine Gesichtsverschönerungsfunktion, aber beispielsweise keinen Wide-Selfies-Modus.

Videoaufnahmen sind mit beiden Kameras mit Full HD möglich. 4K wird nicht unterstützt. Dafür gleicht der optische Bildstabilisator kleine Verwackler fast vollkommen aus. Auch die Videoqualität kann überzeugen.

(Bild: Übergizmo)

Eine Software-Neuheit für HTC ist ein Hyperlapse-Modus für Zeitrafferaufnahmen, die später mit Hilfe von HTC Zoe zusammen mit normalen Clips oder Bildern zu kurzen Video-Compilationen verarbeitet werden können. Nutzer können nach einer Aufnahme einzelne Passagen eines Clips per Schieberegler auswählen und mit bis zu 12-facher Geschwindigkeit ablaufen lassen.

Der OIS macht sich besonders bei diesen Aufnahmen bemerkbar. Auch hier bleibt das Bild trotz kleiner Verwackler fast komplett ruhig. Nur an Rändern eines Clips macht sich dann meist ein leichtes Flackern bemerkbar. Zudem scheinen die Zeitrafferaufnahmen an den Seiten etwas abgeschnitten zu sein. HTC nutzt zusätzlich eine Software-seitige Stabilisierung sowie die Daten des Gyroskop, um Verwackler aus den Zeitraffer-Aufnahmen herauszurechnen. Gegen große Verwackler kam das A9 aber dadurch auch nicht an. Dennoch gelingen mit dem HTC One A9 schöne Aufnahmen.

Nachfolgend einige Testaufnahmen des HTC One A9:

(Bild: Übergizmo)

Außenaufnahme – Automatik (Bild: Übergizmo).

(Bild: Übergizmo)

Außenaufnahme – Automatik (Bild: Übergizmo).

(Bild: Übergizmo)

Innenaufnahme – Automatik (Bild: Übergizmo).

(Bild: Übergizmo)

Innenaufnahme – Automatik (Bild: Übergizmo).

(Bild: Übergizmo)

Nahaufnahme – Automatik (Bild: Übergizmo).

Fingerabdruckscanner

Das HTC One A9 ist das erste Gerät der Taiwaner, das mit einem Fingerabdruckscanner im Home-Button ausgestattet ist. Er dient wie üblich zum Entsperren des Gerätes und kann im Play Store zum Kaufen von Apps verwendet werden. In Zukunft wird er auch bei der Verwendung von Android Pay nützlich sein. Smartphone-Besitzer können insgesamt fünf Fingerabdrücke speichern. Bei der Einrichtung kann man den Finger wie üblich in mehreren Ausrichtungen auf den Sensor legen, sodass er zuverlässig erkannt wird. Das Entsperren geht auch schnell. Der Lockscreen blitzt nur ganz kurz auf. Darüber hinaus kann die Taste natürlich auch als Home-Button verwendet werden.

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Kommunikation

An Kommunikationsmöglichkeiten bietet das HTC One A9 alles, was man sich von einem Top-Gerät erwarten würde. Es sind LTE Cat 6 mit Downloadraten von bis zu 300 MBit/s, UMTS samt HSPA+, Dual-Band-WiFi nach dem Standard 802.11 ac, Bluetooth 4.1, USB 2.0, GPS sowie Glonass vorhanden. An Bord ist auch NFC, HTCs Sensor-Hub und die üblichen Sensoren für Bewegung, Umgebungslicht & Co. Der Screen des A9 lässt sich daher auch per doppeltem Fingertipp aufwecken. Nur auf eine IR-LED scheint HTC verzichtet zu haben.

(Bild: Übergizmo)

Der Empfang ist beim HTC One A9 sehr gut – und meist besser als bei Konkurrenten wie dem Galaxy S6. Dafür sorgen die aufgedampften Antennen-Streifen auf der Rückseite, die HTC übrigens schon vor Apple verwendet hatte.

Sound

Das HTC One A9 verzichtet auf Front-Stereolautsprecher, bringt dafür einen DAC mit, der für eine Abtastfrequenz von 192 kHz bei 24 Bit sorgt. Das Feature richtet sich an Musikliebhaber, die auch unterwegs in Sachen Musikgenuss Wert auf möglichst hohe Qualität legen und Tracks beispielsweise in Studiomaster-Qualität genießen wollen.

(Bild: Übergizmo)

Um das Feature voll auskosten zu können, sind natürlich hochwertige Kopfhörer sowie Audio-Files in den entsprechenden Wiedergabequalitäten Voraussetzung. Man darf jedenfalls nicht erwarten, dass das Gerät aus minderwertigen Kopfhörern oder MP3s mit einer Datenraten von 128 KBit/s mehr herausholt. Allerdings ist schon bei MP3s mit 320 KBit/s ein Unterschied zu hören. Die Qualität gibt es beispielsweise bei Spotify-Premium. Über Tidal oder WIMP können auch schon verlustfreie Audiofiles mit 1411 KBit/s (16 Bit, 44.1 KHz) gestreamt werden. Unkomprimierte High-End-Audiodateien findet man auch auf HDTracks oder HIGHRESAUDIO.

Ein weiteres Plus ist außerdem ein guter Kopfhörerverstärker, der für eine hohe Lautstärke sorgt. Das macht sich auch schon beim Radiohören mit dem integrierten UKW-Radio bemerkbar.

(Bild: Übergizmo)

Darüber hinaus unterstützt das HTC One A9 Dolby-SurroundSound und bringt HTCs BoomSound-Technologie mit (nur Kopfhörer). Der Mono-Lautsprecher an der unteren Kante ist dagegen nicht sonderlich laut und klingt auch deutlich schlechter, als die von den HTC-Flaggschiffen gewohnten Stereo-Front-Lautsprecher.

Betriebssystem

Das HTC One A9 ist das erste Smartphone nach Googles neuen Nexus-Geräten, das ab Werk mit Android 6.0 Marshmallow ausgestattet ist. Zu den Neuerungen gehört „Now on Tap“, das mehr kontextbezogene Aktionen für Google Now verspricht, aktuell aber nur in Englisch verfügbar ist. Es soll euch beispielsweise an Dinge erinnern, wie euren Mietwagen vor der Rückgabe aufzutanken. Dafür werden dann Tankstellen in der Nähe des Autovermieters angezeigt.

Google hat aber auch die App-Berechtigungen überarbeitet. Ihr müsst Anwendungen bei der Installation nicht mehr alle gewünschten Berechtigungen erteilen. Stattdessen fragen Apps unter Android 6.0 den Zugriff auf bestimmte Ressourcen erst dann an, wenn sie sie tatsächlich benötigen. Wenn ihr nicht wollt, dass eine App Zugriff auf die Kamera oder die Kontakte erhält, könnt ihr dies unterbinden.

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Um den Stromverbrauch von Android-Smartphones weiter zu senken, hat Google zudem eine Funktion namens Doze entwickelt. Anhand von Sensordaten stellt Android fest, ob ein Gerät beispielsweise auf dem Schreibtisch liegt und nicht genutzt wird. Das Betriebssystem tritt dann in einen Low-Power-Modus ein und reduziert die Aktivitäten im Hintergrund. Wichtige Benachrichtigungen und Anrufe werden weiterhin durchgestellt, aber die meisten anderen Aktivitäten werden heruntergefahren.

Wie üblich hat HTC Googles Stock-Android mit seiner Sense-Oberfläche in der Version 7.0 angepasst, die sich dank Themes an den eigenen Geschmack anpassen lässt. Wer das BlinkFeed nicht nutzen möchte, das den linken Home-Screen einnimmt, kann es wie üblich entfernen.

Akku

In dem dünnen Gehäuse des HTC One A9 findet nur ein 2150-mAh-Akku Platz, der dank der sparsameren CPU und der neuen Energiesparfunktion von Android 6.0 dennoch für eine lange Laufzeit sorgen soll. Beim Streaming eines Youtube-Clips über WLAN bei halber Helligkeit kamen wir auf eine Laufzeit von gut 6 Stunden, was in Anbetracht der Kapazität auch ein guter Wert ist. Doze macht sich dann aber erst bei der Standby-Zeit bemerkbar, die mit gut 18 Tagen laut HTC ebenfalls respektabel ist. Den Akku werden wir in den nächsten Tagen noch weiter auf den Prüfstand stellen und noch mehr Details zur Laufzeit liefern.

Sollte der Akku mal knapp werden, ist auch beim HTC One A9 ein normaler und der extreme Energiesparmodus mit an Bord, der bei niedrigem Akkustand noch für eine längere Laufzeit sorgt. Ist der Modus aktiviert, hält das System lediglich die Funktionen Telefonie, Nachrichten, E-Mail, Kalender, Uhr und Rechner am Leben.

Dank Qualcomms Quick Charge 3.0, das bislang nur der Snapdragon 617 bietet, kann das A9 nochmals in kürzerer Zeit mit Strom betankt werden. Die Funktionalität ist aber gerade erst noch in der Fertigstellung und wird von HTC per Software-Update freigeschaltet, sobald Qualcomm den Startschuss gibt. Aber auch mit Quick Charge 2.0 ist der Akku schnell befüllt. Von 0 auf 100 Prozent dauert es gut 90 bis 100 Minuten. Das Standard-Netzteil hat auch überdurchschnittliche 1,5 Ampere.

(Bild: Übergizmo)

Fazit

Der erste gute Eindruck aus dem Hands-On hat sich auch im Test bestätigt. HTC hat eigentlich fast alles bei diesem Gerät richtig gemacht. Es kommt mit einem tollen und modernen Design, ist kompakt, hat eine gute Kamera mit Top-Ausstattung,  einen Fingerabdruckscanner und bietet eine hochwertige Audioqualität sowie das neuste Android 6.0 Marshmallow als OS.

Für eine UVP von 579 Euro könnte die Hardware aber noch etwas besser sein, auch wenn HTC auf einen brandneuen Qualcomm-Chip setzt. Ähnliche teurere Geräte haben hier einfach etwas mehr zu bieten. Allerdings könnte das HTC One A9  auch schon zu seinem Verkaufsstart etwas reduziert werden. Erste Händler hatten die Preise schon gesenkt, inzwischen aber wieder angehoben. Denn zu einem günstigeren Preis bekommt das Gerät eine Kaufempfehlung für alle, die viel Wert auf ein Premium-Design legen.

Pro / Con

plusplushochwertiges Metallgehäuse

plusplusAndroid 6.0 Marshmallow

(Bild: Übergizmo)gute Kamera mit Phasenautofokus und OIS

(Bild: Übergizmo)Fingerabdruckscanner

(Bild: Übergizmo)DAC für High-Res-Audio

(Bild: Übergizmo)guter Empfang

(Bild: Übergizmo)ordentliche Akkulaufzeit

(Bild: Übergizmo)Pro-Mode der Kamera eingeschränkt

(Bild: Übergizmo)Monolautsprecher

(Bild: Übergizmo)vergleichsweise teuer für seine Hardware

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    1. Hi, Anomaly 2 läuft auf dem HTC One A9 und war auch gut spielbar – zumindest die ersten 5 Missionen. Nur das Bewegen der Karte wirkt etwas träge. Da ich das Spiel aber noch nicht auf anderen Geräten getestet habe, weiß ich nicht ob es nicht generell so ist ;) Das Gehäuse wurde nach einer halben Stunde schon warm, aber nicht heiß. Gestört hat es beim Spielen nicht.

      Gruß Christian@Übergizmo

  1. Gibt es vergleichbares eigentlich auch mit Dual-SIM? Ich benötige für Arbeit die Möglichkeit, eine zweite SIM-Karte zu nutzen, die Auswahl an guten Smartphones wird da immer kleiner… :-( Wichtig wären mir maximal 5,2″, (sehr) gute Kamera, halbwegs aktuelle Hardware, ordentliche Schwuppdizität.

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