UE Boom 2 im Test: Auf dem Weg zur Perfektion [+Videotest]

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Sie sieht aus wie letztes Jahr und kann auch grundsätzlich das Gleiche: Musik abspielen. Doch mit der UE Boom 2 reizt die Logitech-Tochter viele technische Möglichkeiten aus und beschert ein würdigen Nachfolger.

UE Boom 2 in natürlichen Umfeld

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Design und Verarbeitung

Gleiche Form, gleiches Design und trotzdem hat Ultimate Ears bei der UE Boom 2 ordentlich an der Fassade gearbeitet. Hier haben sich UE vor allem in punkto Robustheit Gedanken gemacht. Stürze, Badegänge oder Hitze sollen der Boom 2 nichts anhaben können.

Wasserschaden

Wo die UE Boom der ersten Generation noch sehr vorsichtig in der Formulierung war, will die Boom 2 also der ideale Begleiter für ausgelassene Partys sein. Hier sichert sich der Hersteller beispielsweise mit einer IP X7 Zertifizierung ab. Sie schützt den Bluetooth-Speaker vor eindringendem Wasser beim Eintauchen. Egal ob Poolparty oder Schneeballschlacht, mit der IP X7 Zertifizierung könnt ihr die UE Boom 2 für maximal 30 Minuten Nässe aussetzen.

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Aber Achtung ist geboten: Wenn ihr die UE Boom Wasser aussetzen wollt, vergewissert euch, dass die Gummikappen auf den Aux- und Mikro-USB-Anschlüssen sitzen. Denn leider wurden diese Anschlüsse (noch) nicht wasserfest konzipiert. Im Gespräch verriet uns UE aber, dass man für die nächste Generation der Boom bereits daran arbeiten würde.

Stoßfest

Was für die Wasserfestigkeit gilt, gilt bei der UE Boom 2 auch bei Stößen. Hier macht Ultimate Ears zwar keine genauen Angaben zur Zertifizierung, aber wir haben uns im Test wenig gescheut den Speaker auf Herz und Nieren zu testen. Inoffiziellen Aussagen zufolge hält die Boom 2 Stürzen von bis zu 1,5 Meter stand. In unserem Test schmissen wir den Lautsprecher aus über einem Meter auf harte Steine. Fazit: Macht mit der Box was ihr wollt, bei regulärer Nutzung wird eure Boom 2 wohl nie kaputt gehen. Maximal einige Dellen bekommt der Speaker, wenn ihr ihn sehr strapaziert.

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Feuerschutz?

Und dann kommen wir noch schnell zum Punkt der Feuerfestigkeit. Denn eigentlich soll die Ummantelung der Boom 2 aus feuerfestem Textil Feuer standhalten. Diesen Zweck erfüllt die Textilmembran auch für wenige Sekunden. Laut einem Mitarbeiter von UE sei sie sogar aus dem gleichen Stoff wie Feuerwehrjacken gefertigt. Im Videotest bewahrheitet sich jedoch leider etwas anderes.

Doch der Schwachpunkt liegt hier nicht nur beim Stoff, sondern vielmehr an den gummierten Kanten und der Laut-/Leiser-Wippe. Denn diese wurde nicht feuerfest konzipiert. So wird aus dem inoffiziell feuerfesten Stoff rund um die Box nur noch ein äußerst stabiler Stoff ohne den Zusatz „Feuer“. Das ist etwas schade, denn ansonsten die UE wäre so wohl zu einem unschlagbaren Outdoor-/Extreme-Speaker geworden.

Lest auch: Test: UE Megaboom – der Bluetooth Lautsprecher mit Wumms [Videotest]

Im Gesamteindruck zum Thema „Design und Verarbeitung“ bekommt die UE Boom 2 von mir die Bestnote. Natürlich könnte man noch an Details wie feuerfestem Gummi oder wasserfesten Anschlüssen arbeiten, doch für den Hobby-Extrem-Partymacher hält bereits die Boom der zweiten Generation allen Ansprüchen stand. Nie wieder Sorgen um das Herunterfallen der teueren Technik machen, nie wieder Angst vor Wasserschaden durch Regen, Schnee oder Bierdusche haben müssen.

In Bezug auf das Design hat sich bei der Boom 2 fast nichts geändert. Lediglich an der Farbauswahl bei den einzelnen Boxen ist einiges dazugekommen. Ansonsten bleibt die Boom 2 aber dem Vorgänger treu. Sie erinnert weiterhin an eine Küchenpapierrolle, verfügt über einen 360 Grad Lautsprecher, Power-Button auf der Oberseite, Anschlüsse auf der Unterseite und überdimensionierten Lautstärkeregler auf dem breiten Gummiband entlang der Box. Selbst der abschraubbaren Schlinge für Karabiner oder Handlaschen ist man treu geblieben.

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Technische Details

Der Hersteller behauptet, dass die neue Box um 25 Prozent lauter geworden ist. Im Test bewahrheitet sich dies. Im Vergleich zur Boom der ersten Generation ist die Boom 2 extrem laut geworden. In Zahlen gibt UE hier 90db an. Zwar bleibt dabei der Sound bei voller Lautstärke noch immer klar, doch die Tiefen leiden etwas unter der höheren Lautstärke.

Die Reichweite der Bluetooth-Verbindung wurde von 15 auf 30 Meter erhöht. Das kann mitunter an der Akkulaufzeit zehren. Doch im Test hielt unsere Boom 2 trotzdem gut und gerne 15 Stunden durch. Ich empfehle aber dennoch sich nicht allzu weit von der Box zu entfernen. Dadurch spart ihr etwas Akku und schafft es auch wirklich auf die angegebenen 15 Stunden.

Auch sind viele neue Farben bei der Auswahl hinzugekommen. Einen Einblick erhaltet ihr hier.

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App und neue Features

Einmal die Handfläche leicht auf die Oberseite der UE Boom 2 klatschen und eure Musik wird pausiert. Wiederholt dies und die Musik geht weiter. Zusätzlich bedeutet zweimal schnelles Klatschen, dass der nächste Track gespielt wird. Hat man den Dreh mit Kraft, Winkel und Position der Handfläche einmal raus, funktioniert das Prinzip erstaunlich gut.

Zusätzlich könnt ihr über die großen Laut-/Leiser-Buttons an der UE Boom 2 natürlich auch noch die Lautstärke regeln. Aber das war es mit den Funktionen „an“ der Box. Die wirklich wichtigen Features gibt es in der „UE Boom“-App.

Lest auch: Test: Bluetooth Speaker Boom von UE – rundes Kraftpaket mit überraschenden Zusatzfunktionen

Hier könnt ihr etwa im Equalizer den recht schwachen Bass etwas verstärken, Stimmen hervorheben oder euren individuellen Equalizer erstellen. Dazu rate ich auch ganz dringend, denn die einzige Schwachstelle der UE Boom 2 findet sich tatsächlich im leicht schwachen Bass. Über den Equalizer könnt ihr das deutlich verbessern, doch auch dann fehlt der UE Boom 2 noch immer etwas Volumen.

Boom-App

Die App beinhaltet neben dem Equalizer aber auch noch eine Kopplungs-Funktion mit zwei Booms. Seid ihr etwa der Besitzer einer UE Boom 1 und wollt euch eine Boom 2 zulegen, so können sich die Speaker über die App verbinden. Ultimate Ears möchte dieses Prinzip in den kommenden Monaten auf bis zu 10 Geräte ausbauen.

Nun und dann finden sich in der Applikation noch ein Wecker und den Überbegriff „mehr“, der euch einige Einstellungen vornehmen lässt und Updates bereithält. Eines dieser Updates war jüngst die Erweiterung „Block Party“. Diese ermöglicht es euch und zwei Freunden gemeinsam DJ an der UE Boom zu spielen. Ihr könnt also zu dritt jederzeit Musik einspielen, damit auch jeder Musikwunsch auf der nächsten Party erwidert wird.

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Praxistest

Das Wichtigste an einem Lautsprecher ist natürlich die Klangqualität. Ultimate Ears behauptet zwar, dass perfekter Klang mathematisch messbar sei, doch ich stehe eher zu dem Argument, dass Klang individuell wahrgenommen wird. Deshalb hilft auch nur ein Videobeweis bedingt. Ihr solltet die Box einfach in einem Shop eures Vertrauens einmal testen. Ich selbst war, bis auf den Bass, rundum begeistert von der UE Boom 2.

Das folgende Video geht daher auch nur am Rande auf den Sound ein. Vielmehr wollte ich die UE Boom 2 einem Härtetest unterziehen. Ihr werdet also gleich sehen wie der Bluetooth-Lautsprecher Wasser, Stößen und Feuer standhält – oder auch nicht.

Ps.: Die Musik, die im Hintergrund läuft, stammt von Disdain Management. Den Track „stay true by 89beats“ findet ihr hier.

Fazit

Es macht einfach Spaß die UE Boom 2 zu nutzen. Der Speaker überzeugt dabei nicht nur mit richtig lautem und ausgeglichenem Sound, er hält auch in Bezug auf Verarbeitung und App-Nutzung viele Freuden bereit.

Hier möchte ich gerne noch einmal an meinen Härtetest aus dem oben eingebundenen Video erinnern. Meine UE Boom 2 wurde gebadet, musste aus circa einem Meter auf Steine aufprallen und wurde sogar Opfer eines Brandes. Nach dieser Folter ging die Box, trotz einiger Macken, aber noch immer problemlos. Das heißt im Klartext: Die UE Boom 2 ist wohl perfekt geeignet für Partyfreunde, Festivals und Strandurlaub. Wer seine Boom 2 nicht gerade so misshandelt wie ich, wird mit dem Speaker wohl auch noch lange Zeit Freuden haben.

Ich persönlich verpasse der UE Boom 2 daher auch 4,5 von 5 Sternen im Ranking. Der Lautsprecher überzeugt mit sehr guter Bluetooth-Verbindung, die stolze 30 Meter hält, verfügt über eine interessante App, die fortlaufend verbessert wird, und hält Wasser und Stößen gut stand. Gerade die Verbesserung in Hinblick auf IP X7 Zertifizierung halte ich wert hervorheben.

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Doch auch Spielereien wie das Klopfen zum Aktivieren der Box oder die Sprachansage zu Ladestand und Co. halte ich für einen schönen Mehrwert. In punkto Soundqualität konnte mich die UE Boom 2 fast vollständig überzeugen. Sie bietet für ihre Größe einen satten und ausgeglichenen Sound, kann mit sehr hoher Lautstärke problemlos umgehen und hält dabei ihre versprochenen 15 Stunden Laufzeit.

Lest auch: UE Megaboom – von der Idee zum Produkt

Lediglich in Bezug auf den Bass ziehe ich einen halben Stern ab. Dieser hätte in meinen Augen etwas kräftiger ausfallen können. Nicht, dass das jeder Mensch möchte, doch im Vergleich zur Konkurrenz könnte Ultimate Ears noch minimal an den Tiefen nachbessern. Entwickelt sich die Boom-Serie aber so gut weiter, freue ich mich schon unfassbar auf die UE Boom 3. Vielleicht klappt es dann auch endlich mit den 5 Sternen im Ranking.

Ihr Geld ist die UE Boom 2 aktuell aber wert. Ich kenne zumindest keinen anderen Hersteller, der so einen robusten Speaker mit solch überzeugendem Sound für 199 Euro anbietet.

(Bild: Übergizmo)

Ranking im Überblick

(Bild: Übergizmo)360 Grad Sound weiter verbessert

(Bild: Übergizmo)UE Boom 2 nun deutlich stabiler

(Bild: Übergizmo)Viele Zusatzfunktionen, vor allem in der App

(Bild: Übergizmo)Pairing mit zwei Lautsprechern möglich

(Bild: Übergizmo)15 Stunden Akkulaufzeit und 30 Meter Bluetooth-Reichweite

(Bild: Übergizmo)Bass könnte etwas kräftiger Ausfallen

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