Sony schnappt sich Toshibas Kamerasensor-Produktion

(Bild: Canon)

Sony hat sich die Kamerasensor-Herstellung von Toshiba gesichert und nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters dafür umgerechnet 150 Millionen Euro bezahlt. Auch weiße LED kommen nicht mehr von Toshiba. Deren Produktion wird eingestellt.

Sony hat vor, im Rahmen des Sensor-Sparten-Kaufgeschäfts die Toshiba-Fabrik in Oita im Süden Japans zu übernehmen, in der 300-mm-Wafer hergestellt werden. Auch 1.100 Mitarbeiter von Toshiba werden übernommen. Toshiba baut dann keine CMOS-Bildsensoren mehr. Die Übernahme wurde seit längerem erwartet.

Das restliche Halbleitergeschäft mit Fabriken für 200- und 150-mm-Wafer in Oita und Iwate lagert Toshiba in ein noch zu gründendes Unternehmen aus. Es soll sich auf analoge integrierte Schaltkreise und Chips für die Motorsteuerung von Fahrzeugen konzentrieren, zwei Bereiche in denen Toshiba nach eigenen Angaben „technologische Vorteile“ hat. Das neue Unternehmen soll am 1. April 2016 seine Geschäfte aufnehmen.

Die Maßnahmen sollen die Kosten der Halbleitersparte im Geschäftsjahr 2016 (ab 1. April 2016) um insgesamt 26 Milliarden Yen (195 Millionen Euro) senken. Zuletzt hatte die Sparte einen Jahresverlust von 37,8 Milliarden Yen erwirtschaftet.

Toshiba erholt sich derzeit von einem Bilanzfälschungsskandal. Anfang des Jahres musste das Unternehmen einräumen, dass hochrangige Manager seit 2008 systematisch die Gewinne geschönt haben – 2012 alleine um 85 Milliarden Yen (635 Millionen Euro). Der damalige Präsident Hisao Tanaka und sein Vorgänger Norio Sasaki nahmen daraufhin zusammen mit sechs weiteren leitenden Managern ihren Hut. Eine unabhängige Untersuchung hatte ergeben, dass sie die Manipulationen angewiesen hatten.

Sony wiederum kann mit der Übernahme seine bereits dominante Stellung im Markt für Kamerasensoren für Smartphones weiter ausbauen. Zu seinen Kunden zählen unter anderem Apple und Samsung. Einer Analyse von Bloomberg zufolge kontrollierte Sony im vergangenen Jahr rund 40 Prozent des Markts für CMOS-Bildsensoren, der ein Volumen von rund 8,7 Milliarden Dollar hatte. Die Nummer zwei, Techno Systems Research, hatte einen Anteil von etwa 16 Prozent. Bis 2019 soll der Markt etwa 12 Milliarden Dollar wert sein.

Tags :Quellen:Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de

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