Bosch-System soll Pkw-Unfälle mit Fußgängern vermeiden

(Bild: Bosch)

Ein häufiger Grund für Verkehrsunfälle sind Fußgänger, die plötzlich auf die Fahrbahn treten und vor ein Fahrzeug laufen. Oft haben die Personen, die den Wagen führen, leider schlicht zu wenig Zeit oder Raum, um auszuweichen - mithilfe der entsprechenden Technologie könnte sich das aber ändern.

Nein, Bosch will nicht Raum oder Zeit dehnen, sondern schlicht die menschliche Handlung beim Ausweichen optimieren. Dazu wird eine Stereo-Videokamera auf dem Fahrzeug  montiert, die permanent den Straßenbereich vor dem Auto aufzeichnet und auf Fußgänger oder sonstigen Verkehr hin untersucht.

Die dazugehörige Software sagt im Ernstfall Wege vorher, die man auf Basis der Richtung und Geschwindigkeit des Hindernisses am besten nimmt. Dabei lernt das Programm von zahlreichen Daten zum Verhalten von Fußgängern, das man aus Dashcam-Aufzeichnungen gewinnen konnte. So soll das System ein Verständnis davon bekommen, wann ein Zusammenprall wahrscheinlich ist.

Völlig autonom agiert das Fahrzeug dann aber nicht. Vielmehr soll der Fahrer oder die Fahrerin unterstützt werden, wenn die Reaktion auf das menschliche Hindernis nicht auszureichen scheint, um einen Unfall zu vermeiden. Dem verantwortlichen Bosch-Team zufolge kann das System die Chance für einen Unfall sogar dann um 60 Prozent senken, wenn erst eine halbe Sekunde vor dem eigentlichen Zusammenprall von der fahrenden Person eingegriffen wurde.

Das Bosch-System greift tatsächlich erst dann ein, wenn der Mensch das Ausweichmanöver einleitete. Die Reaktion der fahrenden Person ist sozusagen die Bestätigung der Vermutung seitens der Software, dass tatsächlich ein Unfall bevorsteht. Erst wenn die Onboard-Sensoren also eine entsprechende Änderung im Lenkwinkel oder auch der Geschwindigkeit feststellen, wird die Software wahrnehmbar aktiv – außer, die Reaktion des Fahrers oder der Fahrerin war bereits genügend. Selbstverständlich behält das Sicherheitssystem dabei auch im Auge, nicht andere Verkehrsteilnehmer beim Ausweichen in Mitleidenschaft zu ziehen. Hoffentlich gelingt dies tatsächlich.

Das System zur Vermeidung von Unfällen mit Fußgängern und anderen Verkehrsteilnehmern soll ab 2018 in Autos verbaut werden. Bis dahin wird es in Bosch´s Forschungs- und Entwicklungszentrum in Renningen verbessert, damit es auch tatsächlich unter realen Bedingungen funktioniert.

Tags :Quellen:Bild: BoschVia:Adnan Farooqui, Übergizmo.com

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