Microsoft knapst bei OneDrive-Cloudspeicher

(Bild: Microsoft)

Das Abo für Office 365 wird kein unbegrenztes Speichervolumen im Cloudspeicher Onedrive erhalten. Microsoft hatte das vor einem Jahr versprochen und nie eingehalten. Nun wurde das Versprechen zurück genommen. Ein TByte Speicher gibt es zum Abo dazu. Der kostenlose OneDrive-Speicher wird auf 5 GByte zurückgefahren. Bisher waren es 15 GByte.

Microsoft bietet keinen unlimitierten Speicher für Office-365-Abonnenten an, obwohl der zuständige Manager Chris Jones das vor einem Jahr in einem Blogbeitrag versprach. Dazu kam es nie. Im OneDrive-Konto steht, dass man 1024 GByte – also ein Terabyte – zur Verfügung hat.

In einem Bericht im Blog Dr. Windows heißt es, dass Kunden erst im Bedarfsfall und oft auch erst auf Nachfrage bei Microsoft zusätzliche Kapazitäten erhielten – aber nie unbegrenzten Speicherplatz.
(Bild: Microsoft)
Erst vor einer Woche hatte Microsoft dem Blog bestätigt, dass es weiterhin an seinem Versprechen festhalte. Es sei „technisch aber noch nicht vollständig umgesetz„. Das gelte auch für die automatische Erhöhung der Kapazität um ein weiteres Terabyte bei Erreichen des aktuellen Limits.

Die Kehrtwende bringt aber noch weitere Änderungen mit sich. Nicht nur neue, sondern auch alle vorhandenen Kunden des kostenlosen OneDrive-Angebots erhalten ab Anfang 2016 nur noch 5 GByte kostenlosen Speicher. Auch die zusätzlichen 15 GByte Speicher, die Microsoft Nutzern der automatischen Kamerasicherung anbietet, fallen künftig weg. Zum Loyalitätsbonus von 10 GByte, den früher OneDrive-Nutzer (damals noch SkyDrive) erhalten haben, macht Microsoft indes keine Angaben.

Office-365-Abonnenten, die derzeit mehr als ein Terabyte Daten auf OneDrive abgelegt haben, steht die zusätzliche Kapazität ab Einführung der neuen Obergrenze noch mindestens ein Jahr zur Verfügung. Nicht zahlende OneDrive-Nutzer, die derzeit mehr als 5 GByte verwenden, können ebenfalls noch bis Anfang 2017 auf alle ihre Daten und den zusätzlichen Speicherplatz zugreifen. Erst danach erfolgt nach einem nicht näher genannten Verfahren eine Zwangslöschung. Nutzern, die kein Abo haben und derzeit mehr als 5 GByte Speicher verwenden, schenkt Microsoft zudem für ein Jahr ein Office-365-Personal-Abonnement, für das allerdings eine Kreditkarte benötigt wird.

Die Änderungen begründet Microsoft mit dem „Missbrauch“ seines derzeitigen Angebots durch einzelne Nutzer. Sie hätten den unbegrenzten Speicherplatz zur Sicherung mehrerer PCs und zur Speicherung ganzer Filmsammlungen verwendet. „In einigen Fällen wurden 75 Terabyte pro Nutzer überschritten“, schreibt das OneDrive-Team. Microsoft gehe es um ein hochwertiges Produktivitäts- und Kollaborationserlebnis, von dem die Mehrheit der OneDrive-Nutzer profitiere, und nicht um extreme Backup-Szenarien.

Chris Jones, der den unbegrenzten Speicherplatz im Oktober 2014 angekündigt hatte, ist schon seit März nicht mehr Chef der OneDrive-Sparte. Nach einer Auszeit im Sommer bekleidet er nun eine neue, jedoch nicht öffentlich bekannte Rolle im Unternehmen.

Tags :Quellen:ZDNet.comVia:Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de

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