Microsoft Surface Book: Reparatur wird teuer

(Foto: iFixit)

Eine Reparatur außerhalb der Garantie dürfte beim Microsoft Surface Book teuer werden. Laut dem Teardown von iFixit hat der Windows-Macher das Mainboard so eingebaut, dass man es erst komplett herausnehmen muss, um an einzelne Komponenten heranzukommen. Zudem sind Prozessor und RAM mit dem Mainboard verlötet, sodass sich diese Komponenten auch nicht einfach austauschen oder aktualisieren lassen.

Gerade einmal 1 von 10 möglichen Punkten verleiht iFixit dem Microsoft Surface Book in Sachen Reparierbarkeit. Damit reiht es sich noch hinter dem Surface Pro 4 ein, das immerhin 2 von 10 Punkten erhalten hat, und ist genauso schlecht zu reparieren wie das MacBook (2015) mit dem Apple-typischen Logic-Board.

Microsoft hat sich hier offenbar auch von der Bauweise des Apple-Machers inspirieren lassen, denn auch im Surface Book bilden Mainboard, Prozessor und RAM eine fest verlötete Einheit. Um an diese heranzukommen, muss man allerdings erst einmal das komplette Mainboard ausbauen.

Dieses hat der Windows-Macher nämlich verkehrt herum eingebaut. Alle Anschlüsse weisen vom Display weg und sind nach dem Öffnen des Gehäuses im Inneren verborgen. iFixit vermutet, dass Microsoft dadurch eine ebene Auflagefläche für das Display-Panel schaffen wollte. Für den Ausbau des Mainboards müssen auch die meisten Kabel gelöst werden. Außerdem ist noch ein Steg im Weg , der als Teil der Platine eine Verbindung zu den Ports herstellt.

Zwei Komponenten die sich dann aber mit verhältnismäßig kleinem Aufwand austauschen lassen, sind der Akku und die SSD. Diese sind „nur“ verklebt. Die Batterie ist in zwei Packs aufgeteilt, dessen Verbindung direkt unter dem erwähnten Mainboard-Steg liegt. Die Akku-Packs haben 18,0 Wh, 7,5 Volt sowie 2387 mAh. Zum Vergleich: Der Akku des Surface Pro 4 liefert 38,2 Wh, der eines iPad Air 2 27,62 Wh. Um auf bis zu 12 Stunden Laufzeit zu kommen, hat das Surface Book allerdings zusätzliche Akkus mit 51 Wh in der Tastatureinheit. Für das eigentliche Tablet gibt Microsoft aber nur 4 Stunden Laufzeit an.

Da das Display eine einzige Einheit mit Abdeckung und Touch-Einheit ist, lässt sich eine gebrochene Glasabdeckung ebenfalls nicht leicht reparieren. Insgesamt ist wohl eine Eigenreparatur wenig empfehlenswert.

Beim Zerlegen hat iFixit auch noch einige Details zu den verbauten Komponenten herausgefunden. Im Surface Book setzt Microsoft eine Reihe an Komponenten ein, die es auch im Surface Pro 4 verbaut. Darunter das Samsung-Speichermodul, bestehend aus einem Controller, 64 GByte NAND-Flash und 512 MByte DRAM. Auch der Display-Chipsatz mit Modulen von N-trig und Novatec sowie NOR-Flash von Macronix ist fast identisch mit dem des Surface Pro 4.

Durch die Zerlegeaktion konnte iFixit auch das „Muscle Wire Lock“ des Surface Book unter die Lupe nehmen, das eine sichere Verbindung zwischen Display und Tastatur schafft. Das enthaltene Muscle Wire zieht sich zusammen, wenn Elektrizität hindurchfließt. Zugleich sorgt ein Stäbchen für eine Fixierung.

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Tags :Quellen:iFixitVia:Mit Material von Florian Kalenda

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