Test: Blackberry Priv – Android küsst Blackberry

Blackberry Priv (Bild: Übergizmo)

Blackberry-Fans lieben die im Smartphone verbaute Tastatur, andere stören sich am Blackberry OS. Nun zeigt Blackberry mit dem Blackberry Priv das erste Android-Smartphone in der Blackberry-Geschichte. Für 779 Euro ist es im Premiumsegment einzuordnen. Hier erfahrt ihr, wie sich das Blackberry Priv im Test schlägt.

Blackberry Priv - Die besten Bilder

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Blackberry Priv (Bild: Übergizmo)

Blackberry hat sein neues Smartphone-Modell Priv vorgestellt. Es ist das erste Blackberry mit Android und soll mit extra Sicherheits- und Privatsphäre-Funktionen ausgestattet sein. Für 779 Euro ist es im Premiumsegment einzuordnen. Es kann bei den Händlern Amazon, MediaMarkt und Saturn bestellt werden. Unsere amerikanische Kollegen hatte bereits ausführlich Gelegenheit das Blackberry Priv zu testen. Hier ihre Einschätzung.

Design und Verarbeitung

Beim Design des Blackberry Priv sticht die schiebbare QWERTY-Tastatur ins Auge. Gerade diese Tastatur macht das Blackberry-Smartphone so besonders. Im eingeschobenem Zustand sieht das Priv wie ein normales Smartphone aus. Im Vergleich mit dem iPhone und dem Galaxy S6 könnt ihr jedoch sehen, dass das Blackberry durch die Tastatur um einiges dicker ist.

Blackberry Priv (Bild: Übergizmo)

Das Blackberry Priv liegt gut in der Hand. Es besitzt ein abgerundetes Display. Vergleichbar ist das Blackberry Priv vom Gefühl her mit dem Lumia 920. Die Rückseite des Blackberry Priv besteht aus Karbon und Kevlar. Es sieht edel aus und ist rutschfest. Weiterer Vorteil: Auf der Rückseite des Priv sind keine Fingerabdrücke zu sehen.

An der Oberseite des Gehäuses finden sich je ein Einschub für die Nano-SIM- und MicroSD-Karte sowie ein Mikrofon. An der Unterseite sitzen ein Micro-USB-Port zum Laden sowie eine 3,5-Millimeter-Kopfhörerbuchse und auf der rechten Gehäuseseite und die Lautstärkeregelung. Der Einschaltknopf ist auf der linken Seite des Blackberry Priv untergebracht.

Insgesamt kann das Blackberry Priv beim Design mit der Tastatur und seinem Karbonrücken punkten. Doch mit einem Gewicht von 192 Gramm und einer Dicke von 9,4 Millimetern  fordert das Blackberry Priv die Flaggschiffe anderer Hersteller nicht heraus.

DisplayBlackberry Priv (Bild: Übergizmo)

Das AMOLED-Display des Blackberry Priv ist 5,4 Zoll groß. Es löst mit 2.560 x 1.440 Bildpunkten auf und kommt damit auf eine Pixeldichte von 540 ppi. An den Längsseiten verfügt das Display über leicht gebogene Ränder.

Die Display-Qualität des Blackberry Priv ist sehr gut. Dank der OLED-Technik stellt das Display ein „perfektes Schwarz“ mit satten Kontrasten dar. Trotz der Pixel und der Farbqualität verliert das Priv im Vergleich zum Samsung Galaxy S6 Edge Plus.

Blackberry Priv (Bild: Übergizmo)

Außerdem würde das Priv sehr viel mehr und schönere Standard Wallpaper verdienen, Wenn der Bildschirm ausgeschaltet ist, ist die Display-Integration sehr gut. Die meisten Leute, die das Telefon gesehen haben waren von dem Design beeindruckt. „Wow, ist das ein Blackberry?“, war eine der häufigsten Bemerkungen.

Lies auch: [TEST] SAMSUNG GALAXY S6 EDGE PLUS – DER TEUFEL STECKT IM DETAIL

Kamera

Das Blackberrys Priv ist mit einer rückseitigen 18-Megapixel-Kamera mit Schneider-Kreuznach-Objektiv und Dual-LED-Blitz bestückt. Ergänzend gibt es eine 2-Megapixel-Frontkamera für Selbstporträts und Videotelefonie.

Allgemein ist die Fotoqualität des Blackberry Priv sehr gut. Bei hellem Tageslicht sorgt die 18 Megapixel-Kamera für schöne und scharfe Bilder. Auch bei schlechten Lichtverhältnissen überzeugt die Kamera des Priv. Hier kann das neue Blackberry mit den Kamera-Königen der Galaxy S6 Reihe konkurrieren.

Blackberry Priv (Bild: Übergizmo)

Blackberry Priv

Galaxy S6 Edge (Bild: Übergizmo)

Galaxy S6 Edge

Allerdings hat das Blackberry Priv eine sehr lange Verschlusszeit. Beim Aufnehmen eines Fotos bracht es circa 0,5 Sekunden. Das Galaxy S6 hingegen schießt sofort ein Foto. Die Benutzerführung ist stark beeinträchtigt, für einen relativ kleinen Unterschied in der Bildqualität.

Die Google Kamera-App kann heruntergeladen werden, um die Verschlusszeit zu verkürzen. Dennoch ist das Blackberry Priv nicht so schnell wie zum Beispiel iPhone, Samsung oder OnePlus Kameras. Beide Kamera-Apps können ohne Probleme gleichzeitig auf dem Blackberry Priv installiert sein.

Software

Blackberry installiert Android 5.1.1 (Lollipop) als Betriebssystem. Das neue Android-Marshmallow ist also noch nicht an Bord. Die Benutzeroberfläche bietet das typische Google-Layout mit App-Drawer und Benachrichtigungsleiste, die sich per Fingerwisch von oben nach unten öffnen lässt.

Android 5.0 (Bild: Google)

Darüber hinaus stellt Blackberry vor allem die Sicherheits- und Privatsphäre-Funktionen des Priv in den Vordergrund. Angesichts der Vielzahl von Bedrohungen und Schadprogrammen für die Android-Plattform, führt Blackberry mit dem Priv die exklusive Warn-Software DTEK ein, die für mehr Sicherheit und Privatsphäre sorgen soll.

Sicherheit ist einer der wichtigsten Aspekte des Handys, jedoch oft langweilig und verwirrend. DTEK soll es einfach machen, Probleme zu sehen und sie schnell zu beheben. In der Regel muss DTEK einmalig eingerichtet werden, danach sind keine weiteren Aktionen nötig.

Ergänzt hat Blackberry das Google-OS um seine universelle Suche sowie die Kommunikationszentrale Blackberry Hub ergänzt. Blackberry Hub wurde zunächst für Blackberry OS 10 konzipiert. Dort führt es E-Mails, SMS und Social-Media-Updates von Kontakten zusammen. Eingefleischte Blackberry-Nutzer wird es an andere Blackberry-Geräte erinnern.

Hardware

Im Inneren des Blackberry Priv werkelt der Qualcomm 64-Bit-Prozessor Snapdragon 808 mit sechs Kernen, der mit bis zu 1,8 GHz takt. Der CPU stehen 3 GByte RAM und 32 GByte interner Speicher zur Seite. Der interne Speicher lässt sich durch eine MicroSD-Karte theoretisch um bis zu 2 TByte erweitern.

Blackberry Priv (Bild: Übergizmo) Blackberry Priv (Bild: Übergizmo) Blackberry Priv (Bild: Übergizmo)

Natürlich gibt es schnellere und bessere Prozessoren, jedoch hat sich Blackberry für den Snapdragon entschieden. Der Snapdragon 808 Prozessor ist auch keine schlechte Wahl. Vermutlich hätte das Blackberry Priv eine bessere Basemark OS-II-Score erreichen können. Aber vielleicht gab es thermische Einschränkungen oder andere Probleme, die Blackberry dazu zwangen den 808er zu drosseln.

Die Nutzung bei 60 Bildern pro Sekunde läuft flüssig. Dennoch könnte es zu App-Lade-Unterschieden im Vergleich zu schnelleren Smartphones wie dem S6 gibt. Aber beim Spielen von High-Power-3D-Spielen, werdet ihr nicht enttäuscht werden.

Akkulaufzeit

Blackberry setzt beim Priv auf lange Akkulaufzeit. Vor allem für die Business-Kunden von Blackberry ist die Batterielebensdauer wichtig. Daher verbaut Blackberry im Priv einen 3.410 mAh Akku. Damit hat das Blackberry Priv für ein 5,4-er Smartphone eine der größten Akkukapazitäten. Die tatsächliche Akkulaufzeit mit dem eigenen Nutzungsmodell ist nicht vorhersehbar, allerdings bleibt die Batteriekapazität der wichtigste Faktor für die reale Akkulaufzeit.

Blackberry Priv (Bild: Übergizmo)
Durch moderne Schnellladetechniken kann der Akku innerhalb von 1,5 Stunden aufgeladen werden. Leider lässt sich das Blackberry Priv nicht drahtlos aufladen. Aber es hat eine sehr coole Batterieladestandsanzeige in der Form eines farbigen Balkens auf dem OLED-Display.

(Bild: Übergizmo)

Fazit

Das Blackberry Priv ist eine Mischung aus einem Android-Gerät und einem Original-Blackberry. Es kommt mit physischer Tastatur, hochwertigem Design und einer super Kamera. Wer keine Tastatur will und auch sonst kein Fan von Blackberry ist, sollte sich für ein anderes Smartphone entscheiden. Das Blackberry Priv kann für den stolzen Preis von 779 Euro bei den Händlern Amazon, MediaMarkt und Saturn bestellt werden.

Pro / Con

(Bild: Übergizmo) Tastatur

(Bild: Übergizmo) super Kamera

(Bild: Übergizmo)

OLED-Display

(Bild: Übergizmo) DTEK Sicherheitsassistent

(Bild: Übergizmo) Preis

(Bild: Übergizmo) nicht kabellos aufladbar

(Bild: Übergizmo) dickes Design

Tags :Via:ubergizmo.com
  1. Hi dp303,
    ich habe mal grade für dich auf den Websites von Amazon. Saturn und MediaMarkt nachgesehen, aber leider gibt es die Version auf keiner der Seiten. Eventuell gibt es bald die Möglichkeit das Blackberry Priv von der Blackberry Website aus zu bestellen. Dort wäre es sich möglich auch die kabellose Lade-Version zu bestellen. Ich werde das mal im Auge behalten.

  2. Wieso eigentlich 799,-€?
    Meines Wissens wird es überall (vorläufig) für 779,-€ angeboten, was natürlich bei der Summe keinen großen Unterschied macht, aber trotzdem…

    1. *g*… stimmt, winter is coming, auch wenn wir z.Z. noch einen falschen Sommer erleben.
      Ansonsten Daumen hoch für die schnelle Änderung :-)

      1. Kein Problem für sowas sind Kommentare ja auch gedacht. Außerdem sind aufmerksame Leser auch eine schöne Rückmeldung darüber, ob ein Thema interessant ist oder nicht.
        LG Marina

  3. „Wer keine Tastatur will und auch sonst kein Fan von Blackberry ist, sollte sich für ein anderes Smartphone entscheiden.“

    Wer auch sonst kein Fan von BlackBerry ist? Schreibt ihr das nur bei BlackBerry oder auch bei anderen Anbietern? „Wer kein Fan von Samsung ist, sollte sich für ein anderes Smartphone entscheiden“.
    Klingt sehr schräg und übermäßig negativ.

    1. Hi Pacman,
      die Aussage soll nicht negativ gemeint sein. Bei jeglicher Art der Produkte gehen die Meinungen oft auseinander, denn jeder hat Gewisse eigene Erwartungen. Und es gibt er viele eingefleischte Blackberry-Fans, die nur auf ein neues Produkt gewartet haben. Genauso wie es Apple-Fans gibt oder Samsung-Fans. Blackberry bringt mit dem Priv ein typisches Blackberry mit Tastatur. Ich aber zum Beispiel brauche keine physische Tastatur am Smartphone, andere haben nur darauf gewartet.

      LG Marina

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