Kasse muss Cannabis zahlen

(Bild: dpa)

Nach einem Eilbeschluss wird nun geprüft, ob und vor allem wann Cannabis für den medizinischen Zweck von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt werden muss.

Das Landessozialgericht (LSG) Niedersachsen-Bremen in Celle prüft dies nun, da ein Mann, welcher Cannabis-Tropfen zur Schmerztherapie verschrieben bekommen hat, bei seiner Krankenkasse daraufhin die Kostenübernahme beantragt hat. Doch die Kasse verweigerte zunächst: Eine Kostenübernahme für Cannabis-Produkte gehöre nicht zum Leistungsspektrum gesetzlicher Krankenkassen.

Doch das LSG ist der Überzeugung, dass dies in Einzelfällen anders sein kann. Zwar gebe es für eine Cannabis Therapie keine Empfehlung des Gemeinsamen Bundesausschusses, es könne jedoch von einer Ausnahmeklausel Gebrauch gemacht werden. Es handelt sich dabei um die Ausnahmeklausel für tödliche und besonders schwere Krankheiten. Das Bundessozialgericht in Kassel hat hierzu nun den Verlust wichtiger Körperfunktionen einbezogen.

Klausel nun breiter auslegungsfähig

Durch den Zusatz für die Klausel soll es nun einfacher sein, die gesetzlichen Krankenkassen zur Kostenübernahme einer Cannabis-Therapie zu verpflichten. Der Zusatz Verlust wichtiger Körperfunktionen“ könnte überdies weit mehr Krankheiten beziehungsweise gesundheitliche Beeinträchtigungen miteinbeziehen, als dies bisher der Fall war, da es nun zu einer breiteren Auslegungssache wird.

Erst im März hat die deutsche Schmerzgesellschaft eine Kostenübernahme von Cannabis-Therapien befürwortet. Auch hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, in Einzelfällen den Eingenanbau von Cannabis, chronischen Schmerzpatienten zu erlauben.

Tags :Via:aerztezeitung

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising