Eigener chinesischer Google Play Store wegen Zensurgesetzen?

(Bild: Google)

Angeblich will Google ab 2016 eine separate Version des Google Play Store für China erstellen, um den dortigen Presse- und Zensurgesetzen zu entsprechen. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet das unter Berufung auf zwei Quellen.

Google will in China Geschäfte machen – und das bedeutet auch, sich den dortigen Gesetzen zu unterwerfen. Das betrifft auch den Play Store, über den Apps und andere Inhalte heruntergeladen werden können. Wenn Inhalte wegen der strengen Zensurregeln nicht veröffentlicht werden dürfen, will sich dem Google angeblich unterwerfen. Google wolle außerdem die Vorgabe umsetzen, alle Daten des App Store in China zu speichern.

Ein chinesischer App Store wäre Googles erster wichtiger Vorstoß in der Volksrepublik, seit es im Jahr 2010 sein lokales Suchangebot einstellte beziehungsweise nach Hongkong auslagerte. Auslöser waren die Zensurgesetze des Landes, die Google nicht länger befolgen wollte. Das Unternehmen zog sich zwar nicht vollständig aus China zurück, aber die meisten seiner Dienste sind im Reich der Mitte nicht verfügbar.

Einen erfolgreichen Start des chinesischen App Store werde Google zum Anlass nehmen, auch andere Produkte und Dienste in dem Land anzubieten, heißt es weiter in dem Bericht. Google habe aber noch nicht entschieden, welches Produkt als nächstes an den chinesischen Markt angepasst werde.

Reuters zufolge haben CEO Sundar Pichai und andere führende Manager des Internetkonzerns kein Geheimnis daraus gemacht, dass sie nach China zurückkehren wollen und dass der Play Store im Mittelpunkt dieser Bemühungen stehe. Kritiker betonten jedoch, Google habe inzwischen den chinesischen Markt vor allem in den Bereichen Suche und Videostreaming an inländische Anbieter verloren.

Eine der Reuters-Quellen will erfahren haben, dass der Play Store nach dem chinesischen Neujahrsfest im Februar kommenden Jahres und vor Sommerbeginn starten soll. Eine andere Person, die für einen Partner von Google in China arbeitet, habe lediglich von einer Einführung im Jahr 2016 gesprochen.

Als Bezahlmöglichkeiten setze Google auf den Dienst Alipay von Alibaba sowie WeChat Payment von Tencent, ergänzte eine der Quellen. Google benötige zudem nicht die ausdrückliche Genehmigung der chinesischen Regierung für den Launch des App Store. Es müsse sich lediglich an die staatlichen Vorgaben für die Filterung von Inhalten und die Speicherung von Daten halten.

Der chinesische Markt ist laut Reuters so groß, dass Google ihn nicht länger ignorieren könne. Apple, das die lokalen Gesetze respektiere, habe im vergangenen Geschäftsjahr in der Region, die neben der Volksrepublik auch Taiwan und Hongkong umfasst, 58,7 Milliarden Dollar umgesetzt.

Tags :Quellen:Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de

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