Finnair Airbus A350 – ausprobiert

A350-45

Finnair nimmt als erster europäischer Kunde die brandneuen Airbus A350 in seine Flotte auf. Wir hatten bereits Gelegenheit, den A350 in der Business-Class auf einem Trip nach Helsinki probezufliegen. Spoiler: Es war großartig!

Die besten Bilder von Finnairs Airbus A350

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Airbus A350

Als Finnair mich fragte, ob ich mit dem brandneuen Airbus A350 nach Finnland fliegen möchte, überlegte ich nicht lange und sagte: „Oooh ja, sehr gerne“. Kaum verwunderlich. Denn zum einen liebe ich Flugzeuge und zum anderen werde ich vermutlich so schnell nicht mehr in einem Airbus A350 sitzen können, noch dazu in der Business-Class.

Der Airbus A350 von Finnair in seiner vollen Pracht.

Der Airbus A350 von Finnair in seiner vollen Pracht.

Der Airbus A350 ist eigentlich ein Langstreckenflugzeug. Mein Flug von München nach Helsinki bildet entsprechend eine Ausnahme. Finnair organisiert wie eine Art Flughafen-Willkommens-Tour für seinen ersten A350. Bis 2017 sollen noch zehn weitere zur Flotte hinzukommen. Seit dem 21.11.15 fliegt Finnair die A350 Maschine(n) im Akkord von Helsinki nach Shanghai und wieder zurück.

A350: Teuer aber effizient

Was treibt nun eine doch recht kleine Airline wie Finnair dazu, auf brandneue und damit tendenziell teurere Flugzeuge wie dem Airbus A350 zu setzen? Ganz einfach: Der Airbus A350 soll im Gegensatz zu seinem Vorgänger dem A340 20 bis 25 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen.

Aus der Nähe wirkt die Turbine extrem riesig.

Aus der Nähe wirkt die Turbine extrem riesig.

Die Treibstoffersparnis erreicht  der Airbus A350, da er das Verkehrsflugzeug mit dem höchsten Anteil an Kohlefaserverbundwerkstoffen in Rumpf- und Tragflächenstruktur ist. Nun ist es zwar schön zu wissen, dass der eigene Ökologische Fußabdruck im A350 kleiner als im A340 ausfällt. Am Flugkomfort ändert dieser Fakt jedoch nichts.

Das Fahrwerk des A350.

Das Fahrwerk des A350.

Im Gegensatz zum Reinluftsystem, welches zumindest auf Langstreckenflügen fühlbar zum Komfort beiträgt. Das Reinluftsystem tauscht die komplette Kabinenluft alle zwei bis drei Minuten aus – komplett zugfrei mit mehreren verstellbaren Temperaturzonen und niedrigem Kabinendruck.

Auch Kollege Fuchs von Fuchsphone war mit an Bord des A350. Hier sein sehr sehenswertes Video unseres Trips:

Bevor ich die Maschine betrat, drückte mir Finnair eine gelbe Warnweste in die Hand und schickte mich auf das Rollfeld, um den Airbus A350 aus der Nähe zu betrachten. Auch wenn es deutlich größere Maschinen gibt, war es dennoch eine extrem beeindruckende Erfahrung unter den Tonnen aus Karbon und Stahl zu stehen. Erst aus unmittelbarer Nähe wird einem bewusst, wie groß diese Maschine wirklich ist. Unglaublich, dass sie tatsächlich fliegen kann!

Geschäftiges Treiben kurz vor dem Start.

Geschäftiges Treiben kurz vor dem Start.

Let me entertain you!

Finnair hat sich nicht lumpen lassen und mich in die Business Class gebucht. Auch wenn ich verhältnismäßig viel fliege, Business Class ist die Ausnahme. Also nutzte ich die Gelegenheit mich ausführlich mit dem Entertainment-System zu beschäftigen.

Finnair bringt eigene Designelemente in den Airbus A350.

Finnair bringt eigene Designelemente in den Airbus A350.

Der erste Aha-Effekt setzte ein, als ich merkte, dass man auf zwei am Flugzeug angebrachte Kameras zugreifen kann. Eine befindet sich an der Unterseite des Flugzeuges und zeigt vor dem Start geschäftiges Treiben des Flughafenpersonals unter dem Rumpf des Flugzeugs.

Das Entertainment-System erlaubt den Zugriff auf Außenkameras.

Das Entertainment-System erlaubt den Zugriff auf Außenkameras.

Die zweite Kamera befindet sich am Heckflügel und richtet den Blick nach vorne. So konnte ich die zwei Feuerwehrautos die zur Flugzeugtaufe bereit standen bereits sehen, bevor ihr Wasser gegen das Fenster prasselte. Richtig cool!

Auf der Rückseite der Fernbedienung befindet sich eine vollwertige Tastatur.

Auf der Rückseite der Fernbedienung befindet sich eine vollwertige Tastatur.

Auch ansonsten konnte mich das scheinbar auf Android basierende Entertainment-System richtig überzeugen. Der Startbildschirm ist für meinen Geschmack vielleicht etwas zu minimalistisch. Allerdings verbergen sich dahinter richtig viele Optionen und auch die Arbeitsgeschwindigkeit ist für ein Flugzeug-System angenehm hoch. Der geschätzt 12 Zoll große Bildschirm löst recht hoch auf, ich schätze mit 1080p und erkennt die Finger zur Touch-Bedienung zuverlässig.

Der Startbildschirm wirkt sehr aufgeräumt.

Der Startbildschirm wirkt sehr aufgeräumt.

Wer möchte, kann ganz ähnlich wie bei Google Earth eine virtuelle Erde erkunden. Das klappt genau so, wie man sich das wünscht. Fingergesten zoomen und drehen die Kamera. Man weiß zu jeder Zeit, wo sich das Flugzeug gerade befindet. Es ist sogar möglich, kleine Infokärtchen anzuklicken und über Sehenswürdigkeiten zum Beispiel in der Zielstadt informiert zu werden.

Die Sitze lassen sich zum Schlafen flach stellen. Bequem? Ja!

Die Sitze lassen sich zum Schlafen flach stellen. Bequem? Ja!

Klar gibt es auch Filme und Serien, sehr viele sogar. Ich hab ehrlich gesagt nicht durchgezählt, gefühlt standen hier mindestens 100 bereit. Hier fiel wieder besonders die flotte Arbeitsgeschwindigkeit und der recht große Bildschirm mit der hohen Auflösung auf. Besonders schön: Der Economy-Class steht das gleiche Entertainment-System mit den großen Bildschirmen zur Verfügung.

Die "Holzklasse" bietet das gleiche hervorragende Entertainment-System wie die Business Class.

Die „Holzklasse“ bietet das gleiche hervorragende Entertainment-System wie die Business Class.

Auch abseits des Entertainment-Systems bot die Business-Class im Airbus A350 jede Menge schlaue Details. So konnte man den Sitz auf Knopfdruck flach stellen, um sich hinzulegen. Das war sogar mit meinen 1,86 Meter erstaunlich bequem. Jeder Business-Class Kunde konnte sich ohne Aufpreis ins Internet einklinken. Die Verbindung war nicht schnell, aber stabil. Auch das Enterteinment-System konnte zum Surfen genutzt werden.

Die Kopfhörer gehören nicht zur Ausstattung. ;)

Die Kopfhörer gehören nicht zur Ausstattung. ;)

Die kabelgebundene Fernbedienung verbarg dafür auf der Rückseite eine QWERTY-Tastatur. Zum Laden seiner Geräte standen USB-Buchsen, aber auch richtige Steckdosen zur Verfügung. Außerdem bot die Business-Class jede Menge Stauraum sowie individuelle Beleuchtung. Apropos Beleuchtung. An den Decken des A350 waberten hypnotisch beruhigende Farbverläufe die an Nordlichter erinnern sollen. Wunderschön!

Die Beleuchtung sollte an Nordlichter erinnern.

Die Beleuchtung sollte an Nordlichter erinnern.

Der Flug nach Helsinki dauerte etwa 2,5 Stunden. Tatsächlich war dies wohl das erste Mal, dass mir ein Flug deutlich zu kurz war. Denn in der Business-Class des Airbus A350 bietet Finnair echten Luxus mit jeder Menge Schnickschnack um die Zeit wie um Flug (hrhrhr) vergehen zu lassen. So muss Fliegen!

Einen Haken hat die Business-Class dann dennoch: Privat werde ich sie mir wohl so schnell nicht leisten können. Im Falle des Airbus A350 jedoch nicht ganz so schlimm. Denn auch die Holzklasse bietet das oben beschriebene exzellente Entertainment-System.

Kurz von dem Start herrschte im Kockpit deutliche Anspannung.

Kurz von dem Start herrschte im Kockpit deutliche Anspannung.

 

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