Vorsicht vor Amazon Rabatten!

(Bild: Shutterstock)

Täuscht Amazon ihre teilweise enormen Preisnachlässe nur vor, indem sie die neuen Preise mit der UVP vergleichen? Das zumindest behauptet die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. So soll die von den Herstellern angegebene UVP (unverbindliche Preisempfehlung) von kaum einem Händler ernsthaft verlangt werden. Auch Amazon selbst soll ihre Produkte üblicherweise deutlich unterhalb der UVP verkaufen.

Als Beispiel gibt die Verbraucherzentrale das Angebot auf eine Kühl-Gefrier-Kombination an. Sie soll von 429 Euro auf 275 Euro reduziert worden sein, das wäre ein beachtlicher Nachlass von 36 Prozent. Allerdings bot Amazon selbst das Gerät vor dem Nachlass für 305 Euro an. Damit schrumpft der Rabbat auf 30 Euro, was dann gerade einmal 10 Prozent ausmacht.

Noch unglaublicher fanden die Verbraucherschützer die angebliche Ersparnis von 229 Euro bei einem Schmuckkoffer. Dieser war aber vor dem Getrommel um Countdown und Cyber Monday ganz alltäglich für 58,97 Euro zu bekommen. Bei weiteren zehn überprüften „Blitzangeboten“ ließen sich statt der herausgestellten 59 Prozent nur 18 Prozent gegenüber Amazons regulären Preisen sparen.

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Amazon hatte den Cyber Monday 2010 nach Deutschland importiert. Bei den Kunden lösten die Schnäppchenangebote aber nicht durchweg Begeisterung aus. In den vergangenen Jahren sorgten sie auch für Verärgerung, weil die Stückzahlen vergünstigter Produkte stark limitiert und beliebte Angebote daher teilweise innerhalb von Sekunden vergriffen waren.

Der Onlinehändler weitet den US-Schnäppchentag Cyber Monday in Deutschland außerdem seit Jahren auf eine Woche aus. In diesem Jahr kündigte er über 10.000 Blitzangebote an, die in dieser Woche im Zehnminutentakt online gehen. 2014 waren es noch 5500 Angebote gewesen, die im Viertelstundentakt online gingen.

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Die Menge der verfügbaren Produkte hat sich dabei laut Amazon von gut einer Million auf über zwei Millionen erhöht. Im Rahmen der Cyber-Monday-Woche will Amazon mit besonderen Deals am 27. November erstmals auch den Black Friday aufgreifen, der in den USA die Weihnachtssaison einleitet und traditionell am Freitag nach Thanksgiving stattfindet.

Die diesjährigen Ergebnisse bei den von der Verbraucherzentrale überprüften Blitzangeboten Amazons fielen mit ihren aufgeblasenen Rabatten im UVP-Vergleich ähnlich drastisch aus wie in früheren Jahren. Die Verbraucherschützer empfehlen daher Kaufinteressenten, sich nicht von angeblichen Ersparnissen und in der Werbung herausgestellten Prozenten täuschen zu lassen, sondern die Angebote mit kostenlosen Preissuchmaschinen im Internet zu vergleichen.

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Tags :Via:Mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de
    1. @Marcello: Danke, das kannte ich gar nicht.

      Generell finde ich aber die „Warnung“ der Verbraucherzentrale fast unnötig, denn diese Werbestrategien kennen wir doch mehr als ausreichend. Die üblichen Verdächtigen hier sind z.B. Mediamarkt und Saturn (beide Metrogroup) mit ihrem Scheinwettbewerb und den regelmäßigen Rabattaktionen wo vorher Preise angehoben werden oder eben auch UVPs als alte Preise genannt werden. Das sind natürlich nicht die einzigen, aber die „lautesten“. Kurz gesagt: Das ist nicht ungewöhnlich. Wenn am Ende immer noch 10% weniger rauskommen ist das schonmal ein Schritt in die richtige Rixhtung.

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