Elgato Eve Test: Smart Home mit Apple HomeKit

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Mit dem Eve-System präsentiert Elgato eine neue, nachrüstbare Smart Home-Lösung, die auf Apples HomeKit basiert. Den Anfang machen vier unterschiedliche Sensoren, die das Heim etwas intelligenter machen sollen.

Elgato Eve im Test

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Das Thema Smart Home ist derzeit im Aufwärtstrend und so bieten viele Hersteller ihre eigenen Lösungen mit den unterschiedlichsten Funktionen und Kommunikationsstandards an. Um etwas Ordnung in den Wirrwarr an Standards reinzubringen hat Apple sein eigenes Entwicklungs-Kit freigegeben, das alle Geräte miteinander kompatibler machen soll und unter anderem mit Siri zusammenarbeitet: Apple HomeKit. Viele Hersteller haben seitdem Sensoren, Glühbirnen und andere Gadgets rausgebracht, die auf HomeKit basieren, darunter Elgato, die das Eve System bereits Anfang des Jahres auf der CES in Las Vegas zeigten.

Das Sortiment von Elgato fokussiert sich derzeit auf 4 unterschiedliche Sensoren, die wir alle ausführlich testen konnten:

  • Eve Room: Misst Luftqualität, Luftfeuchtigkeit und Temperatur im Raum und ist für den Inneneinsatz vorgesehen
  • Eve Weather: Ähnlich wie Room, misst Temperatur, Luftfeuchtigkeit sowie Luftdruck im Außenbereich
  • Eve Door & Window: Sensor für Türen und Fenster, der den aktuellen Status wiedergibt (geöffnet oder geschlossen)
  • Eve Energy: Misst den Stromverbrauch an einer Steckdose und kann über eine Taste oder die App die Steckdose ein- oder ausschalten

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Einrichtung

Die Einrichtung der Geräte ist denkbar einfach, vorausgesetzt wird ein iOS-Gerät mit einem möglichst aktuellen Betriebssystem (iOS 9 wird für einige Funktionen vorausgesetzt wie zum Beispiel den Gastzugang oder Szenen). Trotz der Bluetooth Smart/Low Energy Hardware, die in den Sensoren verbaut ist, ist ein Betrieb mit Android oder Windows Phone zumindest derzeit nicht möglich und mit Elgatos generellem Fokus auf das Apple-Ökosystem auch unwahrscheinlich.

Hat man die Eve App aus dem AppStore heruntergeladen, so kann auch schon die Einrichtung beginnen. Die Sensoren werden mit passenden Batterien ausgeliefert, die eingelegt werden müssen, danach muss in der App der HomeKit Setup Code eingegeben werden. Nach einem kurzen Koppelvorgang ist der Sensor mit dem iOS Gerät verknüpft und sendet schon die ersten Daten.

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Verarbeitung

Alle vier Sensoren sind solide und hochwertig verarbeitet und fallen durch das schlichte, weiß-glänzende Design in der Einrichtung kaum auf. Je nach Sensor ist weiteres Montage-Zubehör mitgeliefert, das die Anbringung beispielsweise am Fenster erleichtert. Etwas schade fand ich, dass das Eve Room keine Möglichkeit besitzt aufgehängt zu werden, während das gleich große Eve Weather eine Aussparung für eine Schraube auf der Rückseite hat (jedoch keine Schraube samt Dübel mitgeliefert ist). Ich nehme an, dass der Room-Sensor somit etwas mobiler gedacht ist und auch in mehreren Räumen eingesetzt werden soll.

Eve App ist übersichtlich

Die (etwas träge) Eve App ist die Schaltzentrale für die Eve Sensoren und zeigt all die Informationen an, die ständig gesammelt werden. Bereits bei der Einrichtung der Einzelteile kann man unterschiedliche Räume erstellen und zuweisen, um einen möglichst guten Überblick zu behalten. Insgesamt ist die Organisationen der einzelnen Module vorbildlich. Diese können der Einfachheit halber umbenannt werden (praktisch, wenn man mehrere Module der gleichen Sorte nutzt), in andere Räume verschoben werden oder es können auch einzelne Daten der Module ausgeblendet werden. Symbole für Räume erleichtern die Navigation ebenfalls.

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Praktisch ist die Ansicht „Auf einen Blick“, die alle Daten in einer Übersicht nach Räumen sortiert anzeigt. Aktueller Stromverbrauch, Temperatur oder der Fensterstatus können somit auf einen Blick abgelesen werden. Wer es etwas genauer haben möchte, kann in die Übersichtsseite für einzelnen Räume und Sensoren wechseln und sich nicht nur den aktuellen Status anzeigen lassen, sondern den Verlauf der letzten Stunden und Tage grafisch visualisieren lassen.

Wie nützlich die Visualisierung der Daten ist, kommt aber natürlich auf die eigenen Präferenzen an. Ich fand es interessant meinen Stromverbrauch am Arbeitsplatz zu sehen und zwar nicht nur während der Hochleistungsphase als viele Geräte aktiv waren, sondern auch im Standby. Nutzt man das Eve Energy als Analysegerät, kann man sich somit gut vor Augen führen, was die ganzen Geräte im Standby an Strom verbrauchen. So kam es auch dazu, dass ich die Hauptsteckdosen-Leiste öfters über die App deaktiviert hatte, um Strom zu sparen. Vor allem wenn die Steckdose schlecht erreichbar ist, ist Eve Energy also durchaus praktisch. Wer sich nicht auf Bluetooth verlassen möchte, kann auch den integrierten, beleuchteten Knopf nutzen.

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Beschränkte Reichweite

Ebenfalls nützlich fand ich den Fenster-Sensor, der jederzeit präzise Auskunft darüber gegeben hat, ob es geöffnet oder geschlossen ist. Nützlich, wenn ich gerade aus dem Haus gehe und schnell nachschauen will, ob auch alle Fenster zu sind. Hier kommt Eve jedoch auch an seine Grenzen, denn die Reichweite der Bluetooth-Sender ist recht begrenzt. In einem zweistöckigen Reihenhaus reicht die Sendestärke beispielsweise nicht mehr aus, um den Status des gegenüberliegenden Fensters in einer anderen Etage abzufragen. Auch können die einzelnen Sensoren nicht miteinander kommunizieren, um dieses Problem zu lösen. Immerhin sind Bluetooth Range Extender angekündigt, die die Reichweite deutlich verlängern sollen, was auch für das Eve Weather Sinn ergibt, das ja sogar außerhalb des Hauses angebracht werden muss.

Nachtrag (Mo. 30.11.15): Wie uns Elgato mitgeteilt hat, ist es möglich mit Hilfe einer Apple TV (ab 3. Generation) die Sensoren auch unterwegs auszulesen und zu steuern. Dafür müssen beide Geräte über die selbe Apple ID angemeldet sein. Laut einigen Rezensionen scheint es hier aber ab und zu Probleme zu geben, was wir allerdings nicht nachprüfen können.

Ebenfalls schade: Unterwegs kann man die Daten der Sensoren nicht abfragen, weil sich diese nur über Bluetooth mit dem iOS Gerät verbinden, sich aber nicht ins WLAN einklinkt. Will man unterwegs wissen, ob das Fenster auch wirklich zu ist, bleibt diese Frage also weiterhin unbeantwortet.

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Wetterdaten & Luftqualität

Mit Elgato Eve Weather und Eve Room kann das Wetter respektive die Luftqualität gemessen werden. Mir persönlich bringen Wetter-Daten recht wenig, da ich bereits mit einer Google oder Siri Abfrage für mich ausreichende Ergebnisse erhalte. Gleicht man die Ergebnisse der Eve Module mit diversen Wetter Apps als auch analogen Thermo-/Barometern, so kommen die Messergebnisse hin und sind recht genau. Für die Luftqualität wird übrigens nicht nur der CO2-Gehalt in der Luft gemessen, sondern auch flüchtige organische Verbindungen, die laut Elgato die Luftqualität wohl genauer wiedergeben. An sich also keine schlechte Sache, wer aber generell schon oft lüftet, wird das Gerät aber eher nicht brauchen.

Szenen & Sprachsteuerung mit Siri

Wer sich etwas tiefer in die App einarbeitet, wird Szeneneinstellungen vorfinden, die erst mit iOS 9 hinzugekommen sind. Diese erlauben es unterschiedliche Szenarien für Eve zu hinterlegen und somit das Heim zu einem gewissen Grad zu automatisieren. Habt ihr beispielsweise mehrere Eve Power im Einsatz, könnt ihr sie gemeinsam ein- oder ausschalten. Nützlich, wenn man die Wohnzimmerbeleuchtung beim Heimkommen (Auslöser: Tür auf) einschalten will oder ähnliches. Da Eve HomeKit kompatibel ist, können auch andere HomeKit-Geräte, die nicht von Elgato stammen, ebenfalls eingebunden und somit programmiert werden.

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Natürlich können einzelne Szenen auch per Spracheingabe erfolgen, indem man mit Siri spricht. Wer es etwas einfach haben möchte, kann aber auch einfach nur nach der Temperatur fragen oder ob das Fenster im Schlafzimmer offen ist. Die Einbindung funktioniert zuverlässig. Was fehlt, sind Push-Benachrichtigungen bei bestimmten Ereignissen. Wird die Luftqualität schlechter, werde ich auf dem Smartphone genauso wenig darüber informiert wie über ein geöffnetes Fenster. Man muss also immer aktiv die App aufrufen, was einen ein bisschen zu einem Kontrollfreak macht.

Zugriff für „Gäste“

Gäste müssen nicht zwingend Fremde sein, man kann seine Eve Sensoren auch seinem Ehepartner oder den Kindern freigeben, sodass diese ebenfalls Zugriff darauf haben. Ein iOS Gerät vorausgesetzt, natürlich. Dann kann selbstverständlich auch die Abfrage mit Siri genutzt werden.

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Akkulaufzeit

Die Elgato Eve Module sind allesamt über ein Bluetooth Smart bzw. Bluetooth Low Energy Chip ausgestattet, verbrauchen also recht wenig Energie. Jeder der Sensoren besitzt übrigens eine andere Batterie-Art oder Anzahl, sodass die Akkulaufzeit bereits nach einer Woche etwas unterschiedlich ausfiel. Man muss bedenken, dass pro Gerät die Daten teils über hundert mal am Tag aktualisiert werden und das verbraucht Strom. Die angegebene Akkulaufzeit von mindestens drei Monaten klingt somit realistisch.

Elgato Eve: Fazit

Das Elgato Eve System ist ein guter Einstieg in die Welt von Apple HomeKit und bietet eine Fülle an Funktionen, ohne dabei zu komplex in der Bedienung zu sein. Vorteilhaft ist, dass auch andere Geräte in die App eingebunden werden können, man ist also nicht an Elgato gebunden. Die vier angebotenen Module sind gut verarbeitet und für Heimanwendungen präzise genug. Die Auswertung der Daten ist übersichtlich, die Möglichkeit zur einfachen Programmierung von Szenarien  im Alltag praktisch.

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Verbesserungswürdig ist definitiv die Reichweite der Module. Vor allem das Eve Weather ist von Innen nicht immer problemlos ansteuerbar, ein Bluetooth Range Extender ist derzeit nicht verfügbar, wird aber wohl in naher Zukunft erscheinen. Immerhin ist es möglich von unterwegs auf die aktuellen Daten zuzugreifen; gerade das ist sehr nützlich, um im Urlaub beispielsweise zu schauen, ob daheim alles in Ordnung ist. Push-Benachrichtigungen fehlen aber.

Das perfekte System ist Elgato Eve also noch nicht, aber es ist ein solider Anfang, der durch Updates ständig verbessert wird. Preislich beginnen die Sensoren bei 34,99 Euro (Door & Window) und gehen hoch bis 79,99 Euro für Eve Room, günstig ist der Einstieg in die Welt des Smart Home nicht. Vor der Investition sollte man sich also gut überlegen, ob und welche Sensoren man wirklich braucht und ob man in der Zukunft weiterhin auf iOS setzen möchte oder sich vielleicht doch ein Android Gerät anschafft – damit ist Eve Stand heute nicht kompatibel.

(Bild: Übergizmo)

Pro / Con

(Bild: Übergizmo)Präzise Sensoren

(Bild: Übergizmo)Einfach zu bedienende App

(Bild: Übergizmo)Mit allen HomeKit Geräten kompatibel

(Bild: Übergizmo)Geringe Reichweite

(Bild: Übergizmo)Nicht mit Android kompatibel

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