Google Glass 2.0 soll ein Monokel werden

(Bild: US-Patent- und Markenamt)

Google hat in den USA ein Patent für eine neue Form von Google Glass erhalten, die an ein Monokel erinnert. Allerdings klemmt man die Datenbrille nicht ein sondern schlingt sie um den Hinterkopf.

Google hat in den USA ein Patent für eine neue Datenbrille (US Patent Nr. 9.195.067) erhalten, das den Titel „Wearable Device with Input and Output Structures“ (PDF) trägt. Es beschreibt eine Brillenform, bei der das Mikrodisplay mit einer Haltekonstruktion am Hinterkopf vor dem Auge befestigt wird. Der Bügel verläuft dann über das Ohr über die Schläfe bis hin zum Auge.

Die Heads-up-Displayeinheit selbst kann der Patentbeschreibung zufolge frei vor dem Auge platziert werden. Dank eines Prismas sollen sich Inhalte wie Videos auch mit beiden Augen ansehen lassen. Eine in den Bügel integrierte Kamera und Bedienelemente sind ebenfalls vorgesehen. Wie für alle Patente gilt aber auch in diesem Fall, dass die darin beschriebene Technik nicht zwingend das Licht der Welt erblicken wird – insbesondere, wenn man die bisherige Geschichte von Google Glass betrachtet.

Die erste Generation der Augmented-Reality-Brille hatte Google 2012 angekündigt und ab 2013 an Entwickler verteilt. Anfangs erfuhr sie große mediale Aufmerksamkeit und Anerkennung aus der Technikwelt, eine Erfolgsgeschichte wurde sie aber nicht. Für Skepsis sorgte vor allem die integrierte, nach vorne gerichtete Kamera, die offenbar vielen Menschen das Gefühl konstanter Überwachung gab. Google reagierte darauf lediglich mit Verhaltensempfehlungen für Glass-Nutzer.

Im Januar 2015 nahm das Unternehmen die in den USA allgemein verfügbare Explorer Edition schließlich wieder vom Markt. Zugleich kündigte es eine für Endverbraucher optimierte Version an, zu der bisher aber nichts Näheres bekannt ist. Mit dem Verkaufsstopp im Januar stellte Google auch organisatorisch um und machte Glass zu einer eigenständigen Geschäftseinheit, die vom ehemaligen Apple-Manager Tony Fadell geleitet wird.

Als ein Ableger der Datenbrille hat Google zudem die Enterprise Edition entwickelt, die mit einem robusterem Gestell für den praktischen Einsatz im Arbeitsalltag gedacht ist. Diese Variante soll nicht in den Einzelverkauf kommen, sondern ausschließlich über ausgewählte Partner im Programm „Glass for Work“ vertrieben werden. Zielgruppe sind beispielsweise Unternehmen aus dem Gesundheitswesen, der verarbeitenden Industrie und dem Energiesektor.

Medienberichten zufolge führt Google die Entwicklung von Glass seit Juni zudem im Project Aura weiter. Dessen Schwerpunkte sind demnach die Wiederbelebung von Google Glass, aber auch die beschleunigte Entwicklung ähnlicher Wearables. Eine Kernkomponente soll dabei Virtual Reality sein.

Tags :Quellen:CNET.comVia:Mit Material von Björn Greif, ZDnet.de

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