LG V10: Das Second-Screen-Smartphone im Hands-On

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Nachdem LG erst vor wenigen Tagen angekündigt hatte, dass es sein Second-Screen-Smartphone LG V10 ab Ende des Jahres auch in Deutschland verkaufen wird, hatten wir auf einem Event in München überraschenderweise schon die Möglichkeit, uns einen ersten Eindruck von dem Gerät zu verschaffen. Was das LG V10 alles kann, erfahrt ihr im Hands-On.

LG V10 - Die ersten Bilder

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Hier unser Hands On zum LG V10… Sorry für den miesen Sound :/

Das LG V10 wird ab Ende Dezember zu einer UVP von 649 Euro bei Amazon zum Verkauf stehen. Ab 1. Januar 2016 wird es auch der Mobilfunkanbieter 1&1 in Verbindung mit seinem Allnet-Pro-Tarif anbieten. Für das Handy müssen Kunden dann keine Zuzahlung leisten.

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Design

Das LG V10 erscheint in Deutschland in den Farben Schwarz (Space Black) und Weiß (Luxe White). Die Rückseite besteht aus einem speziellen Kunststoff und ist geriffelt, wodurch sie einen sehr guten Halt in der Hand bietet. Das Gehäuse des Smartphones ist laut Hersteller auch besonders stabil. Dafür sorgen ein widerstandsfähiger Rahmen aus demselben harten und hypoallergenen Edelstahl, der auch für chirurgische Geräte oder Premiumuhren verwendet wird. Ein weiterer besonderer Schutz, den LG Dura Guard nennt, schützt das Telefon speziell an den anfälligen Ecken und Kanten besser vor Schlägen und Stürzen. LG zufolge hat es die MIL-STD-810-Zertifizierung erreicht.

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Auf die Probe stellen wollten wir die Robustheit des Gerätes in unserem Video aber nicht, da LG in München nur dieses eine Exemplar des V10 zur Verfügung hatte. Die US-Webseite Android Authority hat aber beispielsweise bereits einen Drop-Test mit dem Gerät durchgeführt. Demzufolge scheint es tatsächlich sehr stabil zu sein und alltägliche Stürze ohne schwerwiegende Schäden und Defekte zu überstehen. Kratzer und Furchen sind aber natürlich auch hier zu erwarten. Und unzerstörbar ist das V10 auch nicht. In einem letzten Test, in dem das Smartphone mit Spin hoch in die Luft geworfen wird, bekommt der Bildschirm einen Sprung.

Die zusätzlichen Vorkehrungen für einen Erhöhten Schutz vor Stürzen wirken sich allerdings auf die Maße und das Gewicht des Smartphones aus. Mit 192 Gramm und 159,6 mal 79,3 mal 8,6 Millimeter ist es nicht sehr leicht und dünn.

Display mit Second-Screen-Leiste

Das LG V10 ist mit einem 5,7 Zoll großen IPS-Display ausgestattet, das eine QHD-Auflösung von 2560 mal 1440 bietet. Die Pixeldichte beträgt 513 ppi. Eine Besonderheit ist ein Second Screen, der über dem normalen Bildschirm rechts neben der Front-Kamera sitzt. Das 2,1 Zoll große IPS-Quantum-Display kommt mit einer Auflösung von 160 mal 1040 Pixel und einer Pixeldichte von ebenfalls 513 ppi.

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Die Leiste ist unabhängig vom Hauptbildschirm immer zu sehen und erlaubt es, Informationen wie Uhrzeit, Datum oder Batterielaufzeit abzurufen, ohne die restliche Anzeige einschalten zu müssen. Das ist äußerst praktisch, wenn man sich einmal überlegt, wie häufig man am Tag das Smartphone einschaltet, nur um zu schauen, wie spät es ist. Mit einem Fingerwisch sind zudem Schnellstartsymbole für Funktionen wie die Taschenlampe, WLAN oder die Kamera zur Hand.

Da Nutzer nicht den Hauptbildschirm zum Abruf aktivieren müssen, reduziert sich höchstwahrscheinlich auch der Stromverbrauch. Ist das 5,7-Zoll Display eingeschaltet, kann der zweite Screen als Shortcut-Leiste zu favorisierten Apps oder in Apps wie der Kamera als Toolbar verwendet werden. Außerdem erhält der Smartphone-Besitzer Benachrichtigungen über eingehende Anrufe oder Nachrichten, während er beispielsweise auf dem großen Bildschirm ein Spiel spielt oder einen Film anschaut, ohne dabei gestört zu werden.

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LG ist allerdings nicht der erste, der auf ein derartiges Konzept setzt. Beispielsweise bietet die Display-Kante beim Galaxy S6 Edge beziehungsweise der Plus-Version eine ganz ähnliche Funktionalität.

Dual-Front-Kamera

Ein weiteres Features, das aus der Masse heraussicht, ist eine 5-Megapixel-Frontkamera mit zwei Linsen an Bord. Über die Kamera-App kann man zwischen zwei Modi umschalten und bei Bedarf Selfies mit einem Weitwinkel von 120 Grad aufnehmen. Das V10 bietet dafür einen Algorithmus, der bei Weitwinkelaufnahmen die Bilder beider Linsen kombiniert. Dies ist vor allem für Gruppenselfies von Vorteil. Laut LG würde das für weniger an den Rändern verzerrte Aufnahmen sorgen, als das Schwenken des Gerätes, wie es bei einigen Wide-Selfies-Modes der Konkurrenz nötig ist. Multi-View-Recording erlaubt noch die gleichzeitige Nutzung der beiden Front-Cams sowie der rückseitigen Kamera.

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Apropos Rückkamera. Hier ist erfreulicherweise dieselbe Knipse verbaut, wie im LG G4. Die macht nämlich richtig gute Aufnahmen. Die Kamera bietet eine 16-Megapixel-Auflösung mit f1.8-Blende und einen optischem Bildstabilisator. Großartig ist, dass beim V10 jetzt neben einem manuellen Modus für Fotos auch einer für Videoaufnahmen zur Verfügung steht. Dadurch haben Smartphone-Besitzer jetzt auch beim Filmen die Möglichkeit, Werte wie Verschlusszeit, Bildfrequenz, ISO-Wert, Weißabgleich oder Fokus individuell anpassen. Das klappt sogar bei Aufnahmen in 4K.

Leider ist bei dieser hohen Auflösung der OIS nicht nutzbar. LG hat allerdings noch eine elektronische Bildstabilisation, die für Videoaufnahmen optimiert wurde, integriert. Sie dürfte dann auch bei 4K Verwackler zumindest etwas neutralisieren.

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Mithilfe des Audio-Monitors können Nutzer noch die Empfindlichkeit der drei Mikrofone während einer Aufnahme anpassen und Audiosignale aus einer bestimmten Richtung kontrollieren. Das hätten wir bei unserem Hands-On-Video sehr gut gebrauchen können, dann wären die Hintergrundgeräusche wahrscheinlich nicht so stark zu höhren gewesen. Ein Rauschfilter reduziert zudem Windgeräusche. Für eine verbesserte Audiowiedergabe soll ein 32-Bit-DAC von ESS Technology und eine Klangsteuerung sorgen. Das werden wir dann aber alles in unserem ausführlichen Test unter die Lupe nehmen.

Fingerabdruckscanner

Eine Premiere ist, das LG erstmals beim V10 einen Fingerabdruckscanner in eines seiner Smartphones integriert. Er ist auf der Rückseite positioniert und ersetzt den üblichen Power-Button der Rearkey-Bedienung. In den USA ist er auch zu Samsung Pay kompatibel. LGs beliebte Knock-Code-Funktion zum Entriegeln des Gerätes ist aber nach wie vor vorhanden.

Hardware & OS

Das LG V10 wird wie das LG G4 von Qualcomms Snapdragon-808-CPU mit zwei 1,8 GHz schnellen Cortex-A57-Kernen und vier Cortex-A53-Kernen, der 3 GByte Arbeitsspeicher zur Seite stehen, angetrieben. Der 32 GByte große interne Speicher lässt sich mithilfe von microSD-Karten um bis zu 2 TByte erweitern. Die Perfomance ist daher im Grunde ähnlich wie auf dem im Mai vorgestellten G4. Weitgehend läuft alles flüssig. Ab und zu muss man aber mit leichten Rucklern rechnen.

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Die Stromversorgung erfolgt wieder über einen austauschbaren 3000-mAh-Akku, der auch wieder zu Qualcomms Quick-Charge-Technik kompatibel ist. Ob der Akku aufgrund des etwas größeren Displays kürzer hält als beim G4, oder ob wir mit unserer Vermutung falsch liegen, das werden wir versuchen, im kommenden Tests herauszufinden.

Die Datenkommunikation kann wie üblich über LTE Cat 6 mit bis zu 300 MBit/s im Download, UMTS samt HSDPA+ mit bis zu 42 MBit sowie Dual-Band-WiFi nach dem WLAN-Standard 802.11 a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.1, NFC und USB 2.0 stattfinden. Als Betriebssystem kommt Android 5.1.1 Lollipop zum Einsatz.

Fazit

Für 650 Euro hat LG mit dem V10 ein richtig spannendes Gerät im Programm. Besonders cool ist ohne Frage der Second Screen, der zum Abruf der Uhrzeit oder Anschalten der Taschenlampe verwendet werden kann.

Hier unser Hands On zum LG V10… Sorry für den miesen Sound :/

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