Ozo: Nokia will mit Surround-Kamera für 60.000 US-Dollar punkten

(Bild: Nokia)

Die kugelförmige Rundumkamera Nokia Ozo soll mit acht Kameras die Umgebung aufnehmen und auch für die Tonaufzeichnung wurde gesorgt. Im Inneren speichert eine SSD die Video- und Fotodaten. Mit 60.000 US-Dollar ist die Kamera jedoch extrem teuer.

Soll die Ozo Nokia retten? Der ehemalige Hersteller von Smartphones hat eine Rundumkamera für Profis vorgestellt, die acht Objektive besitzt. Der Preis soll bei 60.000 US-Dollar liegen und die Auslieferung im ersten Quartal 2016 beginnen.

Die technischen Daten hat Nokia online veröffentlicht, wir zeigen sie euch hier: Jede der acht Kameras hat einen Aufnahmewinkel von 195 Grad und eine Blende von f/2.4. Die Empfindlichkeit entspricht standardmäßig ISO 400 und lässt sich in zehn Schritten verstellen.

Videos nimmt die Ozo mit 30 Frames pro Sekunde auf. Sie werden auf SSD-„Medienmodulen“ mit je 500 GByte Kapazität abgelegt, jedes hat also Platz für 45 Minuten Aufnahme. Ein zusätzliches Modul einschließlich eines Akkus kostet 5000 Dollar – oder 2500 Dollar ohne Akku. Die Auflösung des Endmaterials beträgt letztlich 8K mal 10K bei 10-Bit-SRGB-Farbtiefe.

Der Ton wird von acht Mikrofonen aufgenommen. Sie zeichnen den Klang räumlich auf, mit 360 mal 360 Grad. Einen die Qualität mindernden Lüfter benötigt die Kamera nicht. Sie wiegt übrigens 4,2 Kilogramm.

Die Steuerung übernimmt ein für Mac OS X und Windows vorliegendes Programm übers WLAN-Netz. Es ermöglicht auch Streaming in Form einer „Live Virtual Reality Preview“.

Videos sollen sich direkt in einer Brille wie der Oculus Rift ansehen und auch als Youtube-3D-Filme posten lassen. Für Demonstrationen mit Ozo aufgenommener Filme nutzte Nokia selbst bisher neben der Oculus Rift auch die 3D-Brille HTC Vive. Eine eigene Brille plant Nokia nicht, wie es Slashgear gegenüber sagte.

Die Ozo hat einen Standard-Stativadapter. Weiteres Zubehör ist in Planung.

Für die Entwicklung der Ozo war Nokia Technologies verantwortlich – eine in Kalifornien ansässige Abteilung des Restkonzerns Nokia, die im vergangenen Jahr auch das Tablet N1 konzipierte. Ein vergleichbares Konzept hatte vor Nokia Action-Kamera-Spezialist GoPro vorgestellt. Sein 360-Grad-Stativ für Virtual-Reality-Inhalte nimmt aber nur bis zu sechs Kamera-Einheiten auf.

Virtual Reality hat sich von einem Science-Fiction-Konzept zu einem Markt entwickelt, der auf 7 Milliarden Dollar geschätzt wird. Im Juni 2015 waren auf der Videospiele-Fachmesse Electronic Entertainment Expo an 27 Ausstellerständen Virtual-Reality-Produkte zu sehen – gegenüber sechs im Jahr zuvor. Auch die großen Player bereiten sich auf diesen Markt vor: Facebook war die Übernahme von Oculus 2 Milliarden Dollar wert, Google macht mit Cardboard Smartphones zur preiswerten 3D-Brille, und Apple hat zumindest schon ein Patent auf ein VR-Technik-Konzept angemeldet.

Tags :Quellen:Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de

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