Lenovo Yoga Tab 3 Pro im ausführlichen Test [Video]

(Bild: Übergizmo)

Das Lenovo Yoga Tab 3 Pro verbaut bereits als zweites Tablet von Lenovo einen Beamer. Im Vergleich zum Vorgänger ist es auf 10,1 Zoll geschrumpft, kommt mit vier Lautsprechern, sauberem Android und ordentlicher Performance. Doch ist wirklich alles besser geworden? Wir haben das Lenovo Yoga Tab 3 Pro im Test.

Lenovo Yoga Tab 3 Pro - Die besten Bilder

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Lenovo Yoga Tab 3 Pro

Der ein oder andere mag sich erinnern: Vor fast genau einem Jahr zeigte Lenovo das Lenovo Yoga Tablet 2 Pro. Uns gefiel es richtig gut! Besonders lobten wir den integrierten Beamer, die ungewöhnliche Größe von 13,3 Zoll und den beeindruckenden Sound. Zu meckern hatten wir am hohen Gewicht von einem Kilogramm, der schwachen Performance und den nervigen Android-Anpassungen.

Dieses Jahr will Lenovo einiges besser machen. Auffälligste Änderung: Das Format schrumpft nun wieder auf „klassische“ 10,1 Zoll. Auch wenn wir letztes Jahr die 13,3 Zoll noch feierten, könnte dies aus kommerzieller Sicht der richtige Schritt sein. Sicherlich wird die breite Masse eher zu einem handlichen 10,1 Zoll Tablet greifen, als sich an einem 13,3 Zoll Monstrum abzuschleppen.

Hier unser ausführliches Testvideo zum Lenovo Yoga Tab 3 Pro:

Verarbeitung & Design

Das Lenovo Yoga Tab 3 Pro kommt in einer sehr schicken weißen Verpackung in Leder-Optik in dessen Mitte silbern der YOGA-Schriftzug prangt. Der untere Teil des Kartons wirkt leicht gummiert und präsentiert sich in Neon-Orange. Insgesamt eine optisch äußert gelungene Verpackung. Ganz besonders, wenn man sie mit der uninspirierten Verpackung des Lenovo Yoga Tablet 2 Pro vergleicht.

Lenovo Yoga Tab 3 Pro (Bild: Übergizmo)

Die Verpackung des Lenovo Yoga Tab 3 Pro wirkt diesmal richtig edel. (Bild: Übergizmo)

Das Lenovo Yoga Tab 3 Pro selbst wirkt wie sein Vorgänger hervorragend verarbeitet. Wieder kommt der integrierte Standfuß aus Metall zum Einsatz, der auf Grund seiner vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten ein integraler Bestandteil des Yoga-Konzepts darstellt.

Wieder lässt sich der Standfuß über einen mechanischen Knopf aus seiner Verankerung lösen und wieder verstecken sich hinter dem Fuß der microSD-Kartenslot und der optionale SIM-Kartenslot.

(Bild: Übergizmo)

Der Rücken des Lenovo Yoga Tab 3 Pro kommt diesmal in Lederoptik. (Bild: Übergizmo)

Der obere Teil der Rückseite wurde diesmal mit einem schwarzen Kunstleder überzogen, was dem Lenovo Yoga Tab 3 Pro zu einem besseren Halt verhilft. Die aufgeraute Plastik des Vorgängers wirkt im direkten Vergleich fast schon billig.

Auch die Farbe hat sich geändert und erinnert nun an Apples Space Gray. Wie wir finden ist dies eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Silber des Vorgängers.

(Bild: Übergizmo)

Dieser Knopf löst den Standfuß. (Bild: Übergizmo)

Wie bei den Vorgängern befindet sich auch beim Lenovo Yoga Tab 3 Pro ein Wulst an der unteren Seite in der sich der Akku verbirgt. Lenovo wirbt unter anderem damit, dass sich ihre Tablets auf Grund der Gewichtsverlagerung besser in einer Hand halten lassen. Das gilt für das Lenovo Yoga Tab 3 Pro jedoch mehr als noch für den Vorgänger Lenovo Yoga Tablet 2 Pro, der mit einem Gewicht von einem Kilogramm irgendwann jedem zu schwer wird.

(Bild: Übergizmo)

Der Rand des großen runden Power-Buttons leuchtet beim Laden. (Bild: Übergizmo)

Das Lenovo Yoga Tab 3 Pro wiegt „nur noch“ 667 Gramm. Wobei das „nur noch“ hier bewusst in Anführungszeichen steht, schließlich sind 667 Gramm für ein 10,1 Zoll Gerät recht viel. Zum Vergleich: Das iPad Air 2 kommt bei gleicher Displaydiagonale auf ein Gewicht von 437 Gramm.

Display

Das Display schrumpft wie bereits erwähnt von 13,3 Zoll auf 10,1 Zoll. Dennoch hat Lenovo die Auflösung von mit 2.560 mal 1.600 Pixel leicht angehoben. Das führt zu einer sehr scharfen Darstellung. Auch kleinste Schriften wirken so immer noch scharf, einzelne Pixel sind nicht zu erkennen.

Lenovo Yoga Tab 3 Pro (Bild: Übergizmo)

Die Pixeldichte ist beim Lenovo Yoga Tab 3 Pro extrem hoch. (Bild: Übergizmo)

Dank IPS-Technik färbt sich das Display auch bei steilen Blickwinkeln kaum, alles bleibt sehr gut lesbar. Die maximale Helligkeit reicht aus, um auch bei direkter Sonneneinstrahlung nutzbar zu bleiben.

Hardware & Performance

Im Inneren des Lenovo Yoga Tab 3 Pro taktet ein Intel Atom x5-Z8500. Das ist ein 64-Bit-fähiger Quad-Core-SoC mit 2,24 GHz, unterstützt von 2 GByte RAM. Tatsächlich sorgt diese Kombination für ein meist angenehm hohes Arbeitstempo. Vom Vorgänger gewohnte Lags und unangenehme Verzögerungen gehören weitesgehend der Vergangenheit an. Das Lenovo Yoga Tab 3 Pro bringt alle derzeit im Playstore erhältlichen Games locker und flüssig zum Laufen. Trotzdem spielt das Lenovo Yoga Tab 3 Pro in Sachen Geschwindigkeit nicht in der obersten Liga mit.

(Bild: Übergizmo)

Über den microSD-Kartenslot kann der interne Speicher erweitert werden. (Bild: Übergizmo)

Intern wurde ein Speicherriegel von 32 GByte verbaut, von dem 25 GByte nutzbar sind. Über den microSD-Kartenslot kann der Speicher um bis zu 128 GByte erweitert werden.

Akku

10.200 mAh! Mit dieser immensen Akkukapazität übertrifft das Lenovo Yoga Tab 3 Pro sogar seinen deutlich größeren Vorgänger, der lediglich 9.600 mAh bot. Lenovo selbst gibt hier eine Laufzeit von 18 Stunden an. Nun weiß man bei solchen Angaben nie ganz genau, auf was sie sich beziehen. So oder so fiel beim Test auf, dass das Lenovo Yoga Tab 3 Pro ein echter Dauerläufer ist. Uns ist noch kein Tablet begegnet, welches derart lange mit nur einer Akkuladung durchhält.

(Bild: Übergizmo)

(Bild: Übergizmo)

Sound

Im Vergleich zum Lenovo Yoga Tablet 2 Pro wurde im Tab 3 Pro der rückseitige 5 Watt Subwoofer gestrichen. Dafür gibt es nun statt der zwei, ganz vier Frontlautsprecher. Die Auswirkungen sind naheliegend. Der Bass ist bei Tab 3 Pro deutlich flacher als noch beim Vorgänger. Dafür breitet sich der räumliche Klang hier spürbarer aus.

(Bild: Übergizmo)

Hinter dem Grill verbergen sich gleich vier Lautsprecher, die für einen außergewöhnlich räumlichen Klang sorgen. (Bild: Übergizmo)

Wieder wurde das Soundsystem in Zusammenarbeit mit JBL entwickelt und auch Dolby hat seine Finger im Spiel. Insgesamt hat Lenovo bezüglich des Sounds einen hervorragenden Job abgeliefert.

Kamera

Sind Kameras an Tablets wichtig? Wohl nur für wenige. Deswegen erhält das Lenovo Yoga Tab 3 Pro auch keine Abzüge aufgrund der eher durchschnittlichen Kameraleistung. Die Rückseitige 13 Megapixel Kamera kommt mit Autofokus und macht bei guten Lichtverhältnissen keine schlechten Fotos. Sobald es aber ein wenig schummrig wird, schleicht sich grieseliges Bildrauschen ein und trübt das Ergebnis. Die Frontkamera löst mit 5 Megapixeln auf uns eignet sich für Videokonferenzen, aber kaum für mehr.

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Die Kamera auf der Rückseite löst mit 13 Megapixeln auf. (Bild: Übergizmo)

Die Kamera-App ist sehr simpel und übersichtlich gehalten. Neben einer Video-Option gibt es die Möglichkeit der Panorama-Aufnahmen und einer Strobo-Funktion. Diese knippst mehrere Bilder vom (bewegten) Motiv, um danach automatisch Kollagen zu erstellen. Die Funktion Bildnotiz entzerrt zum Beispiel Kassenzettel oder andere Textdokumente für eine besser leserliche Darstellung.

Leichter Konstruktionsfehler: Die rückseitige Kamera befindet sich am Akkuzylinder direkt neben dem integrierten Ständer. Klappt man den Ständer bei Aufnahmen aus, ragt eine Ecke in das Motiv. Nicht schön.

Software

Glücklicherweise verabschiedet sich Lenovo von starken Veränderungen im User Interface von Android 5.1. So präsentiert sich das Google Betriebssystem hier sehr aufgeräumt und mit nur kleinen Anpassungen, beziehungsweise vorinstallierten Apps.

(Bild: Übergizmo)

(Bild: Übergizmo)

Eine wirklich sinnvolle Entscheidung. Damit können sich Android-Veteranen zum einen eine Umgewöhnung sparen. Zum anderen sind solche Anpassungen oft mitverantwortlich für schwächelnde Performance und enttäuschende Akkulaufzeit.

So ganz ohne Bloatware kommt dann aber auch das Lenovo Yoga Tab 3 Pro nicht aus. So findet sich zum Beispiel Netflix, SYNCit HD und McAfee Security auf dem Tablet. Nicht wirklich schlimm, können diese Apps doch problemlos deinstalliert werden.

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(Bild: Übergizmo)

Projektor

Lenovo hat im Lenovo Yoga Tab 3 Pro wie schon im Vorgängermodell einen Projektor verbaut. So schön die Idee beim Vorgänger war, wurde doch von vielen vor allem zwei Punkte bemängelt. Zum einen gelang die Fokussierung über den fummeligen Schiebeschlater meist eher schlecht als recht. Zum anderen strahlte der Beamer seitlich aus dem Tablet heraus. Die Positionierung kann mit gutem Gewissen als unglücklich bezeichnet werden, denn es war oft nur schwer möglich, die Projektion des Beamers an gewünschter Stelle zu fixieren.

(Bild: Übergizmo)

Die Position des Beamers rückt von der Seite nach unten. (Bild: Übergizmo)

An diesen zwei Punkten hat Lenovo gefeilt. Um den Projektor einzuschalten, hält man den Knopf am Akkuzylinder lange gedrückt. Genauso schaltet man den Beamer auch wieder aus. Die Fokussierung gelingt, indem man diesen Knopf während der Beamer läuft einmal kurz betätigt. Daraufhin erschein am rechten Bildschirmrand ein digitalen Drehrad, mit dem die Fokussierung haarfein gelingt.

(Bild: Übergizmo)

(Bild: Übergizmo)

Auch die Positionierung des Projektors kann nun als gelungen bezeichnet werden. Er befindet sich immer noch im Akkuzylinder, strahlt aber nicht mehr zur Seite, sondern wird dank eines Spiegels nach hinten umgelenkt.

Besonders clever: Mit dem Aufklappen des Ständers verändert sich so auch die Position des Projektors. Egal ob die Projektion nun an die Wand oder an die Decke geworfen werden soll, das Tablet steht dabei fest und sicher, es sind keine wackeligen Hilfskonstruktionen mehr nötig.

(Bild: Übergizmo)

(Bild: Übergizmo)

Ansonsten hat sich an der Qualität des Projektors wenig getan. Er löst nach wie vor mit 800 mal 480 Pixeln auf, was für eine annehmbare Bildqualität sorgt. Für Filme ist das in Ordnung, für Surfen, Lesen und so weiter jedoch zu wenig. Die Helligkeit hat sich gegenüber dem Vorgänger kaum verändert, man sollte hier jedoch nicht zu viel erwarten. In einem hell erleuchteten Konferenzraum einen Präsentation halten? Vergiss es! Vor dem Schlafengehen im Bett noch „kurz“ eine Folge XYZ an die Decke projizieren? Perfekt!

(Bild: Übergizmo)

Fazit

Schon das Lenovo Yoga Tablet 2 Pro gefiel mir richtig gut, auch wenn es an der ein oder anderen Stelle hakte. Lenovo ist beim Lenovo Yoga Tab 3 Pro auf die Kritik eingegangen und macht nun vieles besser. Das Display ist nun mit 10,1 Zoll massentauglicher und kommt sogar auf eine höhere Pixeldichte. Die Software-Anpassungen sind nun bei weitem nicht so invasiv wie beim Vorgänger, die Verarbeitungsqualität scheint nochmal höher zu sein, der monströs große Akku treibt das Tablet zu Rekordzeiten und der Projektor ist nun dank neuer Positionierung endlich nutzbar.

Die Leistung dürfte jedoch für meinen Geschmack etwas höher sein – auch wenn sie im Vergleich zum Vorgänger einen deutlichen Sprung macht. Auch der Sound, der zwar immer noch zum Besten gehört, was in Tablets verbaut wird, ist nun etwas bassarmer geworden. Der integrierte Tablet-Ständer ist zwar genial wie am ersten Tag, allerdings dürften sich einige doch am recht hohen Gewicht des Lenovo Yoga Tab 3 Pro stören. Auch der Preis ist mit einer UVP von 499 Euro recht hoch angesetzt.

Dennoch: Das Lenovo Yoga Tab 3 Pro gehört zu den besten Tablets auf dem Markt und macht eigentlich kaum etwas falsch. Schafft es Lenovo, mit dem Yoga Tab 4 Pro an den oben genannten Kritikpunkten zu feilen, steht im nächsten Jahr einer 5 Sterne Bewertungen nicht mehr im Weg.

Pro / Con

(Bild: Übergizmo)Gutes Display

(Bild: Übergizmo)Hohe Verarbeitung mit eingebautem Standfuß

(Bild: Übergizmo)Beamer nun besser nutzbar

(Bild: Übergizmo)Sauberes Android ohne viele Anpassungen

(Bild: Übergizmo)Recht Schwer

(Bild: Übergizmo)Durchschnittliche Performance

Hier unser ausführliches Testvideo zum Lenovo Yoga Tab 3 Pro:

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