ZTE Blade V6 Test: Edel muss nicht teuer sein

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ZTE präsentiert mit dem Blade V6 ein Smartphone, das für günstige  199 Euro verfügbar ist und durch seine Kompaktheit und ein schmales und schickes Design überrascht. Doch wie schaut es mit der übrigen Ausstattung aus?

ZTE Blade V6 Test

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In Zeiten von immer größer werdenden Smartphones sind Displaydiagonalen von 5,2 bis 5,7 Zoll in der breiten Bevölkerung mittlerweile vollkommen normal. Viele chinesische Hersteller wie Xiaomi oder Meizu drängen mit günstigen und gut ausgestatteten Phablets auf den Markt, doch wer nach einem kompakten Gerät sucht, das sich noch halbwegs mit einer Hand bedienen lässt, muss in der Regel auch mit einer geringeren Ausstattung rechnen. Für manche ist aber gerade weniger Display eben doch mehr und genau hier setzt ZTE mit dem Blade V6 an.

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Design & Verarbeitung

Vor allem von vorne betrachtet kann man es schlecht leugnen, dass das ZTE Blade V6 sehr stark an ein Apple iPhone erinnert. Der Ohrhörer und das leicht abgerundete Displayglas sind die sichtbarsten gemeinsamen Merkmale, doch bereits beim zweiten Blick merkt man an der Positionierung der Frontkamera sowie der kapazitiven Tasten auf der Unterseite, dass man kein Telefon der Apfel-Marke in der Hand hält.

Spätestens auf der Rückseite findet man aber ein eigenständiges Design, das für diese Preisklasse sehr zu gefallen weiß. Die Rückseite besteht nämlich aus einem an den Seiten gebogenen Aluminium, sodass das Smartphone sehr angenehm, wenn auch nicht sehr rutschfest in der Hand liegt. Die Metallrückseite wird oben und unten von zwei Plastik-Abdeckungen abgeschlossen, unter denen sich die Antennen für Mobilfunk und WLAN-Empfang befinden. Auch die Hauptkamera ist in der oberen Abdeckung untergebracht, in der unteren findet sich der Lautsprecher. Obwohl die Abdeckungen fest sitzen und keinerlei Geräusche von sich geben, kann man sie mit etwas Mühe entfernen und in das innere des Telefons blicken.

Dort sieht man unter anderem den Aluminium-Rahmen, der das Smartphone umgibt und die nötige Stabilität für alle Bauteile verleiht. Verwinden lässt sich das Smartphone somit nicht, dazu sieht der Rahmen schick aus, denn seine geschliffenen Außenkanten glänzen edel im Licht. Im Rahmen integriert ist der SIM-Kartenschacht, der maximal zwei SIM-Karten oder statt der zweiten SIM- eine microSD-Karte zur Speichererweiterung aufnimmt. Das Handling ist leider nicht sehr gelungen, dazu jedoch später mehr. Auf der linken Seite befindet sich also der Schacht, auf der rechten finden sich die Lautstärkeregelung (als eine Taste gefertigt) sowie der Standby-Knopf. Der Druckpunkt ist befriedigend knackig, wenn auch etwas flach. Dazu wäre es vorbildlich gewesen, wenn der Power-Button eine andere Struktur gehabt hätte, um ihn noch besser mit der Fingerkuppe zu finden. Das ist jedoch Meckern auf sehr hohem Niveau. Die Anschlüsse befinden sich auf der Ober- und Unterseite: Oben der 3,5mm Kopfhörerausgang, unten ein microUSB-Anschluss.

Insgesamt ist die Verarbeitung vorbildlich. Das ZTE Blade V6 fühlt sich erstaunlich hochwertig in der Hand an, was an der Verwendung von Aluminium für den Rahmen sowie die Rückseite liegt. Auch optisch macht es ordentlich was her, auch wenn mir persönlich die drei kapazitiven Tasten nicht so ganz zusagen.

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Display

Äußerlich kaum größer als das iPhone 6(s) bietet das ZTE Blade V6 ein größeres Display mit 5 Zoll Diagonale (iPhone: 4,7 Zoll). Displayränder werden somit also zumindest rechts und links klein gehalten, ZTE nutzt die Fläche also bestmöglich aus. Mit einer Auflösung von 1280*800 Pixeln ist der Bildschirm gut aufgelöst und bringt das V6 auf eine Pixeldichte von 293 Pixel pro Zoll. Einzelne Bildpunkte lassen sich somit in der Regel nicht unterscheiden, es sei denn man geht ungewöhnlich nah an das Display ran.

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Durch das verwende In-Plane-Switching (IPS) Panel, sind Farben kräftig und natürlich. Die Blickwinkel sind relativ weit, wobei ab bereits circa 45 Grad Betrachtungswinkel aus jeder Richtung schwarz beginnt zu kippen und die Inhalte deutlich dunkler erscheinen. Generell ist die Displayhelligkeit nicht sehr hoch, sodass erst eine Voreinstellung von etwa 80-90% Helligkeit samt automatischer Helligkeitsregelung einen guten Kompromiss im Alltag darstellt. Bei direkter Sonneneinstrahlung ist das ZTE Blade V6 eher schwierig abzulesen. Andere Smartphones ähnlicher Preisklasse wie das Meizu M1/M2 Note sind deutlich heller und haben ein besseres Kontrastverhältnis.

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Von unten betrachtet wird die Darstellung schnell dunkler (Bild: Ubergizmo)

Hardware & Performance

Dass man für einen Preis unter 200 Euro kein Performance-Biest erwarten kann, sollte jedem bereits vor dem Kauf klar sein. Der verbaute MediaTek 6735 mit vier ARM Cortex-A53 Kernen, die mit maximal 1,4GHz getaktet sind, ist im Alltag ausreichend schnell, um alle Aufgaben zügig zu vollbringen. Der Homescreen sowie die übrige Oberfläche lassen sich zumeist flüssig, also ohne Ruckler, bedienen. Kleinere Apps wie SMS oder Telefon öffnen schnell, größere Anwendungen wie Chrome, Twitter oder Whatsapp benötigen bei einem „Kaltstart“ in der Regel länger als eine Sekunde. Bei aufwändigen Spielen dauert es noch länger. Sind die Apps im 2GB großen Arbeitsspeicher abgelegt, wurden also schon einmal geöffnet, so ist ihr Abruf deutlich schneller.

Modern Combat 5 ist flüssig spielbar (Bild: Ubergizmo)

Modern Combat 5 ist flüssig spielbar (Bild: Ubergizmo)

Wer gerne Spiele spielt, wird mit dem ZTE Blade V6 nur bedingt glücklich. Während kurzweilige und wenig aufwändige Spiele wie Angry Birds oder Clash of Clans problemlos möglich sind, so merkt man die Grenzen der Grafik- und Recheneinheit bei grafikintensiven Titeln wie Real Racing 3 oder Modern Combat 5. Diese sind zwar zumeist ohne Ruckler spielbar, zeigen allerdings nicht ganz so viele Details; Schatten und Reflexionen sind gröber. Insgesamt steht jedoch fest: Das Blade V6 kann alles, was ein teures High-End Smartphone auch kann, nur eben manchmal etwas langsamer und weniger optisch aufwendig.

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Netz, Dual SIM & Speicher

Das ZTE Blade V6 ist ein Dual SIM Smartphone, was bedeutet, dass zwei SIM-Karten gleichzeitig betrieben werden können. Eine davon funkt im 4G LTE Netz, die andere im GSM Netz und kann somit nur für Anrufe und SMS benutzt werden. Die Hauptkarte nutzt das microSIM Format, die Zweitkarte ist eine kleine nanoSIM. Der Vorteil dieser Kombination: Man kann statt der zweiten Karte auch eine microSD einlegen, um den 16GB großen Speicher (11,84GB stehen dem Nutzer frei) um weitere bis zu 128GB zu erweitern.

Die Empfangsfähigkeiten des Blade V6 sind gut, vorbildlich ist ebenfalls, dass alle deutschen Funkfrequenzen für LTE unterstützt werden, was bei chinesischen Smartphones oft nicht der Fall ist. Auch das GPS sowie WLAN funktionierten zuverlässig.

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Unter der Abdeckung erblickt man den soliden Aluminium-Rahmen (Bild: Ubergizmo)

Sound

Vor allem beim Spielen merkt man die etwas ungünstige Position des Lautsprechers. Dieser befindet sich auf der Rückseite und strahlt somit vom Benutzer weg. Der Klang selbst ist allerdings sehr laut und ausreichend klar, Bässe oder tiefe Mitten hört man allerdings kaum heraus. Bei hohen Lautstärken fängt das Smartphone an zu vibrieren.

Die Klangqualität beim Telefonieren geht in Ordnung, könnte jedoch mehr Klarheit vertragen. Musik über den Kopfhörerausgang klingt gut, die mitgelieferten Kopfhörer sind allerdings wie üblich von minderwertiger Qualität.

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Kamera

Das ZTE Blade V6 besitzt insgesamt zwei Kameras – eine 5 Megapixel Kamera auf der Front- und eine 13 Megapixel auf der Rückseite. Die Fotos der Hauptkamera liefern bei viel Licht gute Ergebnisse, die allerdings nicht hervorstechen. Farben sind natürlich gesättigt, es fehlt allerdings etwas an Kontrast und Dynamikumfang. Auch der Weißabgleich regelt gerne zu warm, sodass manche Fotos einen leicht pinken Stich haben. Hilfreich ist der eingebaute HDR-Modus, der den Dynamikumfang deutlich anhebt und somit lebendigere Bilder produziert.

Bei weniger Licht nimmt das Rauschen deutlich zu und es wird schwer ein perfekt scharfes Bild hinzubekommen. Das liegt zum einen an der langen Belichtungszeit, zum anderen an dem langsamen und unpräzisen Autofokus. In schwach beleuchteten Innenräumen kann es somit schon mal ganze drei Sekunden dauern, bis das Motiv scharfgestellt ist, eine weitere halbe Sekunde später ist das Bild erst geschossen. Hier ist auch der eingebaute Blitz nicht hilfreich, er beschleunigt den Prozess nämlich nicht. Dafür liefert er durch zwei unterschiedlich farbige LEDs gut ausgeleuchtete Bilder im Dunkeln.

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Die Frontkamera liefert bei gutem Licht ebenfalls ordentliche Bilder, die allerdings zu weichgezeichnet geraten. Für Gesichter geht das jedoch in Ordnung. Für Skype Videochats ist sie ausreichend und auch das eine oder andere Selfie kann man problemlos damit schießen.

Die Kamera App ist recht übersichtlich aufgebaut und bietet einen großen Auslöser und einen Video-Knopf, der die Aufnahme sofort startet. Neben Einstellungen für HDR, den Blitz sowie den Wechsel zur Frontkamera gibt es noch eine Gestenerkennung, indem man das Victory/Peace Zeichen zeigt und somit das Foto geschossen wird. In unseren Tests funktionierte diese Funktion gar nicht. Weitere Modi umfassen Panorama, Gesichtsverschönerung (allerdings ohne nähere Einstellungsmöglichkeiten), Bewegungstracking und mehr. Die Reaktionszeiten in der Kamera-App könnten etwas kürzer sein, vor allem im Dunkeln ist die Bedienung und der Sucher zu langsam.

Im Dunkeln schwächelt die Kamera (Bild: Ubergizmo)

Im Dunkeln schwächelt die Kamera (Bild: Ubergizmo)

Software

Das ZTE Blade V6 basiert auf Android 5.0.2, was nicht mehr die aktuellste Version ist, allerdings eine gute Basis für die vorinstallierte MiFavor 3.0 Benutzeroberfläche bietet. Diese verändert das darunterliegende Android-Betriebssystem nur an einigen wenigen Stellen, was sich positiv beim Verbrauch von Ressourcen wie CPU und Arbeitsspeicher sehr positiv bemerkbar macht.

Angepasst wurde vor allem der Launcher, der über recht bunte, verspielte, aber eindeutige Icons verfügt. Individuelle Einstellungen sind recht vielfältig, so kann man die Ausrichtung der Apps einstellen (oben oder unten), Widgets hinzufügen, die Übergangsanimationen zwischen den Seiten ändern, den Hintergrund verwischen und die Icons verändern. Schön zu sehen: Man kann auch einen anderen Launcher auswählen, zusätzlich ist nämlich noch Launcher3 vorinstalliert, der stark an den typischen Android Lollipop Launcher erinnert und sogar die bunten Icons austauscht.

Davon ab gibt es noch die drei unteren Tasten, die vom Aussehen nicht näher definiert sind. Das liegt daran, dass man sie frei belegen kann. Genauer: Man kann die Belegung für Zurück und Multitasking Funktionen zwischen den Tasten wechseln, andere Optionen hat man allerdings nicht.

Der Rest ist Android, so wie man es von Motorola oder Nexus Geräten kennt: Einfach, intuitiv und übersichtlich. So ist die Benachrichtigungsanzeige samt Schnelleinstellungen wie auch das Multitasking-Menü komplett unverändert. Auch die Geräteeinstellungen sind im Android-Design gehalten.

Akkulaufzeit

Überraschend gut fällt die Akkulaufzeit aus, die aus dem kleinen, fest verbauten 2200mAh Akku gequetscht wird. Ohne Mühen kam ich in der Regel einen Tag mit dem Smartphone aus, dabei war das Display zwischen drei und vier Stunden angeschaltet. Whatsapp, Facebook, Twitter, Gmail und Instagram waren dabei die meistverwendeten Apps, dazu habe ich einige Fotos geschossen. Wer das Smartphone seltener nutzt, wird auch zwei Tage schaffen, was für ein Gerät mit gerade 6,8mm Dicke wirklich beachtlich ist. Positiv aufgefallen ist auch der Standby-Verbrauch – in 8 Stunden ist der Akkustand gerade einmal um 3 Prozent gefallen.

Die mitgelieferte Hülle des ZTE Blade V6 (Bild: Ubergizmo)

Die mitgelieferte Hülle des ZTE Blade V6 (Bild: Ubergizmo)

Fazit

Das ZTE Blade V6 überzeugt vor allem durch sein edles und elegantes Design, das von der  Dicke mit den aktuellsten Flaggschiffen konkurrieren kann. Für 199 Euro bekommt man ein Smartphone, das alle Aufgaben problemlos meistern kann und dabei auch noch gut aussieht. Die Verarbeitung ist auf einem hohen Niveau, das Display ist scharf, wenn auch etwas dunkel und die Performance ist gut, um im Alltag nicht lange auf eine App warten zu müssen. Auch die Akkulaufzeit ist überraschend, sodass man in der Regel gut über den Tag kommt.

Andere Konkurrenzgeräte wie das Alcatel One Touch Idol 3, Moto G3 oder das Huawei P8 Lite sind preislich ähnlich angesiedelt und bieten im Bereich Kamera, Leistung und Displayhelligkeit etwas mehr – sind allerdings nicht ganz so hochwertig verarbeitet. Wer das an seinem täglichen Begleiter schätzt, sollte sich das ZTE Blade V6 genauer anschauen.

(Bild: Übergizmo)

Pro / Con

(Bild: Übergizmo)Flaches, edles Design

(Bild: Übergizmo)Scharfes Display

(Bild: Übergizmo)Flüssige Bedienung

(Bild: Übergizmo)Träge Kamera mit durchwachsenen Ergebnissen

(Bild: Übergizmo)Display recht dunkel

Tags :
  1. Klar muss das Ding nicht teuer sein. Bei einer 1:1 Kopie des iPhones kann man sich schonmal das Geld für die Design Abteilung sparen.

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