Kernfusion: Deutscher Reaktor kurz vor dem ersten Plasma

(Bild: Institut für Plasmaphysik)

Pünktlich im Dezember 2015 soll die modernste Stellarator Fusionsanlage namens Wendelstein 7-X ihr erstes Plasma erzeugen. Der Bau dauerte Zehn Jahre.

Fusionsreaktor Wendelstein 7-X

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(Bild: Institut für Plasmaphysik, Matthias Otte)
Bild einer Flussdichten-Diagnose aus dem Innern des Reaktors.

Nächste Woche soll sie starten. Die Fusionsanlage Wendelstein 7-X in Greifswald. Die Experimentalanlage des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik IPP ist vom Typ Stellarator und soll zunächst ein Helium-Plasma erzeugen. Anfang des Jahres 2016 sollen dann erste Plasmen aus Wasserstoff folgen.

Gebaut wurde die äußerst komplizierte Anlage um die Kraftwerkseignung dieses Typs von Fusionsanlagen zu untersuchen. Weltweit wurden die erfolgreichsten Energiegewinnungsversuche mit Anlagen von zwei Typen durchgeführt, Tokamak und Stellarator. Die Unterschiede beziehen sich hauptsächlich auf den magnetischen Käfig, der das Fusionsfeuer von den kalten Gefäßwänden fernhalten soll.

Fusion soll wirtschaftlich werden

Das Ziel der Fusionsforschung ist es, die Technik so weit zu bringen, dass ein klimafreundliches Kraftwerk gebaut werden kann. Dieses soll dann effizient Energie gewinnen und nicht nur dem Selbstzweck dienen. Zurzeit erzeugen die Experimentalanlagen nämlich noch nicht wirtschaftlich Energie. Bis jetzt traut man dies nur dem Tokamak System zu. Eine große Anlage, der internationale Testreaktor ITER,  wird momentan in weltweiter Zusammenarbeit in Cadarache aufgebaut.

Über 100 Millionen Grad Celsius

Eine „Sonne“ brennt im Innern der Fusionsanlagen. Ähnlich wie sie, verschmelzt ein Fusionsreaktor Atomkerne miteinander. Doch das Fusionsfeuer zündet erst bei einer Temperatur von 100 Millionen Grad Celsius. Diese Temperaturen sind zu hoch für jedes bekannte Material. Aus diesem Grund wird ein kompliziert geformtes Magnetfeld dazu benutzt, um das Wasserstoffplasma von den inneren Wänden des Reaktors fern zuhalten.

Im Video lässt sich der Bau von 2005 bis 2014 der modernsten Stellarator Fusionsanlage Wendelstein 7-X im Drei-Minuten-Zeitraffer erleben.

(Beitragsbild: Institut für Plasmaphysik)

  1. Das ist absolut beeindruckend was die Physiker da konstruieren.

    Aber ein TV Gerät bei dem ich nur eine Fernbedienung benötige, das bekommen die nicht hin :(

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