Polizei Frankreichs will Tor und öffentliche WLANs verbieten

(Bild: Tor Project)

Die französische Polizei fordert, künftig Tor und öffentliche WLANs zu verbieten. Das geht aus Dokumenten des Innenministeriums hervor, die der Zeitung Le Monde zugespielt wurden. Demnach soll das WLAN-Verbot aber nur im nationalen Notstand aktiviert werden.

Die französische Polizei fordert laut dem Le-Monde-Bericht die WLAN-Schließung, weil sie davon ausgeht, dass sonst die Identifikation Verdächtiger kaum noch möglich ist. Tor soll als allgemeine Antiterror-Maßnahme verboten werden.

Tor ist bereits in China gesperrt. Auch Russland und der Iran stehen ihm skeptisch gegenüber und suchen einen Angriffspunkt, um es auszuhebeln.

Die Gesetzesänderungen könnten bereits im Januar dem Parlament vorgelegt werden. Le Monde zufolge hat aber auch das Innenministerium Zweifel, ob sie verfassungsgemäß sind, wie eine Notiz eines Bearbeiters zeige.

Bei den Anschlägen von Paris am 13. November verloren mindestens 129 Menschen ihr Leben. Über 350 weitere wurden verwundet. Die extremistischen Attentäter, die sich auf den Islam berufen, haben nach heutigem Erkenntnisstand möglicherweise Verschlüsselung ihrer Kommunikation eingesetzt. Auf Verwendung von Tor gibt es bisher keine Hinweise. Der mutmaßliche Drahtzieher Abdelhamid Abaaoud konnte aufgrund einer unverschlüsselten Nachricht aufgespürt werden.

Der Anonymisierungsdienst Tor stammt ursprünglich von der US-Marine. Er hat nach den Veröffentlichungen Edward Snowdens zu Massenüberwachung durch die US-Geheimdienste an Beliebtheit gewonnen. Wie die Website Motherboard schreibt, benutzen ihn nicht nur Terroristen, Pädophile und Cyberkriminelle, sondern auch Oppositionelle in Diktaturen, Journalisten, Whistleblower – und Menschen, denen ihre Privatsphäre wichtig ist.

Tags :Quellen:Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de

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