Craig Wright wahrscheinlich nicht der Erfinder von Bitcoin

Bitcoin (Creative Commons: shared via Antana on flickr)

Gestern spielte ein Artikel mit der These, dass Craig Wright der Erfinder der Digitalen-Währung Bitcoin ist. Heute jedoch gibt es neue Indizien, denn der PGP-Schlüssel der Publikationen soll falsch gewesen sein. Damit ist zwar auch nicht widerlegt, dass Wright der Erfinder ist, allerdings kommen immer mehr Zweifel auf.

Seit Jahren schon wird der mysteriöse Erfinder der Bitcoin mit dem Pseudonym Satoshi Nakamoto gesucht. Gestern folgten zahlreiche Publikationen, dass wohl der Australier Craig Steven Wright hinter der Digital-Währung steckt.

Motherboard widerspricht dem Ganzen nun mit Indizien, dass die PGP-Schlüssel falsch seien. Gizmodo und Wired gaben an die PGP-Schöüssel unabhängig von einerander recherchiert zu haben.

Motherboard meint, dass diese Schlüssel fast sicher frühestens 2009 generiert und frühestens 2011 hochgeladen worden. Dies sei zwar nur ein Indiz – aber ein wichtiges. Gizmodo und Wired hatten neben von einem Informanten stammenden E-Mails etwa eine Reihe von Personen aus dem Umfeld von Wright befragt.

Laut der Zusammenfassung gab es bisher nur einen PGP-Schlüssel, der nachweislich von Satoshi (oder der Person hinter dem Pseudonym) genutzt wurde. Er wird auf bitcoin.org gehostet und datiert mutmaßlich vom Oktober 2008. Er ermöglicht Verschlüsselung nach DSA-1024 – einem vom heutigen Standpunkt aus schwachen, aber damals verbreiteten Verfahren. Wahrscheinlich wurde er mit GnuPG unter Windows generiert.

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Dagegen verwenden die Gizmodo und Wired zugespielten Schlüssel ungewöhnlicherweise RSA-3072. Einem Keyserver des Massachusetts Institute of Technology (MIT) zufolge stammen sie tatsächlich von 2008 – noch vor der Veröffentlichung des Bitcoin-Konzepts. Einen solchen Eintrag auf dem MIT-Server konnte Motherboard aber „in ungefähr 10 Minuten“ fälschen. Außerdem schreibt Bitcoin-Core-Entwickler Greg Maxwell, er habe Keyserver-Logs von 2011 archiviert, die einen solchen Schlüssel nicht enthielten. Beides kann eine Fälschung allerdings noch nicht beweisen.

(Foto: Screenshot Youtube)
Die beiden fraglichen Schlüssel weisen aber auch eine Folge von Präferenzen für Verschlüsselungsalgorithmen auf, die GnuPGP erst im September 2009 aufnahm. Das legt nahe, dass sie frühestens 2009 generiert wurden. Zudem stimmen die Metadaten des von Wired publizierten Schlüssels nicht mit denen des Originalschlüssels überein, obwohl sie ja angeblich am gleichen Tag – 30. Oktober 2008 – von der gleichen Person erstellt wurden.

Zusätzlich sieht Motherboard Hinweise auf einen vorsätzlichen Täuschungsversuch. So sei der Wired vorliegende Schlüssel per Copy and paste vom MIT-Keyserver übernommen worden, was ein enthaltener Header belege. Normalerweise würde aber, wer auf seinem Rechner eine verschlüsselte Mail verschickt, eine dort gespeicherte Schlüsseldatei nutzen.

Ein weiterer Hinweis auf eine absichtliche Irreführung ist ein in den Gizmodo-Dokumenten zu findender Schlüssel, den Wrights amerikanischer Partner Dave Kleiman genutzt haben soll. Er wurde ein Jahr nach dessen Tod 2013 angelegt.

Das Konzept von Bitcoin war 2008 erstmals in einem Whitepaper vorgeschlagen worden, das heute noch bei bitcoin.org nachgelesen werden kann (PDF). Der Autor bezeichnete sich als Satoshi Nakamoto und gab die Mailadresse satoshin@gmx.com an. Der Name gilt als wahrscheinliches Pseudonym.

Tags :Via:Mit Material von Florian Kalenda, ZDnet.de

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