Ex-Kinox.to-Betreiber muss 3 Jahre in den Knast

Kinox

Ein 29-jähriger Mitbetreiber des illegalen Streaming-Verzeichnisses Kinox.to muss für über drei Jahre ins Gefängnis. Der Angeklagte habe im Gerichtssaal ein Geständnis abgelegt, wofür ihm im Gegenzug ein bestimmter Strafrahmen in Aussicht gestellt wurde.

Das Landgericht Leipzig verurteilte den ehemaligen Mitbetreiber am 14.12.15 wegen tausendfachen Urheberrechtsverletzungen und Computersabotage zu drei Jahren und vier Monaten Haft (Az. 11 KLs 390 Js 9/15).

Avit O. wurde wegen „gewerblich unerlaubter Verwertung urheberrechtlich geschützer Werke in 2889 Fällen“ schuldig gesprochen. Nach Angaben der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU) verurteilte das Landgericht Leipzig ihn auch wegen Computersabotage gegen zwei Konkurrenz-Websites. Dadurch habe er diese für Nutzer unerreichbar machen und seine eigene „Marktposition“ verbessern wollen.

Das mutmaßlich von Avit O. und dem weiterhin zur Fahndung ausgeschriebenen Brüderpaar Kastriot und Kreshnik Selimi aufgebaute Nachfolgeportal des 2011 geschlossenen Kino.to finanziert sich durch Werbung. Es ist nach wie vor online und verlinkt auf illegale Streams urheberrechtlich geschützter Filme und Serien.

Die Portalbetreiber haben stets betont, keine eigenen Streams zu hosten, sondern lediglich Inhalte von Hostern zu indexieren und darauf zu verweisen. Damit tue man nichts anderes als Google.

Avit O. war Ende Oktober 2014 zusammen mit einem weiteren mutmaßlichen Betreiber von Kinox.to festgenommen worden. Die 14 Monate Untersuchungshaft werden ihm auf seine Gefängnisstrafe angerechnet, so dass er nur noch maximal 2 Jahre und 2 Monate absitzen muss.

Zu den nach wie vor abgetauchten und per internationalem Haftbefehl gesuchten Brüdern Selimi, die als aktuelle Betreiber von Kinox.to gelten, wollte sich der Angeklagte laut GVU im Prozess nicht äußern. Er sprach lediglich von einer „weiteren Person“, die die Kontrolle über das Portal übernommen habe. Nachdem diese im Lauf der Zeit zunehmend dominant aufgetreten sei, habe er aber mit ihr gebrochen.

Tags :Via:Mit Material von Björn Greif, ZDNet.de

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