So ist „Star Wars Episode VII – Das Erwachen der Macht“

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Ph: Film Frame

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Wir waren für euch im Kino und haben uns den neuen "Star Wars"-Film, "Das Erwachen der Macht", angeschaut. Hier unsere Eindrücke: subjektiv, noch ganz frisch - und ohne Spoiler, die euch den Spaß verderben!

Star Wars - Das Erwachen der Macht

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Star Wars: Das Erwachen der Macht
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Es ist das Kinoereignis des Jahrzehnts: Zehn Jahre nach „Episode III“ und satte 38 Jahre nach dem ersten Film der Saga, „Episode IV“, startet am 17. Dezember „Das Erwachen der Macht“ weltweit in den Kinos. Es könnte der erfolgreichste Film aller Zeiten werden; Analysten rechnen mit einem Einspielergebnis von bis zu 3 Mrd. US-Dollar.

Darum geht’s

Das siebte „Star Wars“-Abenteuer setzt rund 30 Jahre nach „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ an: Das Imperium ist besiegt, Darth Vader tot. Doch es hat sich eine Nachfolgeorganisation gegründet, der First Order. Unter Führung von Supreme Leader Snoke (Andy Serkis) und mithilfe seines Lakaien Kylo Ren (Adam Driver) überziehen die Sturmtruppler die Galaxis mit Terror; eine neue Superwaffe soll in Kürze in Betrieb genommen werden. Sie soll die Widerständler, die gegen den First Order kämpfen, endgültig in die Knie zwingen.

Auch Finn (John Boyega) kämpft als Strumtruppler gegen die Rebellen. Doch der junge Mann ist es leid, Unschuldige zu töten. Gemeinsam mit dem gefangengenommenen Rebellenpiloten Poe Dameron (Oscar Isaac) flieht er von der Basis des First Order. Nachdem ihr geklauter Tie-Fighter abgeschossen wurde, stranden die beiden auf Jakku. Dort trifft Finn auf Rey (Daisy Ridley), die als Schrottsammlerin auf dem Wüstenplaneten lebt. Gemeinsam versuchen sie, den Droiden BB-8, den Rey kurz zuvor gefunden hatte, zu den Rebellen zu bringen. Denn der kleine Kugelroboter hat Pläne gespeichert, die eine ernste Gefahr für den First Order und Kylo Ren darstellt. Alte Bekannte wie Han Solo (Harrison Ford), Chewbacca (Peter Mayhew) und Leia (Carrie Fisher) helfen ihnen.

So ist der Film

Ein Droide, der wichtige Pläne versteckt? Ein böser First Order, der gegen gute Rebellen kämpft? Eine Superwaffe, die das Gleichgewicht im Universum erschüttern kann? Klingt irgendwie vertraut. Und tatsächlich ist „Das Erwachen der Macht“ voll mit Reverenzen an die alte „Star Wars“-Trilogie. Ganze Dialogzeilen werden zitiert („I have a bad feeling about this“) und Kameraeinstellungen übernommen. Manche Fans mögen sicherlich ihren Spaß daran haben, Reverenzen und Zitate zu erkennen; etwas mehr eigenständige Handlung hätte dem Film aber sicherlich gut getan. Denn so wirkt er manchmal – wie ein Remake.

Ein verdammt gutes allerdings. Legendär ist der Moment aus „Das Imperium schlägt zurück“, als Darth Vader Luke Skywalker gesteht, dass er sein Vater ist. „Das Erwachen der Macht“ ist voll mit solchen Aha-Momenten. Und es ist ein Film, der zwar noch immer Gut und Böse kennt, aber auch viele Graustufen. Das beginnt mit Finn, dem Strumtruppler, der in einem revolutionären Akt seinen Helm abnimmt und zeigt, dass das vermeintlich Böse ein Gesicht hat und gar ein gutes Herz haben kann. Und es endet mit Kylo Ren: Auch er wird im Laufe des Films seinen Helm abnehmen – und darunter hervor kommt: ein Mensch. Auch Vader nahm einst seinen Helm ab, aber das war ganz am Ende der alten Trilogie, unmittelbar vor seinem Tod. Und seine Vorgeschichte, die wurde erst Jahrzehnte später erzählt. Kylo Ren in „Das Erwachen der Macht“ hingegen ist keine kaltblütige Maschine, er ist ein Mensch aus Fleisch und Blut. Das macht ihn nicht nur zu einem der interessantesten Schurken der ganzen „Star Wars“-Saga, sondern auch zu einem der unberechenbarsten.

Disney war artig

Wer befürchtet hat, Disney habe aus „Star Wars“ ein kunterbuntes Kinderabenteuer gemacht, so wie es einst George Lucas mit „Episode I“ versucht hatte, kann aufatmen: „Das Erwachen der Macht“ ist düster genug, um auch ältere Fans zu überzeugen. Und eine Monstrosität wie einst den unsäglichen Jar Jar Binks hat sich Regisseur J. J. Abrams verkniffen. Dafür gibt es mit dem Droiden BB-8 einen niedlichen, kindgerechten Roboter-Helden, der sich als Nachfolger von R2-D2 empfiehlt. Überhaupt kommt der Humor nicht zu kurz. Im Gegenteil: „Das Erwachen der Macht“ ist der vielleicht lustigste Teil der „Star Wars“-Saga. Weil der Film nimmt sich selbst nie zu ernst nimmt. In der alten Trilogie war von dieser notwendigen Selbstironie immer etwas zu spüren, in den drei Sequel-Filmen nur selten. Abrams hat jetzt erkannt, dass „Star Wars“ auch lustig sein darf.

Die Action kommt trotzdem nicht zu kurz. „Das Erwachen der Macht“ bietet atemberaubende Weltraumschlachten und rasante Verfolgungsjagden. Die Mischung aus CGI und Szenen, die mit Modellen gedreht wurden, ist perfekt gelungen. So gut sah „Star Wars“ nie zuvor aus. Und noch nie haben Sternenzerstörer so bedrohlich gewirkt wie jetzt – der 3D-Technik sei Dank.

Unser Fazit

Nicht alles stimmt an „Das Erwachen der Macht“. So sind manche Schlüsselszenen des Films überraschend unspektakulär inszeniert, und einige kleine Logiklücken bleiben (bieten aber Raum für erklärende Spin-Offs). Dennoch ist „Das Erwachen der Macht“ die vielleicht einzig mögliche Fortführung der „Star Wars“-Saga. Der Film ist rasant und gleichzeitig tiefschichtig, er ist hervorragend besetzt (gegen John Boyega oder Adam Driver wirken ein Hayden Christensen oder auch eine Carrie Fisher wie blutige Schauspiel-Anfänger) und er schafft es, alte und neue Fan-Generationen zu vereinen. Vor allem aber ist er eine Verbeugung vor dem Universum, das George Lukas einst schuf. Was will man mehr?

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  1. Würdiger Nachfolger im alt-ehrwürdigen Stil, der etwas inhaltsleer daherkommt. Aber ein gutes Fundament für die nächsten Teile.

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