Start-Ups sollen von Konzernen nicht mehr einfach geschluckt werden

(Bild: Andrzej Barabasz (Chepry)/CC BY-SA 3.0)

Wenn ein Konzern kleine Start-Ups für Millionenbeträge übernimmt, interessiert das das Kartellamt bisher nicht. Die Bundesregierung will das ändern.

Die Bundesregierung will die Übernahme von Start-ups durch Großkonzerne erschweren. Befürchtet wird sonst, dass gute Idee einfach vom Markt entfernt werden, weil sie den Konzernen ein Dorn im Auge sind.

Bisher hat sich das Kartellamt um solche Aufkäufe nicht gekümmert. Nach dem des Jahreswirtschaftsberichts 2016, den der Spiegel in die Hände bekommen hat, soll das künftig anders werden. Geschäftsideen von Startups könnten „eine große wirtschaftliche Bedeutung für den etablierten Erwerber haben und zu einer gesamtwirtschaftlich unerwünschten Marktbeherrschung führen“, heißt es in dem Bericht.

Das Kartellamt muss sich um solche Fälle nicht kümmern, weil die Startups zu wenig umsetzen. Bei der Novellierung des Kartellrechts soll das verändert werden. Der Entwurf schlägt vor „die Fusionskontrolle auf Fälle auszuweiten, bei denen trotz geringer Umsätze des erworbenen Unternehmens der Transaktionswert einer Übernahme (etwa der Kaufpreis) besonders hoch ist“.

Die Bundesregierung will zudem Google und soziale Netzwerke wettbewerbsrechtlich in Zukunft schärfer kontrollieren. Je mehr Personen solche Dienste nutzen, desto attraktiver werden diese für Anwender. „Dadurch werden Konzentrationstendenzen und starke Marktstellungen von Plattformen begünstigt“, schreiben die Experten des Wirtschaftsministerium in dem Entwurf. Die Bundesregierung werde deshalb prüfen, „wie die Besonderheiten von Internet- Plattformen bei der Beurteilung ihrer Wettbewerbssituation besser berücksichtigt werden können“.

Bild: Andrzej Barabasz (Chepry)/CC BY-SA 3.0

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