Triby – Telefon, Post-It, Radio: Der Alleskönner im Test

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Triby verbindet Telefon mit Messenger mit Radio, hält am Kühlschrank und sieht dabei auch noch verdammt schick aus. Wir haben uns die Kommunikationszentrale Triby im Test genau angeschaut.

Triby von Invoxia - Die besten Bilder vom Post-It Telefon-Radio

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Invoxia, der französische Hersteller von Triby, hat eine sehr genaue Vorstellung von seiner Zielgruppe: Junge Familien. So kann Triby zum Beispiel mit einem Tastendruck Telefonate führen, ohne dass man dem Nachwuchs ein Telefon in die Hand drücken muss.

Auch empfängt es Post-It-ähnliche, selbst gezeichnete Bildnachrichten und zeigt diese mit einem verspielten gelben Fähnchen an, welches aus der Seite fährt. Das Gerät selbst kann über einen starkem Magneten zum Beispiel am Kühlschrank befestigt werden. Dank Griff und einer vom Hersteller angegebenen Akkulaufzeit von bis zu einem Monat (dazu später mehr) ist Triby auch noch extrem mobil.

Triby (Bild: Übergizmo)

Das gelbe Fähnchen fährt aus dem Triby, sobald eine Bildnachricht eingeht. (Bild: Übergizmo)

Optik & Verarbeitung

Bei Triby hat Invoxia sehr viel Wert auf ein ansprechendes Äußeres gelegt. Es verbindet modernen Minimalismus mit dem sympathischen Retro-Schick eine Kofferradios aus den 60ern.

Ein Großteil der Vorderseite wird von einem perforierten Metallgitter bedeckt. In der oberen Hälfte prangt in der Mitte ein unbeleuchtetes E-Ink Display, links und rechts daneben je drei Funktionstasten. Als optisch ansprechend und gleichzeitig praktisch entpuppt sich der Griff aus massivem Metall.

Triby (Bild: Übergizmo)

Auf der oberen Seite des Triby verstecken sich drei weitere Knöpfe um die Lautstärke zu regeln und die Musik zu starten, beziehungsweise zu stoppen. (Bild: Übergimzo)

Eine mitgelieferte Hülle aus weichem Gummi setzt einen interessanten optischen Akzent und schützt das Gerät gleichzeitig. Insgesamt macht die Verarbeitungsqualität einen sehr hochwertigen Eindruck – auch weil sehr viel Metall zum Einsatz kommt.

Triby (Bild: Übergizmo)

Kompatibilität

Erster großer Haken: Derzeit funktioniert Triby ausschließlich mit iPhone und iPad. Das schränkt die potenzielle Zielgruppe massiv ein. Laut dem Marktforschungsunternehmen Kantar WorldPanel liegt der Anteil an iOS-Smartphones in Deutschland derzeit bei nur etwa 17 Prozent. Android führt dem Markt mit einem Anteil von fast 75 Prozent mit großem Abstand an und sollte daher bei jedem Zubehörhersteller oberste Priorität haben. Auch wenn für 2016 Android-Unterstützung angekündigt wurde ist dies ein dicker Minuspunkt.

Installation

Eine Anleitung liegt Triby nicht bei. Um zu beginnen, verbindet man Triby über Bluetooth mit dem iPhone oder iPad. Die darauf folgende Schritt für Schritt Anleitung ist sehr simpel und übersichtlich gehalten. So kann man dem iPhone oder iPad erlauben, das WLAN-Passwort direkt mit Triby zu teilen, eine manuelle Passworteingabe wird damit überflüssig.

Triby (Bild: Übergizmo)

Nach dem Anlegen eines Kontos wählt man einen Namen und ein dazu gehöriges Symbol. Auf Wunsch kann einer der zwei Call-Buttons dem eigenen Profil zugewiesen werden. Zusätzliche Nutzer laden die Triby-App auf ihr iOS-Gerät und verbinden sich mit dem Gerät.

Freisprecheinrichtung

Der so zugewiesene Call-Button verbindet Triby über die App direkt mit dem damit verbundenen iOS Gerät. So können Telefonate über das Internet geführt werden, ohne dass ein zweites iPhone oder iPad nötig ist. Das ist tatsächlich eine sehr praktische Funktion, auch weil die Sprachqualität sehr hoch ist.

Triby (Bild: Übergizmo)

Mit nur einem Knopfdruck können Favoriten angerufen werden. (Bild: Übergizmo)

Die Stimmen sind aus den Lautsprechern des Triby hervorragend zu verstehen, gleichzeitig greift die Umgebungsgeräuschunterdrückung, so dass das Gegenüber tatsächlich überwiegend den Anrufer hört und eben nicht die Kochgeräusche oder den Fernseher. Natürlich kann man auch vom mobilen Gerät über die App Triby anrufen.

Messenger

Das E-Ink-Display am Triby hat in etwa die Größe einer Streichholzschachtel. Wer will kann nun vom iPhone oder iPad selbst gemalte Doodles an das Gerät schicken. Triby bestätigt dem Empfang akustisch und mit einem kleinen gelben Fähnchen, welches links aus der Seite fährt. Eine tolle Idee, die neben dem spielerischen Aspekt auch durchaus praktisch ist. Wir hätten uns lediglich gewünscht, dass sowohl Display, als auch Fähnchen etwas größer wären.

Triby (Bild: Übergizmo)

Etwas fummelig kann auf die Post-It-Nachrichten mit Emojis geantwortet werden. (Bild: Übergizmo)

Den Empfang der Nachricht kann man bestätigen, indem das Fähnchen wieder in das Gerät gedrückt wird. Alternativ befindet sich unter dem Fähnchen ein Knöpfchen, mit dem verschiedene Emojis gewählt und an den Sender geschickt werden können. Das funktionierte in der Praxis allerdings ziemlich schlecht, da der Knopf einen sehr schwammigen Druckpunkt besitzt und die Navigation aufgrund des langsamen E-Ink-Displays präzises Timing und damit Übung erfordert.

Radio / Spotify Connect

Über die App können den zwei Radio-Knöpfen Radiosender zugewiesen werden. Alle weiteren zugewiesenen Radiosender können über den Listen-Knopf darunter erreicht werden. Auch hier wird die Bedienung wieder durch das sehr langsame E-Ink-Display erschwert.

Triby (Bild: Übergizmo)

Außerdem ist es möglich, Triby über Spotify Connect direkt eigene Playlists zuzuweisen. Das Funktioniert allerdings nur für Spotify Premium Abonnenten. Dafür spielt man mit seinem Mobilgerät über Spotify eine Playlist ab, wählt das Verbinden-Symbol und nachfolgend Triby. Nun hält man auf Triby einen der beiden Radio-Knöpfe für zwei Sekunden gedrückt und speichert die Playlist so ab.

Die Soundqualität ist ähnlich wie die Qualität der Freisprecheinrichtung erstaunlich hoch. Triby schafft es neben den ordentlichen Höhen auch etwas Bass aus den zwei kleinen Lautsprechern zu drücken- sogar die mittleren Töne werden nicht komplett verschluckt. Erstaunlich für ein gerade mal drei Zentimeter dickes Radio.

Akkulaufzeit

Wie oben bereits erwähnt, gibt Invoxia die Akkulaufzeit des Triby mit bis zu einem Monat an. Eine maßlose Übertreibung und fast schon dreiste Behauptung. Bei uns hielt Triby im Test nicht einmal eine Woche durch. Klar kommt es hier auch immer auf das Nutzerszenario an. Bei uns spielte Triby vielleicht eine Stunde Radio pro Tag und führte insgesamt zwei kurze Telefonate. Danach war Schluss, Triby musste an die Steckdose.

Triby (Bild: Übergizmo)

Diese Anzeige wird man öfter sehen, als einem lieb ist. (Bild: Übergizmo)

Das nervt nicht nur, sondern schränkt auch die Mobilität und damit das von Invoxia angestrebte Nutzungsszenario stark ein. Denn heftet man Triby über den Magneten am Kühlschrank an, wird es in dem meisten Fällen nicht gleichzeitig am Strom hängen und damit eher den Geist aufgeben, als vielen lieb ist.

Fazit

Triby hat das Potenzial, in vielen Haushalten zur unverzichtbaren Kommunikationszentrale zu werden. Das liegt von allem an der sehr guten Sprachqualität und der simplen Anrufoption. Mit nur einem Knopfdruck kann der Nachwuchs so direkt zum Beispiel den Papa anrufen – ohne ein Telefon in die Hand nehmen zu müssen. Die Messenger-Funktion sieht nicht nur schick aus, sondern ist auch aufgrund des gelben Fähnchens wirklich sinnvoll. Das Internetradio wird dank der guten Soundqualität sicher auch häufiger zum Einsatz kommen. Das alles zusammen mit dem stylischen Äußeren und der hochwertigen Verarbeitung lässt auch den recht hohen Preis von knapp 200 Euro verschmerzen.

(Bild: Übergizmo)

Trotzdem macht Triby nicht alles perfekt. Ernüchternd fanden wir die schwache Akkulaufzeit, die deutlich unter der Herstellerangabe liegt. Die Bedienung, die wir an einigen Stellen ausdrücklich lobten, offenbarte an anderen Stellen ihre Schwächen, was hauptsächlich dem langsamen E-Ink-Display geschuldet ist. Auch hätte das Display etwas größer ausfallen können und über eine Hintergrundbeleuchtung hätten wir uns auch gefreut.

Das sind Kleinigkeiten. Keine Kleinigkeit ist die Limitierung auf iOS-Geräte. Hoffen wir mal, dass Invoxia Wort hält und Triby recht bald eine funktionale Android-Unterstützung bekommt. Wenn das passiert, korrigieren wir die Wertung von Triby einen halben Stern nach oben. Denn an sich gefällt uns Triby richtig gut.

Pro / Con

(Bild: Übergizmo)Tolles Design, hochwertige Verarbeitung

(Bild: Übergizmo)Qualitativ hochwertige Freisprecheinrichtung

(Bild: Übergizmo)In weiten Teilen einfache und kindgerechte Bedienung

(Bild: Übergizmo)Kreative Messenger-Funktion

(Bild: Übergizmo)Internetradio / Spotify-Connect

(Bild: Übergizmo)Derzeit nur iOS-Unterstützung (Android soll 2016 folgen)

(Bild: Übergizmo)Akkulaufzeit deutlich geringer als angegeben

(Bild: Übergizmo)Manche Bedienelemente fummelig und limitiert

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