Microsoft Surface Pro 4 Test: Das beste Produktivitäts-Tablet

Surface Pro 4 Test Ubergizmo Ranked

Das Microsoft Surface Pro 4 ist die neueste Iteration des Produktivitäts-Tablets und bietet viele kleine Verbesserungen im Vergleich zum Vorgänger. Mehr Leistung, ein noch besserer Stift sowie ein neues Type Cover sind nur drei Neuerungen von vielen. Ob es im Alltag überzeugt?

Microsoft Surface Pro 4 Test

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Microsoft Surface Pro 4 mit Pen & Type Cover

Microsoft Surface Pro 4 im ausführlichen Video Test:

Design & Verarbeitung

Im Grunde hat sich beim Microsoft Surface Pro 4 im Vergleich zum Vorgänger, dem Surface Pro 3, äußerlich nicht viel getan: Es besteht weiterhin aus einem Stück Magnesium und besitzt einen stufenlos verstellbaren Standfuß auf der Rückseite. Doch schaut man genauer hin, so stellt man fest, dass das neue Modell etwas abgespeckt hat und je nach Version knappe 40 Gramm weniger wiegt (766 Gramm als Core m und 786 Gramm als Core i Version; Pro 3: 800g) und in jedem Fall einen knappen halben Zentimeter in der Dicke verloren hat (8,45 Zentimeter beim Pro 4; 9,1 sind es beim Pro 3). Was sich auf dem Papier nach marginalen Änderungen anhört, ist im Alltag spürbar, wenn auch nur minimal; einen Grund zur Beschwerde stellt es aber nun wirklich nicht dar.

Microsoft Surface Pro 4 im Ubergizmo Test Type Cover und Stylus

Das Type Cover gehört leider nicht zum Lieferumfang (Bild: Ubergizmo)

Schaut man weiter um das Gerät, stellt man fest, dass die Lautstärkeregelung auf die Oberseite verlegt wurde, damit der Surface Pen an der linken Seite haften kann. In der Tat sind die Magnete angenehm stark und halten den Stylus an seinem Platz, solange man das Tablet nicht in einem Rucksack transportiert  – dort hat der Stift keine Chance. Eine weitere kleine Veränderung: Der Windows Knopf auf der Front ist verschwunden, findet sich jederzeit aber in der unteren linken Bildschirmecke wieder.

Während das kühle VaporMg Gehäuse aus einer speziellen Magnesiumlegierung weiterhin hochwertig und griffig verarbeitet ist, ist das kratzfeste Frontglas abermals zu dünn geraten. Schreibt man etwas energischer mit dem Surface Pen auf dem Display, so stellt man schnell einen kleinen Schatten rund um die Stiftspitze fest, der von dem Panel kommt. Schäden konnten wir zwar nach mehrwöchiger Nutzung dadurch nicht feststellen, es wäre jedoch löblich ein etwas dickeres Glas zu verwenden.

Microsoft Surface Pro 4 im Ubergizmo Test Kickstand

Der Standfuß lässt sich stufenlos verstellen (Bild: Ubergizmo)

Überzeugen kann hingegen wieder der Kickstand auf der Rückseite, der in einem Bereich von etwa 160 Grad frei ausgestellt werden kann und das Surface stützt. Beim Schreiben mit dem Pen ist besonders der flache Winkel angenehm, beim Tippen auf dem Type Cover oder beim Filmeschauen sind andere Winkel wieder besser. Die Stabilität ist vorbildlich und stellt alle Notebooks mit Touchscreen in den Schatten, die bei jeder Berührung hin- und herpendeln. Auf den Schenkeln ist das Konstrukt schon deutlich weniger praktisch, aber immer noch gut nutzbar, weil sich der obere Teil des Type Covers zur Stabilisierung hochklappen lässt.

Microsoft Surface Pro 4 im Ubergizmo Test komplett ausgeklappt

Perfekt zum Schreiben: Die weiteste Einstellung des Kickstand (Bild: Ubergizmo)

Gestochen scharfes Display

Obwohl die Außenmaße bis auf die Dicke identisch sind, ist das Display im Vergleich zum Vorgänger gewachen. 12,3 Zoll beträgt die Bildschirmdiagonale beim Surface Pro 4 – 12 Zoll waren es noch beim Pro 3. Auch die Pixelanzahl ist gewachsen, sodass wir nun auf eine Auflösung von 2736 * 1824 Pixel blicken, was gestochen scharfen 267 Pixel pro Zoll entspricht und die Auflösung eines Retina MacBook Pros locker übertrifft. Dementsprechend knackig sehen die Inhalte auf dem Bildschirm aus, ganz egal ob Fotos, Videos, Spielfilme oder Text. Auch die Farbbrillanz ist hervorragend, Farbtöne sind präzise und passend gesättigt, sodass auch eine professionelle Bildbearbeitung auf dem Display kein Problem darstellen sollte. Hierbei hilfreich ist auch die gute Blickwinkelunabhängigkeit, denn Farben werden selbst bei sehr flachen Betrachtungswinkeln kaum verfälscht.

Microsoft Surface Pro 4 im Ubergizmo Test Display

Das Display ist gestochen scharf (Bild: Ubergizmo)

Auch die Leuchtstärke ist sehr hoch, sodass auch in sehr hellen Umgebungen ein angenehmes Arbeiten ermöglicht wird. Den Außeneinsatz verhindern jedoch die hohen Reflexionen, die durch das Displayglas entstehen. Microsoft wirkt zwar damit entgegen, dass das Displaypanel an das Glas laminiert ist und minimiert dadurch den Effekt, für angenehmes Betrachten bei Sonnenlicht oder hellen Lichquellen reicht das jedoch nicht aus.

Insgesamt betrachtet ist das Display des Microsoft Surface Pro 4 hervorragend und macht einfach Spaß.

Hardware auf Ultrabook-Niveau

Das Microsoft Surface Pro 4 basiert auf der neuesten Intel Skylake Generation und ist in diversen Hardware-Konfigurationen erhältlich. Preislich am günstigsten geht es mit einer Intel Core m Version, die erstmalig in einem Surface Pro Modell ohne Lüfter auskommt (und dadurch etwa 20g Gewicht spart). Gepaart mit 4 Gigabyte Arbeitsspeicher und 128 Gigabyte SSD-Speicher kostet das Einsteigermodell 999 Euro. Außerdem gibt es noch diverse Konfigurationen mit den Intel Core i5 und i7 Prozessoren, maximal 16 GByte Arbeitsspeicher und maximal 512 GByte SSD-Speicher.

Das Display des Surface Pro 4 ist im Vergleich zum Pro 3 heller (Bild: Ubergizmo)

Das Display des Surface Pro 4 ist im Vergleich zum Pro 3 heller (Bild: Ubergizmo)

Unser Testgerät ist mit dem Core i5, 256 GByte Speicher und 8 GByte Arbeitsspeicher ausgestattet und schlägt mit stolzen 1449 Euro zu Buche – ohne Type Cover wohlgemerkt. Insgesamt war die Performance im Alltag sehr gut, was mit Spezifikationen aus dem Ultrabook-Bereich nicht weiter verwunderlich ist. Apps und aufwendige Programme öffnen angenehm schnell und auch Websites werden schnell geladen, doch das war auch beim Vorgänger bereits der Fall.

Während die Rechenperformance der CPU jedoch keinen nennenswerten Zuwachs erhalten hat, hat die Grafikeinheit mit der Skylake Generation deutlich zugelegt. Je nach Benchmark sind Steigerungen um etwa 30% zu sehen, was sich bei grafikintensiveren Programen bemerkbar macht. Wer öfters Videos schneidet, wird von schnellerem Rendering profitieren.

Die Lüftung wurde im Inneren deutlich überarbeitet (Bild: Ubergizmo)

Die Lüftung wurde im Inneren deutlich überarbeitet (Bild: Ubergizmo)

Der Lüfter dreht seltener hoch

Doch nicht nur das. Auch das deutlich überarbeitete thermische Design macht sich schnell bemerkbar. In Situationen, in denen im Surface Pro 3 die Lüfter gefühlt auf höchster Stufe drehten, bleibt das Pro 4 komplett leise oder lässt den Lüfter nur langsam und kaum hörbar drehen. Vor allem bei der Verwendung des Stylus ist mir dies aufgefallen, doch auch bei Videoschnitt gibt es erfreuliche Auswirkungen. Die Lüfter springen nicht nur später an, sie drosseln die CPU auch deutlich später als es beim Vorgänger der Fall war, sodass im Endeffekt die Geschwindigkeit länger konstant hoch bleibt.

Doch wo es Licht gibt, gibt es auch Schatten. Die Treiberprobleme mit der internen Solid State Disk von Samsung sind immer noch nicht behoben und so schreibt die Platte elendig langsam, beim 4K Schreibtest versagt sie komplett. Abhilfe schafft ein inoffizieller Treiber von Samsung selbst – ein direktes Update von Microsoft fehlt bis heute.

Die Anschlussmöglichkeiten sind immer noch recht beschränkt (Bild: Ubergizmo)

Die Anschlussmöglichkeiten sind immer noch recht beschränkt (Bild: Ubergizmo)

Was einem ebenfalls bewusst sein sollte, sind die geringen Anschlussmöglichkeiten. Das Surface besitzt nur einen (immerhin vollwertigen) USB 3.0- sowie einen Thunderbolt-Anschluss. Auch nimmt der Kartenleser nur microSD-Karten an, was für Foto- und Videographen zu einem Wirrwarr an Adaptern und mindestens einem USB-Hub führen kann.

Windows 10: Hello, it’s me

Dass Windows 10 für das Surface wie geschaffen ist, wird bei der Benutzung im Alltag ganz klar. Die Gesten, Charms, das neue Start-Menü sowie der automatische Wechsel zwischen Tablet und Desktop Ansichten machen großen Spaß und funktionieren wie sie sollen. Zusammen mit dem Stift lässt sich im neuen Edge-Browser herumkritzeln und auch Cortana kann mit einem langen Druck auf den Radiergummi des Pen aufgeweckt werden. Doch auch der Windows Store wächst sichtbar und immer mehr neue Universal Apps erblicken das Licht der Welt und machen einen nahtlosen Übergang zwischen Finger- und Tastaturbedienung möglich.

Windows Hello entsperrt das Tablet in einem Wimpernschlag (Bild: Ubergizmo)

Windows Hello entsperrt das Tablet in einem Wimpernschlag (Bild: Ubergizmo)

Besonders gut gefällt jedoch Windows Hello, was mit der integrierten Infrarotkamera auf der Oberseite selbst in kompletter Dunkelheit zuverlässig funktioniert und binnen Sekunden den Bildschirm ohne Kennwörter oder PIN entsperrt. Wer sich einmal an diesen einfachen Luxus gewöhnt hat, wird es schwer haben wieder zurück zu finden.

Doch auch wenn Windows 10 generell viel Spaß bereitet, scheint Microsoft das Betriebssystem nicht gut genug an sein Vorzeige-Tablet angepasst haben. Plötzliche Neustarts oder Bluescreens haben wir mehrmals erlebt, mindestens genauso nervraubend sind die Hänger im Standby, nachdem das Gerät selbst nach merhmaligem Tastendruck für Minuten nicht aufwacht. Hier muss Microsoft dringend nacharbeiten.

Das Type Cover 4 bietet ein angenehmes Chiclet Design (Bild: Ubergizmo)

Das Type Cover 4 bietet ein angenehmes Chiclet Design (Bild: Ubergizmo)

Surface Type Cover 4 macht Spaß

Mit dem neuen Surface wurde auch ein neues Type Cover vorgestellt, das deutlich überarbeitet wurde. Das Layout ist nun im Chiclet Design gehalten und bietet spürbare Abstände zwischen den Tasten, was sich sehr positiv auf das Tippen auswirkt. Der Hub ist für das wirklich dünne Cover beeindruckend, die einzelnen Tasten fühlen sich solide an und wackeln kaum, sodass auch längere Texte keine Anstrengung darstellen. Schön ist auch, dass in der obersten Reihe Lautstärketasten hinzugekommen sind und die Play/Pause Taste geblieben ist – alle, die beim Arbeiten Musik hören, werden das zu schätzen wissen.

Auch das Trackpad wurde überarbeitet. Es besteht nun aus Glas und ist 40% größer, was auch dringend nötig war. Für mich persönlich ist es das beste Touchpad in einem Windows Gerät und kommt nah an Trackpads von Apple heran, die immer noch den Benchmark bilden. Die Navigation mit den Fingern funktioniert präzise, Gesten werden zuverlässig erkannt. Nur zu schade, dass das Type Cover auch in der vierten Generation nur ein optionales Zubehör ist und stolze 120 Euro kostet. Für mich gilt aber: Ohne Type Cover kein Surface und offensichtlich bin ich nicht der einzige, der so denkt.

Die Surface Pens im Vergleich: Oben der alte, unten der neue (Bild: Ubergizmo)

Die Surface Pens im Vergleich: Oben der alte, unten der neue (Bild: Ubergizmo)

Surface Pen – der beste Stylus?

Apple hat den Pencil, Microsoft den Pen. Witzig nur, dass der Pen als einziger von beiden einen Radiergummi auf der Rückseite hat (der übrigens zuverlässig und präzise funktioniert). 1024 Druckstufen unterstützt der neue Pen, das Vierfache vom Vorgänger. Selbst im direkten Vergleich habe ich das nicht gemerkt. Spürbar ist jedoch die geringere Latenz, der Strich hängt etwas näher an der Spitze. Apropos Spitze, diese lässt sich nun gegen unterschiedliche Dicken wechseln, was vor allem für digitale Künstler ein interessantes Feature sein wird. Für mich als Vielschreiber ist die mitgelieferte bereits eine andere Welt, denn sie ist leicht gummiert und hat dadurch einen angenehmen Widerstand beim Kritzeln und Skizzieren.

Ob beim Schreiben in OneNote, beim Markieren in Drawboard PDF oder beim Unterstreichen in Edge – der Surface Pen ist nicht ohne Grund eines der Highlights des Gesamtkonzepts. Kaum ein anderer Stift lässt sich so natürlich bedienen und bietet eine so hohe Präzision. Auch die austauschbare AAAA Batterie hält lange – ein ganzes Jahr verspricht Microsoft.

Dünner, leichter, schneller: Die letzten beiden Surface Generationen im Vergleich (Bild: Ubergizmo)

Dünner, leichter, schneller: Die letzten beiden Surface Generationen im Vergleich (Bild: Ubergizmo)

Akkulaufzeit ohne Überraschungen

Dass das Surface Pro 4 von der Akkulaufzeit nicht mit aktuellen Ultrabooks mithalten kann, sollte schon am Gewicht ersichtlich sein, denn ansonsten steckt ja die gleiche Notebook-Technik darin. Etwa fünf bis sieben Stunden konnte ich bei eher geringer Auslastung erreichen – etwa drei Stunden habe ich dabei mit dem Stylus geschrieben, die restliche Zeit PDFs betrachtet und im Internet gesurft, ohne das Display besonders hell einzustellen. Je nach Nutzungsszenario kann die Akkulaufzeit abnehmen, wenn man beispielsweise Videos schneidet oder Bilder in Photoshop bearbeitet, denn dann ist nach zwei bis drei Stunden Schluss.

Wer einen Dauerläufer sucht, ist mit dem Surface Pro also weiterhin nicht optimal bedient, das sollte klar sein. Für einige Anwendungen sollte dies jedoch ausreichen. Immerhin ist das Netzteil kompakt, lässt sich gut verstauen und bietet einen USB-Anschluss zum Laden eines Smartphones an. Letzteres funktionierte mit einem Samsung Galaxy S6 Edge Plus leider nicht zuverlässig – das Netzteil lud im Sekundentakt abwechselnd mal das Surface, mal das Smartphone.

Der Surface Pen haftet magnetisch an der linken Seite (Bild: Ubergizmo)

Der Surface Pen haftet magnetisch an der linken Seite (Bild: Ubergizmo)

Microsoft Surface Pro 4: Fazit

Das Microsoft Surface Pro 4 ist zweifellos das bisher beste Surface mit wichtigen Verbesserungen in den Bereichen des thermischen Designs und der daraus abgeleiteten konstanteren Performance. Das Display ist hervorragend, der verbesserte Stift lässt kaum Wünsche offen und auch das Type Cover ist sehr gut, wenn auch zu teuer.

Es ist schade, dass Microsoft die aktuellen Software-Bugs selbst nach zwei Monaten noch nicht in den Griff bekommen hat. Es bleibt zu hoffen, dass dies demnächst geschieht. Denn davon ab ist das Surface Pro 4 in der Kategorie, die es vor drei Jahren selbst kreierte, weiterhin der unangefochtene Sieger.

(Bild: Übergizmo)

Pro / Con

(Bild: Übergizmo)Sehr gute Verarbeitung

(Bild: Übergizmo)Praktischer und stabiler Kickstand

(Bild: Übergizmo)gestochen scharfes Display

(Bild: Übergizmo)Eines der besten Styli

(Bild: Übergizmo)deutlich leiser als der Vorgänger

(Bild: Übergizmo)Treiberprobleme und Bugs

(Bild: Übergizmo)nur durchschnittliche Akkulaufzeit

(Bild: Übergizmo)Type Cover gehört nicht zum Lieferumfang

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