Android-Marshmallow kommt nur schleppend auf den Markt

Android Marshmallow (Bild: Google)

Die neuste Android Version 6.0 Marschmallow verbreitet sich nur langsam. Nach drei Monaten liegt sie erst bei einem Marktanteil von unter einem Prozent. Wir vergleichen für euch die Markt Einführung von Android Marschmallow mit dem Vorgänger Lollipop.

Android hat die Version 6.0 Marshmallow vor drei Monaten auf den Markt gebracht. Der Marktanteil liegt jedoch nun bei unter einem Prozent. Inzwischen verbreitet sich Marshmallow deutlich langsamer als sein Vorgänger Android 5.x Lollipop. Der hatte es nach drei Monaten auf 1,6 Prozent gebracht.

Seit dem 04. Januar greifen 0,7 Prozent der Nutzer dem Marshmallow auf Google Play zu. Das entspricht einer Steigerung von 0,2 Punkten gegenüber Anfang Dezember. Im November gab es die erste Statistik zum neuen Betriebssystem. Es erschien mit 0,3 Prozent. Der Vorgänger Lollipop brauchte allerdings zwei Monate für einen Marktanteil von mehr als 0,2 Prozent – das hatte Marshmallow nach nur einem Monat geschafft.

Lollipop wiederum legte gegenüber Anfang Dezember um 3,1 Punkte auf 32,6 Prozent zu, wobei die Version 5.1 mit 2,5 Punkten ein deutlich größeres Wachstum erzielte als die Version 5.0 (plus 0,6 Punkte). Der Anteil der Nutzer von Android 4.4 KitKat schrumpfte indes nur um 0,5 Punkte auf 36,1 Prozent.

Der Anteil von Geräten auf Basis von Jelly Bean erreicht aktuell in Googles Statistik noch 24,7 Prozent, 2,2 Punkte weniger als vor vier Wochen. Android 4.0.x Ice Cream Sandwich verschlechterte sich um 0,2 Punkte auf 2,7 Prozent, 2.3.x Gingerbread um 0,4 Punkte auf 3 Prozent. Der Anteil von Android 2.2 Froyo stagniert weiterhin bei 0,2 Prozent.

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Auch in der Zukunft wird Android wahrscheinlich eine stark fragmentierte Plattform bleiben. Dazu tragen vor allem anderem Hersteller bei, die selbst neu vorgestellte Geräte ab Werk nicht mit der aktuellsten Android-Version ausstatten. Ein Beispiel dafür sind die Neuauflagen der Metall-Smartphones Galaxy A5 und A3, die Mitte des Monats in den Handel kommen, aber mit Android 5.1 und nicht mit Android 6.0 Marshmallow laufen. Auch Google trägt zur Fragmentierung bei, indem es Geräte, die älter als drei Jahre sind, nicht mit der aktuellen Android-Version versorgt. Hier bleibt Nutzern nur die Möglichkeit, auf eine alternative Custom Rom wie CyanogenMod auszuweichen.

Apples jüngstes Mobilbetriebssystem iOS 9 kommt rund zwei Monate nach Erscheinen schon auf einen Marktanteil von 70 Prozent. Das belegt Apples jüngste Statistik, die alle iPhones, iPads und iPods Touch berücksichtigt, die am 30. November mindestens einmal auf den App Store zugegriffen haben. iOS 8 hält demnach noch einen Anteil von 22 Prozent, frühere Versionen kommen auf 8 Prozent.

(Bild: Google)

Allerdings ist ein direkter Vergleich zwischen Android und iOS nicht ganz fair. Denn im Fall von iOS kontrolliert Apple sowohl die Hardware als auch die Software und damit den gesamten Update-Prozess von Anfang bis Ende.

Bei Android stellt Google hingegen nur die Updates für sein Betriebssystem bereit. Gerätehersteller und Mobilfunkanbieter müssen jede neue Version zunächst testen und für ihre Geräte zulassen, außerdem haben sie alle ihre eigenen Zeitpläne und Fristen. Darüber hinaus hat Apple lediglich mehrere Generationen zweier ähnlicher iOS-Produkte im Angebot – das iPhone und das iPad (drei, wenn man den iPod Touch noch dazuzählen will). Der Android-Markt umfasst dagegen unzählige Smartphones und Tablets von vielen verschiedenen Herstellern.

Die relativ geringe Verbreitung der jeweils aktuellsten Android-Version bedeutet zugleich, dass viele Geräte anfällig für Malware und Datendiebstahl sind, da Updates für Googles Mobilbetriebssystem natürlich auch sicherheitsrelevante Patches umfassen, die für ältere Versionen nicht separat erhältlich sind. Ein Beispiel dafür ist ein Fehler in der Browserkomponente WebView unter Android 4.3 und früher, den Google nicht beheben wird. Immerhin versorgt es aber andere Komponenten, die nicht so eng mit dem Betriebssystem verzahnt sind, über Google Play Dienste mit Sicherheitsupdates.

Tags :Via:Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDnet.de

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