CES: Supercomputer Watson arbeitet mit Wearables und Roboter

(Bild: IBM)

Der Supercomputer Watson von IBM war bereits in verschiedene Projekte involviert und diente zuletzt etwa einer Orakel-App, um Produkttrends zu erkennen. Auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas gab IBM neue Kooperationen bekannt. Watson soll demnach vom App-Anbieter Under Armour mit Medizin- und Fitnessdaten von Wearables versorgt werden. Darüber hinaus soll der Supercomputer mithelfen, eine unternehmenstaugliche Version des Softbank-Roboter Pepper sowie ein Entwicklerkit (SDK) hervorzubringen.

Wie genau die Partnerschaft mit Under Armour ausgestaltet wird, ist noch unklar. Sicher ist lediglich, dass eine noch nicht verfügbare Version der App Record in Zukunft auf den Supercomputer zugreifen können wird. Mit dessen Hilfe sollen Fitness- und Gesundheitsdaten wie die Schlafdauer und verbrauchte Kalorien analysiert werden.

Über die Beratung von Sportlern oder kranken Menschen hinaus ließen sich laut IBM so allgemeine gesellschaftliche Trends erkennen, etwa wie sich das Wetter auf das Training von Sportlern auswirkt. Seit April 2015 gehen in die so genannte Watson Health Cloud schon Daten aus Apples Medizinforschungsprogramm ResearchKit ein, die mit den Sensoren der Apple Watch erhoben werden.

Auch Johnson & Johnson sowie Medtronic arbeiten an der Watson Health Cloud mit. Ersteres ist ein Pharmakonzern, letzteres stellt Medizingeräte her. Auf der CES kommunizierte IBM neue Schritte in der Partnerschaft mit Medtronic. Die Firmen haben einen Prototypen eines am Körper getragenen Geräts für Diabetes-Patienten fertiggestellt, das vollautomatisch den Blutzuckerspiegel misst und alle Daten per Android– oder iOS-App fürs Pflegepersonal aufbereitet.

Als Nächstes soll die App nun durch Watson-Analytics befähigt werden, medizinische Probleme der Patienten zu antizipieren und Präventivmaßnahmen einzuleiten. Damit handle es sich um die erste Kombination aus einer App und einem Wearable Device, die Watsons ganzes Potenzial zeige, wirbt IBM auf der US-Messe. Es strebt allgemeine Verfügbarkeit noch in diesem Jahr an.

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Watson soll aber nicht nur den Alltag kranker Menschen oder von Sportlern unterstützen. Das machte IBM schon durch eine Partnerschaft mit der kulinarischen Zeitschrift Bon Appétit im vergangenen Jahr klar, deren Rezeptsammlung nun auch in Watson zur Verfügung steht. Eine Integration mit Küchengeräten und anderer Elektronik im Smart Home war naheliegend: Mit Whirlpool steht nun ein Partner fest, der mit IBM Cloud Business Solutions Daten seiner Geräte auswerten und daraus nach Möglichkeit neue Funktionen ableiten möchte.

Die Kooperation mit Softbank zu dessen Haushaltsroboter Pepper schließlich hatte IBM im Februar 2015 angekündigt. Pepper kommuniziert durch Sprache und Gesten mit Menschen. Für Privatanwender stellt der japanische Hersteller in den Vordergrund, dass er Gemütslagen unterscheiden und emotional reagieren kann. IBM entwickelt inzwischen parallel eine Version für den Einsatz in Firmen, die Watson an Selbstbedienungssystemen oder im Handel einsetzen könnten.

Und schließlich kündigte IBM auf der CES auch an, Pepper-Entwicklern mit einem Software Development Kit (SDK) Zugriff auf Watsons Programmierschnittstellen zu geben. So soll es ihnen leichter möglich sein, ihn für spezifische Aufgaben und Anforderungen anzupassen.

Mitte Dezember hatte IBM in München eine weltweite Watson-IoT-Zentrale eingerichtet. Dort will es bis zu 1000 Mitarbeiter beschäftigen – den Kern einer weltweit verteilten IoT-Abteilung, die auch über acht IoT-Experience-Center verfügt. Als Leiterin wurde die britische Managerin Harriett Green vorgestellt.

Tags :Via:Florian Kalenda, ZDNet.de

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