Mensch-Maschine: Wer führt?

(Bild: A*STAR Institute for Infocomm Research)

Meister oder Diener? Forscher entwickeln einen Algorithmus, der das Master-Slave-Verhältnis zwischen Mensch-Maschine bei Bedarf wechseln lässt.

Wie kann die Kooperation von Mensch und Roboter im Mensch-Maschine Paar besonders performant gestaltet werden? Forscher am Institute for Infocomm Research in Singapur (I2R) wollen die Produktivität des Mensch-Maschine Paars in der Industrie 4.0 mit einem intelligenten Algorithmus enorm steigern. Dazu bedienen sie sich eines uralten psychologischen Grundprinzips. Bisher waren die Rollen in einer Mensch-Maschine Interaktion immer fest vorprogrammiert. Einer ist der „Führer“ der andere der „Folgende“.

Häufig arbeitet der Roboter als Diener, zum Beispiel, wenn er schwere Teile von A nach B transportiert oder wendet. In anderen Szenarien leitet er den Menschen in seiner Arbeit an. Zum Beispiel im Work-Flow-Management, oder in Anwendungen, bei denen sich der Mensch schlicht auf die überlegene nummerische „Intelligenz“ des Computers verlässt und Handlungsentscheidungen darauf gründet.

Finger weg, jetzt bin ich der Boss!

Ein mathematischer Kontroll-Algorithmus soll künftig das Verhalten des Menschen innerhalb der Mensch-Maschine-Interaktion interpretieren und davon ableiten, ob der Mensch sich gerade lieber unterordnen, oder die Leitung übernehmen will. Dadurch soll das Gesamt System Mensch-Maschine ständig im optimalen Arbeitspunkt laufen. Ein wichtiger Parameter, der das Master-Slave-Verhältnis schnell umpolen kann ist beispielsweise die Kraft mit der der Mensch auf einen Roboterarm einwirkt.

Man stelle sich eine Mutter vor, die den Arm ihres Kleinkindes energisch und bestimmt greift, aus dem vor sich befindlichen Essens-Teller entfernt und dabei lauthals zu verstehen gibt: „Finger weg! Das gehört sich nicht! Das ist mein Essen!“. So wird eine impulsive und intuitive Handlung des Menschen leicht sensorisch und mathematisch erfassbar. Ein „Der Mensch ist jetzt der Boss“ ließe sich daraus geschickt maschinell erfassen, auswerten und dadurch interpretieren.

Tags :Via:sciencedaily

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