Motorola Moto X Force Test: Das unzerstörbare Smartphone

Moto X Force mit Hammer ranked

Kennt ihr das? In einer unaufmerksamen Sekunde rutscht das Smartphone aus der Hand und knallt auf den Boden. Das Ergebnis ist ein gesprungenes Display, das teuer repariert werden muss. Mit dem Motorola Moto X Force soll nun Schluss damit sein, denn es bietet als erstes Handy weltweit einen unzerstörbaren Bildschirm!

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Moto X Force Rückseite Nylon

Design & Verarbeitung

Dass das Moto X Force besonders robust ist, merkt man bereits bei der allerersten Begegnung. Mit einem Gewicht von 169 Gramm ist das Smartphone deutlich schwerer als die Konkurrenz und mit 9,2 Millimetern bei weitem nicht so schlank wie ein iPhone 6S Plus (7,3 Millimeter) oder Galaxy S6 Edge Plus (6,9 Millimeter). Sucht ihr also nach einem besonders kompakten Smartphone, dann ist das Moto X Force trotz seiner im Vergleich geringen Displaydiagonale von 5,4 Zoll nichts für euch.

Moto X Force im Test (Bild: Ubergizmo)

Moto X Force im Test (Bild: Ubergizmo)

Bleiben wir aber für einen Moment bei dem Vergleich mit dem Samsung Galaxy S6 Edge Plus, denn äußerlich könnten die beiden kaum unterschiedlicher sein. Während das Samsung Smartphone eine zeitlose Eleganz durch das verwendete Glas und Metall versprüht und durch die sehr schlanken Rahmen um das Display seine Maße gering hält, ist das Moto X Force eher für den harten Alltag ausgelegt. Die Displayränder sind deutlich dicker (um etwaige Schäden zu minimieren), sodass es sogar breiter als das S6 Edge Plus ist. Dazu sieht die Front zerklüftet aus, was an den drei unterschiedlichen Öffnungen liegt. Zunächst habe ich mich damit getröstet, dass es dadurch guten, frontalen Stereo-Sound gibt, doch der äußere Eindruck wird getäuscht. Die längliche obere Öffnung ist einzig Gesprächen vorbehalten, die linke untere dem Mikrofon. Der einzige Lautsprecher ist also nur die rechte Öffnung – enttäuschend und auch nicht wirklich schön.

Der Rest des Designs weiß dafür durch seine Schlichtheit und hervorragenden Verarbeitungsqualität zu überzeugen, wobei man glitzernde oder hochglanzpolierte Details nicht erwarten darf. Der Aluminiumrahmen, der das Smartphone umgibt und ihm die hohe Stabilität verleiht, fühlt sich durch seine matte Oberfläche angenehm an. Die Kombination aus dunkelgrauem Rahmen in Verbindung mit der schwarzen Rückseite hat was von einem Stealth Bomber und hinterlässt einen stimmigen Eindruck. Wer einen genaueren Blick auf das Gehäuse wirft, der wird feststellen, dass die Ränder nach außen hin konvex abstehen und somit eine weitere Schutzmaßnahme, also eine Art eingebauten Bumper, bei Stürzen bieten. Netter Nebeneffekt: Das Smartphone liegt dadurch sicherer in der Hand, indem es sich etwas in die Handfläche „bohrt“.

Die Rückseite besteht aus Nylon (Bild: Ubergizmo)

Die Rückseite besteht aus Nylon (Bild: Ubergizmo)

Mit MotoMaker selbst designen

Selbstverständlich gibt es auch beim Moto X Force die Möglichkeit es mit dem MotoMaker an seine eigenen Designvorstellungen anzupassen. So soll es demnächst neue Farben für den Aluminium-Rahmen sowie unterschiedliche Materialien wie genarbtes Leder für die Rückseite geben. Unser Testgerät wurde mit einer schwarzen Rückschale aus „Ballistic Nylon“ ausgeliefert, was nicht nur einzigartig aussieht, sondern sich auch noch sehr griffig anfühlt. Ein weiterer Vorteil der gewobenen Struktur? Kratzer oder hässliche Fingerabdrücke haben keine Chance.

Scharfes Display und eine Frontkamera samt LED Blitz (Bild: Ubergizmo)

Scharfes Display und eine Frontkamera samt LED Blitz (Bild: Ubergizmo)

Scharfes Display

Mit 5,4 Zoll Bildschirmdiagonale gehört das Moto X Force klar in die Kategorie der Phablets. Die Auflösung beträgt 2560*1440 Pixel und kann sich somit problemlos mit den aktuellen Flaggschiffen messen. Mit einer beeindruckenden Pixeldichte von 540 Pixel pro Zoll sind alle Inhalte ausnahmslos scharf, selbst wenn man das Display sehr nah betrachtet. Dank AMOLED Technologie sind die Blickwinkel sehr weit, sodass Text und Bilder teilweise wie aufgedruckt wirken. Hierbei hilfreich ist natürlich auch der sehr hohe Kontrast sowie die sehr kräftig gesättigten Farben. Vor allem bei roten Farbtönen merkt man, dass das AMOLED Panel etwas zu stark gesättigt ist und Farben manchmal nicht natürlich erscheinen können. Einstellungsmöglichkeiten für Sättigung oder Weißwert gibt es leider nicht.

Eine Besonderheit bietet das Moto Active Display, das Benachrichtigungen besonders smart darstellt. Im Standby leuchtet der Bildschirm kurz mit einem Icon der entsprechenden App auf, die gerade etwas mitteilen möchte. Drückt man auf dieses Symbol, so werden oberhalb weitere Informationen wie zum Beispiel eine Messenger Nachricht, eine eMail oder die Bedienungselemente für den Musikplayer angezeigt. Wer sein Smartphone länger nicht im Blick hatte, kann alternativ eine Wischbewegung in der Luft oberhalb des Bildschirms vollziehen, um an die gleichen Informationen zu kommen. Hilfreich bei der Darstellung ist übrigens das besonders tiefe Schwarz des Displays, schwarze Pixel werden nämlich nicht beleuchtet, sodass das Moto Active Display besonders stromsparend arbeitet.

Bruchsicher. Garantiert.

Was das Motorola Moto X Force ausmacht, das ist natürlich die Stoßfestigkeit des Bildschirms. Motorola nennt es die Moto ShatterShield Technologie, die garantiert, dass die Anzeige nicht splittert oder bricht. Mit ShatterShield besteht das Display aus insgesamt 5 Schichten: Die innere Basis bietet ein Aluminium Chassis, das das flexible AMOLED Panel an Ort und Stelle hält. Darüber kommt eine doppelte Touch-Schicht, Redundanz ist hier das Stichwort – falls eine Touch Schicht kaputt geht, steht eine zweite zur Verfügung. Die vierte Schicht ist das letztendliche Displayglas, das von der fünften Schicht, einer so genannten äußeren Schutzlinse geschützt wird. Einfach betrachtet ist diese letzte Schicht nichts anderes als eine Displayfolie aus Hartglas, wie man sie häufig als Zubehör für sein Smartphone findet. Diese kann übrigens bei Motorola nachbestellt und selbst ersetzt werden, sollte sie brechen. Motorola vertraut jedoch so darauf, dass sie eine 4 jährige Garantie gewährleisten, sollte mehr als nur die äußere Linse beschädigt werden.

Man gibt uns somit also fast keinen Grund mehr, es selbst einmal fallen zu lassen. Dennoch haben wir es vorsichtig probiert und es mehrmals auf Laminat fallen lassen – ohne, dass nur ein Kratzer sichtbar wäre. Wer auf extremere Tests steht, der sollte sich das Video von UnlockRiver anschauen, wo das Telefon aus 275 Metern Höhe fallen gelassen wird und nach diesem Test auch noch weiter funktioniert.

Die fünft Schichten des Displays (Bild: Motorola)

Die fünft Schichten des Displays (Bild: Motorola)

Performante Hardware

Im Moto X Force werkelt ein schneller Qualcomm Snapdragon 810 Prozessor mit insgesamt acht Kernen, von denen vier mit 1,5 und vier mit 2 Gigahertz getaktet sind. Unterstützt wird die CPU von einer Adreno 430 Grafikeinheit sowie 3 Gigabyte Arbeitsspeicher. Alles in allem macht das Moto X Force somit eine sehr gute Figur – sowohl bei weniger anstrengenden Aufgaben im Alltag als auch bei hochaufwändigen Spielen wie Real Racing 3 oder Modern Combat. Die Hitzeentwicklung hält sich dabei überraschend in Grenzen; das Smartphone wird zwar auf der linken Seite etwas mehr als handwarm, unangenehm wird es jedoch nie. Der Wechsel zwischen Apps ist angenehm schnell und auch alle Animationen sind butterweich. Aussetzer, lange Wartezeiten oder ähnliches kommen im Alltag nicht vor. In Benchmarks (Quadrant: 33726, AnTuTu: 72703).

Für Spiele bestens geeignet (Bild: Ubergizmo)

Für Spiele bestens geeignet (Bild: Ubergizmo)

Auch bei der Konnektivität wird kein Wunsch verwehrt: Neben WLAN ac, Bluetooth 4.1 gibt es auch NFC und LTE in der Kategorie 6. Die Verbindungsgeschwindigkeiten sowie die Sprachqualität waren stets sehr gut. Auch der Speicher ist mit 32 GByte ordentlich bemessen, lässt sich zusätzlich mit microSD Karten erweitern. Was fehlt ist ein Fingerabdruckscanner, der mittlerweile zur Standardausstattung von Top-Smartphones gehört und mittlerweile auch oft in Geräten der Mittelklasse zu finden ist.

Software mit sinnvollen Erweiterungen

Wie bei Moto Geräten üblich kommt Android in einer recht wenig angepassten Version auf die Geräte. Im Fall des Moto X Force ist es Android 5.1.1, das hoffentlich bald ein Update auf Android 6 erhalten sollte. Sowohl der Launcher, der als linke Seite Google Now enthält, als auch die Benachrichtigungsanzeige sowie die Schnelleinstellungen sehen alle original aus und bieten keine zusätzlichen Funktionen. Das muss nichts schlechtes sein, wie die Google Nexus Geräte zeigen, denn dadurch laufen die Smartphones in der Regel flüssiger und verbrauchen weniger Ressourcen sowie Energie.

Zwei wirklich nützliche Zugriffe können durch Gesten erfolgen: Schüttelt man das Moto X Force zwei mal schnell hintereinander, schaltet sich die Taschenlampe ein oder wieder aus. Noch praktischer: Ein doppeltes Drehen des Geräts ruft die Kamera auf. Außerdem gibt es einen persönlichen Assistenten, der immer zuhört. Man kann dabei nach dem Wetter fragen, Apps starten, sich SMS vorlesen lassen und vieles mehr. Das besondere ist, dass man das Smartphone nicht vorher berühren muss, sondern einfach drauf los sprechen kann, was erstaunlich zuverlässig funktioniert.

Gute Kameras in vielen Lichtverhältnissen

Die Hauptkamera besitzt einen 21 Megapixel Sensor von Sony (IMX230), der im Dunkeln von einer zweifarbigen LED unterstützt wird. Fotos bieten bei gutem Licht eine große Anzahl an Details, das Rauschen ist gering. Farben sehen natürlich aus und auch die Schärfe ist gut, ohne übertrieben zu wirken. Der Phasen-Autofokus funktioniert schnell und präzise auch bei schlechteren Lichtverhältnissen, kann aber nicht mit der Geschwindigkeit des Samsung Galaxy S6 Edge Plus mithalten. Bei wenig Licht nimmt das Rauschen zu, die Bilder sind jedoch immer noch gut, kommen aber wieder nicht an das Samsung Smartphone heran. Videos können mit bis zu 4K aufgenommen werden und bieten ebenfalls viele Details. Die digitale Bildstabilisierung macht einen guten Job, kommt aber nicht an die optische der Konkurrenz heran. Die Frontkamera erzeugt gute, detailreiche Selfies bei gutem Licht. Bei geringer Beleuchtung werden Gesichter etwas matschiger, hier hilft definitiv die eingebaute LED auf der Front, die Gesichter natürlich aufhellt, ohne den Hintergrund auszublenden.

Etwas schwierig kam mir die Bedienung der Foto App von Motorola vor, die keinen Auslöserknopf hat. Will man auf etwas fokussieren, so kann man im Menü ein kleines Rechteck aktivieren, das man zum Scharfstellen an die entsprechende Stelle schiebt (nicht tippen, sonst wird ein Foto geschossen). Das Fokussieren wird dann mit Hilfe eines grünen Rings angezeigt, dazu kann man die Belichtung korrigieren. Blitz, Modi, HDR und mehr muss man über ein Menü einstellen, was bei flüchtigen Momenten zu lange dauert. Auch das Starten der Kamera könnte etwas schneller vonstattengehen.

Das Moto X Force ist deutlich dicker als das Galaxy S6 Edge+, bietet aber auch eine Längere Akkulaufzeit (Bild: Ubergizmo)

Das Moto X Force ist deutlich dicker als das Galaxy S6 Edge+, bietet aber auch eine Längere Akkulaufzeit (Bild: Ubergizmo)

Beeindruckende Akkulaufzeit

Eine besondere Erwähnung hat der 3760 Milliamperestunden starke Akku verdient, der laut Motorola 48 Stunden durchhalten soll. Bei geringer Nutzung sollte dies nach unseren Erfahrungen durchaus zutreffen. Im Alltag erreichten wir Display On Zeiten von fünf Stunden bei einem Mischbetrieb in LTE- und WLAN-Netzen, etwa einer Stunde Youtube, Spotify Streaming, einigen Nachrichten über diverse Messenger, eMails und einer knappen Stunde Navigation mit Google Maps. Ein beeindruckender Wert, der im reinen WLAN Betrieb übertroffen werden kann, bei ähnlichem Nutzungs-Mix erreichten wir somit knapp 7 Stunden Display An Zeit bei 50% adaptiver Helligkeit. Das Moto X Force ist somit ein wahrer Dauerläufer, der derzeit seines Gleichen sucht.

Unschlagbar, zumindest das unkaputtbare Display (Bild: Ubergizmo)

Unschlagbar, zumindest das unkaputtbare Display (Bild: Ubergizmo)

Moto X Force: Fazit

Das Motorola Moto X Force löst ein Problem, das seit der Einführung des ersten iPhones vor 9 Jahren viele Nutzer plagte. Wie diverse Tests bestätigen, ist der Bildschirm wirklich nahezu unzerstörbar – und falls doch, gibt es für diesen Fall eine vierjährige Garantie. Das zusammen mit der sehr guten Leistung, einem brillanten Display, einer guten Kamera sowie einem mächtigen Akku macht das Motorola Moto X Force zu einem einzigartigen Angebot.

Bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von 699 Euro spricht es jedoch nur eine geringe Zielgruppe an, denn die Konkurrenz ist in einigen Punkten besser und bietet ein helleres Display, schlankeres Gehäuse oder eine schnellere und bessere Kamera für einen günstigeren Preis.Wer aber ein wahrlich unzerstörbares Smartphone mit langer Akkulaufzeit haben möchte, kommt am Moto X Force kaum vorbei.

(Bild: Übergizmo)

Pro / Con

(Bild: Übergizmo)Sehr gute Verarbeitung

(Bild: Übergizmo)Unzerstörbares Display

(Bild: Übergizmo)Hohe Performance

(Bild: Übergizmo)Sehr lange Akkulaufzeit

(Bild: Übergizmo)Kamera könnte schneller sein

(Bild: Übergizmo)recht dick

(Bild: Übergizmo)teuer

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