Apple macht kostenloses iTunes Radio dicht

(Bild: Gizmodo)

Kleiner Schreck: Apple will das werbefinanzierte iTunes Radio Ende Januar 2016 schließen. Doch in Deutschland können Nutzer aufatmen.

Wer die werbefinanzierten Sender von iTunes Radio mochte, hat nun ein Problem: Apple macht sie zum 29. Januar dicht. Apple schickte diese schlechten Neuigkeiten per E-Mail an seine Kunden. Nur noch bei Apple Music gibt es künftig einen kostenlosen Radiosender: Beats 1 heißt er.

iTunes Radio wurde als Streamingdienst im Herbst 2013 mit iOS 7 verfügbar mit zahlreichen Stationen, die algorithmisch ausgewählte Songs für verschiedenste musikalische Bedürfnisse wie „Charting Now“, „Chill“ oder „Pop Workout“ boten. Abonnenten von iTunes Match konnten den Dienst auch ohne Werbung nutzen. Nach dem Start in den USA wurde iTunes Radio als kostenloser und werbefinanzierter Dienst jedoch nur in ein einziges weiteres Land ausgeweitet, nämlich Australien.

Darüber hinaus gab es Einschränkungen gegenüber den Sendern beim bezahlten Apple Music – so ließen sich nur eine begrenzte Anzahl von Songs überspringen. Apple Music hingegen bietet für 9,99 Dollar / Euro monatlich von Musikexperten kuratierte Sender mit unbegrenztem Weiterschalten von Songs.

9to5Mac nimmt an, dass der Wegfall der werbefinanzierten Sender im Zusammenhang mit der Umstellung von Apples Werbeplattform iAd auf ein hochgradig automatisiertes System steht. Der iPhone-Hersteller ist offenbar dabei, iAd zu automatisieren und die Mitarbeiter seiner hausinternen Vertriebsabteilung zu entlassen.

Das künftige Selbstbedienungssystem soll es Publishern überlassen, Anzeigen zu erstellen, zu verkaufen und zu verwalten – im Gegenzug sollen sie dafür 100 Prozent der Umsätze behalten dürfen. Das erinnert an Apple News und dessen Vorbild Facebook Instant Articles, die ebenfalls 100 Prozent der Erlöse an Verlage weitergeben, wenn diese den Werbeplatz neben ihren Inhalten verkauft haben.

Beats 1 als einziger weiterhin kostenloser und mittels Werbung finanzierter Radiosender Apples kann trotz einer vielfältigen Auswahl von Songs nicht jeden Geschmack befriedigen. Es soll offenbar eine möglichst breite Gruppe von Hörern ansprechen mit einem „vielseitigen Mix aus der neuesten und besten Musik“ – was zugleich bedeutet, dass nur wenigen Hörern alle Songs gefallen können. Als bekannteste Stimme des Radioprogramms fungiert der Londoner DJ Zane Lowe, der zuvor bei der BBC das ähnlich klingende „Radio 1“ moderierte. Seine Sendungen sind nicht durchweg live, sondern werden wiederholt, um Menschen in unterschiedlichen Zeitzonen zu erreichen.

Tags :Quellen:Mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de

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