LG Class Test: Kompakt, hochwertig, klasse!

Edel, kompakt, gut: Das LG Class im Test (Bild: Übergizmo)

Das LG Class ist das erste Smartphone des koreanischen Herstellers mit Aluminium-Gehäuse und vermittelt bei jeder Berührung Klasse und Stil. Das sind aber bei weitem nicht alle Vorzüge des LG Class, wie unser Test zeigt.

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LG Class in der Hand

Hat Klasse: Das Design

Schön kompakt erscheint das LG Class, wenn man es in die Hand nimmt. In heutigen Zeiten, wo Smartphones unter 5,5 Zoll gefühlt immer seltener werden, ist das Class mit 5 Zoll eine willkommene Abwechslung für kleinere Hände. Die Displayränder hätten zwar gerne eine Spur dünner ausfallen können, dann wäre es noch kompakter geworden, dennoch lässt es sich gut halten und größtenteils auch mit einer Hand bedienen.

LG Class von vorne (Bild: Übergizmo)

LG Class von vorne (Bild: Übergizmo)

Kaum zu glauben, dass das Class das erste Smartphone von LG ist, das auf ein Aluminium-Gehäuse setzt. Der Großteil der Rückseite ist somit aus Metall, oben und unten schließen Kunststoffteile das Gerät ab und werden durch jeweils zwei sichtbare Schrauben zusammengehalten. Das Design ist somit auffällig, trotzdem elegant, aber eben auch wie so häufig Geschmackssache – mir persönlich gefallen die offenen Schrauben eher weniger. Schön hochwertig und kühl fühlt es sich aber in der Hand an. Bei schwitzigen Händen ist das verwendete Metall allerdings etwas zu glatt und rutscht schnell aus der Hand.

Recht beeindruckend ist die Dicke, die LG mit nur 7,7 Millimetern angibt, das ist im Schnitt nur ein Millimeter mehr, als derzeitige Flaggschiffe von Samsung oder Apple aufweisen. Die Rückseite ist jedoch nicht komplett flach, sondern bietet eine spürbare Erhebung, die die Kamera samt Blitz sowie die Bedientasten für Lauter, Leiser und An/Aus beinhaltet. Bereits mit dem LG G2 vor zweieinhalb Jahren hatte man dieses Konzept eingeführt und versucht es auch in preisgünstigere Klassen einzusetzen. Auch wenn es zunächst befremdlich klingt, die Tasten auf der Rückseite zu haben, so gewöhnt man sich erstaunlich schnell daran. Der Zeigefinger liegt in der Regel an eben dieser Stelle, sodass es nur wenige Tage dauert, bis man nicht mehr zu gewöhnlichen Tasten an der Seite zurück möchte. Hilfreich kommt hinzu, dass die Tasten auch ohne Hinsehen gut zu unterscheiden sind und über feste, knackige Druckpunkte verfügen.

Das LG Class besteht aus Aluminium (Bild: Übergizmo)

Das LG Class besteht aus Aluminium (Bild: Übergizmo)

Hochwertige Verarbeitung

Die Verarbeitungsqualität liegt insgesamt auf einem sehr hohen Niveau. Spaltmaße sind sehr gering und bieten keine Flächen für Schmutzablagerungen. Fast unsichtbar verläuft auch der Übergang zwischen der Metallrückseite und den beiden Kunststoffteilen – sowohl Farbe als auch Material sind sehr gut angepasst. Schick, wenn auch recht subtil präsentiert sich das gebogene Frontglas, das den Bildschirm vor Kratzern schützt. An den seitlichen Rändern ist es zum Gehäuse hin abgerundet, was die Wischgesten bei Android haptisch unterstützt und dazu elegant aussieht. Bei unserem Testgerät war ebenfalls eine kostenlose Displayschutzfolie angebracht, was bei Geräten aus dem Handel nicht unbedingt der Fall sein muss. Falls doch, ist es eine nützliche Zugabe.

Scharf und hell: Das Display (Bild: Übergizmo)

Scharf und hell: Das Display (Bild: Übergizmo)

Helles Display mit wenig „Pepp“

Das 5 Zoll große Display des LG Class löst mit High Definition, also 1280*720 Pixeln auf, was eine Pixeldichte von 294 Pixel pro Zoll ergibt. Dies schrammt nur knapp an der Retina Definition, die Apple vor einigen Jahren aufgestellt hat und ergibt auch ungeachtet dessen eine gute Schärfe aller Inhalte. Bei näherem Hinsehen werden zwar Pixel unterscheidbar, im Alltag ist dies jedoch wirklich nicht sichtbar. Ebenfalls gut ist die Helligkeit, die LG mit hohen 440 Nit angibt. Auch bei hellen Umgebungen wie jetzt bei Schnee kann man den Bildschirm noch gut ablesen.

Blickwinkel, die vor allem bei Spielen oder bei Betrachten von Videos mit Freunden und Familie wichtig werden, sind weit, wobei die Leuchtstärke sichtbar abnimmt. Auch der Schwarzwert ist für ein In Plane Switching Panel gut, kommt aber nicht an Pendants mit AMOLED Technologie heran. Etwas enttäuschend ist die Farbintensität, weil Fotos und Webinhalte dadurch ausgewaschen wirken. Im Vergleich zu einem Moto G der neuesten Generation fehlt es klar an Farbsättigung, dafür gewinnt das LG Class klar bei der Helligkeit und dem Kontrast.

Der Rear Key mit Kamera und Lautsprecher (Bild: Übergizmo)

Der Rear Key mit Kamera und Lautsprecher (Bild: Übergizmo)

Gute Kopfhörer, Lautsprecher enttäuschend

Das LG Class weist einen Hauptlautsprecher auf der Rückseite neben der Kamera auf, der leise und dünn klingt, sowie mit wenig Klarheit besticht. In der Preisklasse ist dies leider keine Seltenheit, schließlich muss an irgendeiner Stelle gespart werden. Für Musik- oder Podcastwiedergabe eignet er sich somit nur bedingt, Abhilfe schafft wie immer ein Bluetooth-Lautsprecher.

Oder man benutzt die guten mitgelieferten In-Ear Kopfhörer, die mit drei unterschiedlichen Aufsätzen sich gut ins Ohr einpassen und über einen überraschend guten Klang verfügen. Auch wenn der Sound vor allem im Bassbereich betont ist und die Präsenz von Mitten sowie Klarheit der Höhen fehlt, so sticht das Headset qualitativ aus der katastrophal-klingenden Masse heraus und ist somit gut brauchbar.

Als klar, deutlich und laut hat sich der Ohrhörer für Telefonate herausgestellt. Auf der Gegenseite wurde ich ebenfalls stets gut verstanden. Des weiteren hat sich der Empfang als zuverlässig und stark erwiesen, was Vieltelefonierer sicher gerne lesen werden.

Der "Buckel" steht etwas ab (Bild: Übergizmo)

Der „Buckel“ steht etwas ab (Bild: Übergizmo)

Hardware

Das LG Class wird von dem Qualcomm Snapdragon 410 Prozessor mit vier Kernen mit jeweils 1,2 Gigahertz Taktfrequenz angetrieben, der von 1,5 Gigabyte Arbeitsspeicher unterstützt wird. Während man anspruchsvolle Spiele wie Real Racing getrost vergessen kann, macht das LG Class im Alltag eine durchweg gute Figur. Apps werden flott und ohne größere Verzögerungen geöffnet und auch der Wechsel zwischen Programmen geht dank des ausreichend bemessenen Arbeitsspeichers schnell von der Hand. Durch 0,5 GByte mehr RAM ist der direkte Konkurrent Moto G (2015) hier noch etwas besser, doch das fällt erst bei mehr als fünf gleichzeitig verwendeten Apps auf. Wenig fordernde Spiele wie Clash of Clans oder Candy Crush lassen sich flüssig spielen.

Clash of Clans läuft flüssig (Bild: Übergizmo)

Clash of Clans läuft flüssig (Bild: Übergizmo)

16 GByte Speicher sind im LG Class verbaut, wovon dem Nutzer etwa 10,5 GByte zur Verfügung stehen. Dieser lässt sich über microSD Speicherkarten um weitere bis zu 128 GByte erweitern. Auch bei der Konnektivität kann das LG Class punkten und bietet neben Bluetooth 4.1, WLAN a/b/g/n auch schnelles LTE der Kategorie 4, was unterwegs für schnelles Internet sorgt.

Die Kamera löst mit 13 Megapixeln auf (Bild: Übergizmo)

Gute Kameras – vorn und hinten

Die Hauptkamera auf der Rückseite löst mit 13 Megapixeln auf und besitzt einen einfachen LED-Blitz für Nachtaufnahmen. Die Bilder gelingen im Schnitt sehr gut und bieten natürliche Farben sowie angenehm viele Details. Im Vergleich zum Moto G überzeugt das LG Class mit einem höheren Kontrast sowie den kräftigeren Farben und einer besseren (wenn auch leicht übertriebenen Schärfe). Bei guten Lichtverhältnissen sind damit gute Bilder möglich, doch auch bei weniger Licht liefert die Kamera des LG Class überraschend helle und detailreiche Aufnahmen. Das Rauschen nimmt dabei stark zu, klar, die Ergebnisse sind aber gut genug, um nicht zu enttäuschen.

Auch für Selfie-Liebhaber hat LG gesorgt und verbaut eine 8 Megapixel Frontkamera mit einer starken f/2.0 Blende und Full High Definition Videoaufnahme. Schaltet man die vordere Kamera ein, findet sich rechts ein Schieber, der die Haut sichtbar glättet und einen somit jünger und frischer aussehen lässt. Die Qualität ist auf einem hohen Niveau, nimmt aber in der Dunkelheit stark ab. Bei Hintergrundlicht besonders praktisch ist die HDR-Funktion, die das Gesicht aufhellt und den Hintergrund passend abdunkelt, sodass man ein schönes, ausgewogenes Foto bekommt.

Die Benachrichtigungen samt Schnelleinstellungen wurden überarbeitet (Bild: Übergizmo)

Die Benachrichtigungen samt Schnelleinstellungen wurden überarbeitet (Bild: Übergizmo)

Software: LG setzt auf smarte Funktionen

Bei dem Class setzt LG auf Android 5.1.1, einer recht aktuellen Version des Google Betriebssystems, verpasst aber mit der eigenen Benutzeroberfläche dem Smartphone noch einige weitere Funktionen. Deutlich umfangreicher sind beispielsweise die Einstellungen: Man kann bis zu fünf Tasten in die untere Leiste legen, wobei ihre Anordnung frei wählbar ist; praktisch hierbei ist ein Schnellzugriff auf die Benachrichtigungsliste, die man sonst von oben runterziehen muss.

Eine weitere Funktion sind Q Slide Apps, die im Grunde Apps in kleinen Fenstern darstellen. Maximal zwei können gleichzeitig verwendet werden, man kann also zur gleichen Zeit sich ein Video anschauen und eine SMS tippen oder ein Datum im Kalender nachschlagen. Deutlich nützlicher ist da Quick Memo +, womit man direkt auf den Bildschirm mit dem Finger kritzeln und markieren kann und das als Screenshot an Freunde schicken kann.

Mein persönliches Lieblings-Feature ist aber klar Knock Code. Bei der Einrichtung legt man einen geheimen Code fest, mit dem man das Gerät entsperren kann. Vier Tipp-Flächen stehen einem zur Verfügung, auf die man ein Muster eintippt. Bei ausgeschaltetem Bildschirm kann man nun seinen Code eingeben und das Smartphone entsperrt sich (fast) wie von Geisterhand.

Knock Code entsperrt das Gerät ohne PIN oder Passwort (Bild: Übergizmo)

Knock Code entsperrt das Gerät ohne PIN oder Passwort (Bild: Übergizmo)

Der Akku – Opfer des Schlankheitswahns?

Beim Akku setzt LG auf eine Kapazität von 2050 Milliamperestunden – hier machen sich die Nachteile des dünnen Designs schließlich bemerkbar. Bei durchschnittlicher Nutzung mit etwa einer halben Stunde Spotify, einer halben Stunde Youtube, ein Paar Fotos sowie mehreren aktiven Gmail Konten und aktiver Nutzung diverser Messenger kamen wir auf Display-An Zeiten von etwa dreieinhalb Stunden. Für den durchschnittlichen Nutzer bedeutet es in etwa eine Laufzeit von einem Tag, Wenignutzer sollten anderthalb bis zwei Tage schaffen. Vielnutzern wird es schwer fallen durch den Tag zu kommen.

Edel, kompakt, gut: Das LG Class im Test (Bild: Übergizmo)

Edel, kompakt, gut: Das LG Class im Test (Bild: Übergizmo)

LG Class: Fazit

Das LG Class ist ein edles, kompaktes Smartphone, das durch eine komplette, gute Ausstattung überzeugt. Die beiden Kameras machen für ihre Preisklasse sehr gute Bilder, das Display ist sehr hell und detailreich und auch der Prozessor macht im Alltag nicht so schnell schlapp. Nachteile gibt es beim Akku, der dem dünnen Design geopfert wurde.

Wer nach einem hochwertigen, handlichen Smartphone mit guten Kameras sucht, der sollte sich das LG Class näher anschauen.

Pro / Con

(Bild: Übergizmo)Sehr gute Verarbeitung, schickes Design

(Bild: Übergizmo)Gute Kameras

(Bild: Übergizmo)Ausreichend schnell im Alltag

(Bild: Übergizmo)Akkulaufzeit knapp

(Bild: Übergizmo)Lautsprecher klingt dünn, leise

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