Chrome wird viel schneller dank neuer Kompression

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Dein Chrome-Browser wird bald deutlich schneller sein. Denn Google will ein neues Kompressionsverfahren einführen, welches die zu übertragenden Dateien deutlich verkleinert.

Der neue Kompressionsalgorithmus Brotli steht laut Google-Mitarbeiter Ilya Grigorik vor der Einführung in Chrome. Bereits im September wieß Google erstmals auf die Entwicklung hin.

Der Algorithmus ist nur für die verschlüsselte Übertragung mit HTTPS vorgesehen. Hier arbeitet er laut Google 17 bis 25 Prozent schneller als gzip, wenn typische Webinhalte komprimiert werden sollen – bei etwas größerer Dichte. Konkret verspricht Google 25 Prozent Bandbreiteneinsparung bei HTML, 17 Prozent bei JavaScript und 20 Prozent bei CSS. Dabei bezieht es sich auf Erfahrungswerte mit den laut Alexa führenden 10.000 Websites weltweit.

Brotli wird auf GitHub gehostet. Der Name leitet sich vom Schweizerdeutschen „Brötli“ ab, wird aber von Google offenbar bewusst ohne Umlaut geschrieben. Namen von Backwaren sind bei Google eine Tradition, hatte es doch 2013 schon einen Kompressionsalgorithmus namens „Zopfli“ quelloffen gemacht. Er wird ihm zufolge in einer Vielzahl Produkte eingesetzt, von PNG-Optimierern bis hin zur Aufbereitung von Webinhalten oder auch für Web-Schriftarten.

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Allerdings ist die Verwendung von Zopfli für Dritte wesentlich einfacher, da es Bitstream-kompatibel zum beliebten Deflate-Algorithmus gestaltet wurde, der inzwischen gemeinfrei ist. Zopfli dient also ausschließlich der Kompression, da vorhandene Software die Dateien entpacken kann.

Bei Brotli hingegen handelt es sich laut Google um ein neues Dateiformat. Dennoch hofft Google, dass „dieses Format in naher Zukunft von den großen Browsern unterstützt werden wird, da die geringere komprimierte Größe für Mobilnutzer zusätzliche Vorteile hat, darunter geringere Übertragungsgebühren und reduzierte Beanspruchung des Akkus.“

Eine Versionsangabe machte Grigorik in seiner Ankündigung nicht. Die aktuelle Chrome-Version im Stable Channel für Windows, Mac und Linux ist 47.0.2526.111 vom 13. Januar. Sie enthält noch keinen Hinweis auf Brotli. Dagegen besagt eine Nachricht in einem Entwicklerforum, in der Canary-Version von Chrome lasse sich Brotli bereits freischalten, nämlich durchchrome://flags#enable-brotli. Dort steht auch, dass die Einführung (via Googles Browser-Engine Blink) für alle sechs Plattformen geplant ist, also neben den drei Desktop-Betriebssystemen auch Chrome OS, Android und Android WebView.

Zu den ersten beiden Anwendungsgebieten von Brotli zählt die Google Fonts API, die CSS mit dem Algorithmus verschlüsselt und so im Schnitt bisher auf 9 Prozent Ersparnis kommt. Zudem verwendet das an der Technik interessierte CloudFlare sie auf einem experimentellen HTTP2-Server, der seinen Blog hostet.

Tags :Via:Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de

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